Auf nach Costa Rica
01.09.2014 | Autor: Bianca Schäfer

Auf nach Costa Rica

Ein Reisebericht von Jutta und Lars Dwinger

Wir, mein Mann und ich,  wollten anlässlich unserer Silberhochzeit eine Reise machen. Es sollte etwas besonderes sein, ohne Kinder, ganz weit weg und mit vielen Tieren. Costa Rica sollte es sein, im Mai. Zu einer Zeit, in der uns zunächst alle davon abrieten. Im Mai ist Regenzeit, da fährt man da nicht hin. Egal, wir wollten es trotzdem, wollten wir doch auch eine Vielzahl heimischer Frösche sehen.

Unser erster Versuch eine Reise zu buchen scheiterte bereits im ortsansässigen Reisebüro, weil wir keine Pauschalreise mit Reisegesellschaft wollten. Keine durchorganisierte Reise mit dem Bus durch das Land. Gut, dann machen wir es eben auf eigene Faust. So dachten wir. Kann ja nicht so schwer sein. Bisher hatten wir unsere Reisen über's Internet gebucht, aber wie soll man buchen, wenn kaum ein Reiseanbieter im Mai eine Reise nach Costa Rica anbietet. Müssten wir bereits im Vorwege unsere Reisepläne begraben? Wir suchten also weiter und fanden ein Reisebüro, das mit travel-to-nature zusammen arbeitete. Endlich hatten wir Menschen gefunden, die verstanden was wir wollten und auch willens waren, unsere Wünsche umzusetzen. Wir hatten es geschafft, vielmehr travel-to-nature hatte es geschafft, eine Reise nach unseren Wünschen und Vorgaben zu planen.

So starteten wir am 04.05.2014 unsere Reise ins ferne Costa Rica. Verbrachten die erste Nacht in San José und brachen am nächsten Morgen mit dem Interbus auf nach Puerto Viejo de Talamanca. Interbusse sind kleine Busse, die einen bequem von einem Ort zum anderen bringen. In Puerto Viejo kamen wir in einer kleinen Lodge, umgeben von 7.000 m² Garten, unter. Unsere Lodge stand also mitten im Dschungel. Wir waren zu jeder Tag- und Nachtzeit von Unmengen von Tieren umgeben. Schnell war klar, dass mein keinen Schritt mehr ohne seine Kamera machen konnte. Wir besuchten den Nationalpark von Manzanillo mit einem vor Ort gebuchten Guide. Ist unbedingt empfehlenswert, da man viel über die Fauna und Flora erfährt und viele Tiere zu sehen bekommt, die ein ungeschultes Auge im Dschungel einfach nicht sieht. Machten eine Bootsfahrt zu den Delfinen und genossen die traumhaften Strände. An einem Morgen entdeckten wir unmittelbar neben unserem Frühstücksraum ein schlafendes Pärchen Rotaugenlaubfrösche. Wachten mitten in der Nacht auf, weil ein Rudel Brüllaffen über das Dach unseres Bungalows rannte und dieser in seiner Gesamtheit zu schaukeln anfing.

Nach einer Woche Puerto Viejo ging es weiter nach Tortuguero. Ein Ort der nur auf dem Wasser- oder Luftweg erreicht werden kann. Wir hatten uns für den Wasserweg entschieden und fuhren mit einer kleinen Reisegruppe und unserer Reiseleiterin zu unserer Lodge. 3 Tage/2 Nächte war gebucht. Am Nachmittag ging es auf dem Gelände zu einer Erkundungstour. Hier gab es für den Gast einen Teich mit Rotaugenlaubfröschen, ein Schmetterlings- und Froschgarten, grüne Leguane die sich am Pool tummelten und natürlich eine Vielzahl von Geckos. Am nächsten Morgen starteten wir um 6h die erste Ausfahrt in den erwachenden Dschungel. Auch hier mussten wir wieder feststellen, dass es für ein ungeübtes Auge schwer ist die Tiere auszumachen. Unser Bootsführer war, was das anging, sehr erfahren und konnte uns viele Tiere zeigen. Nachmittags ging es erneut mit dem Boot in den Dschungel und wir machten uns auf die Suche nach Tieren, die wir am Morgen nicht gesehen hatten. Wir fanden Kaimane, die so dicht neben unserem Boot lagen, dass wir sie hätten streicheln können und sahen zum ersten Mal in diesem Urlaub Affen. Klammeraffen, die über unseren Köpfen durch die Baumwipfel turnten. Machten eine kleine Wanderung durch den Ort Tortuguero und erfuhren einiges über die Entstehungsgeschichte dieses Nationalparks. Am nächsten Morgen verließen wir Tortuguero auf dem Weg den wir gekommen waren – per Boot.

Für den letzten Teil unserer Reise hatten wir einen Guide gebucht. Jonathan, unser Guide, holte uns mit dem Leihwagen ab und wir fuhren nach Puerto Viejo de Sarapiqui. Wir besuchten Frog's Heaven. Ein von einem Costa Ricaner angelegter privater Froschgarten, den er für interessierte Besucher öffnet. José, der Besitzer, ist ein sehr ambitionierter Guide, der es immerhin schaffte uns in völliger Dunkelheit 14 seiner 26 Froscharten zu zeigen. Wir mit unseren Kameras und Taschenlampe auf der Suche nach den besten Fotomotiven. Ist es am Tage oftmals eine Herausforderung Tiere zu fotografieren, gleicht dieses in völliger Dunkelheit in einem unwegsamen Gelände schon einem Abenteuer. Den Blick stets auf das Tier gerichtet, damit man es bloß nicht aus den Augen verliert. Da nachtaktive Tiere empfindliche Augen haben, diente uns als Lichtquelle nur unsere Taschenlampe. Wir nahmen die Herausforderung an und konnten tatsächlich ein paar schöne Fotos schießen. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter in die Nähe des kleinen Dorfes Boca Tapada.

Die nächsten zwei Tage waren wir in der Laguna del Largarto Lodge untergebracht. Diese befindet sich unmittelbar an einem unberührten, kaum besuchten Regenwald. In dieser kleinen Lodge gab es eine extra Terrasse, von der aus der Vogelinteressierte Vögel beobachten konnte. Eigens hierfür wurden unmittelbar an der Terrasse zwei Futterplätze eingerichtet. Standen Vögel bis zu diesem Zeitpunkt nicht auf unserer Wunschliste, der Tiere, die wir unbedingt sehen wollten, konnten wir uns der Schönheit einiger Vogelarten und des Ortes nicht entziehen. So verbrachten wir viele Stunden damit, Vögel zu beobachten und zu fotografieren, besuchten den angrenzenden Regenwald und machten eine Kanutour. Bei einem Abendspaziergang mit dem Hausmeister Henry lernten wir die sehr eigenwilligen Haustiere und Wachhunde der Lodge kennen. Mama Hässlich und Fräulein kleine dicke – zwei ausgewachsene Kaimane mit ihrem Gefolge. 13 mehr oder weniger große Kaimane leben in dem angrenzenden Gewässer. Wir erlebten eine Affenfamilie die direkt vor unserer Nase durch die Baumwipfel turnte, sahen ein Opossum, das sich im Gegensatz zu uns über die vielen Maikäfer freute, die an diesem Abend in der Lodge einfielen.

Unser nächstes Reiseziel war schließlich La Fortuna. Am Fuße des Vulkan Arenal bezogen wir unser Quartier und besuchten am Abend die heißen Quellen „Ecotermales“. Für den nächsten Vormittag war eine Wanderung durch den Nationalpark Vulkan Arenal geplant. Inzwischen war auch für Jonathan klar, dass wir nicht zu den Fußkranken gehörten und wir auch große Wege in Kauf nahmen um die Artenvielfalt eines jeden einzelnen Nationalparks zu erkunden. An diesem Tag hatten wir das große Glück, den Arenal in seiner vollen Pracht zu sehen. Er war tatsächlich für ein paar Minuten nicht Wolkenverhangen.

Das nächste Ziel auf unserer Costa-Rica-Reise war Monteverde. Ein Besuch der Hängebrücken, über den Baumwipfeln durch den Nebelwald. Da es auch hier für die Jahreszeit viel zu trocken war, sahen wir eine unbeschreibliche Natur, der Nebel blieb uns leider verwehrt. Unser Guide, mit seiner unendlichen Kenntnis der Natur, hörte einen Quetzal. Nach einiger Zeit des Suchens konnten wir diesen schönen Vogel entdecken und fotografieren. Für den Abend stand eine Nachtwanderung auf unserem Programm. Mit unserem Guide und einem ortsansässigen Biologen ging es in das Curi-Cancha Reservat. Von unserer Anhöhe erlebten wir einen traumhaft schönen Sonnenuntergang, sahen viele nachtaktive Tiere und machten super Fotos von einer nur hier vorkommenden Rotknievogelspinne.  

Es war unausweichlich. Wir hatten den letzten Tag unserer Reise erreicht und machten uns auf den Rückweg in Richtung San José. Auf dem Weg unternahmen wir noch einen Abstecher und besuchten eine Kaffeeplantage. Neben vielen Informationen zum Kaffeeanbau, die wir erhielten, sahen wir zu unserem großen Glück ein Pärchen Malachit-Stachelleguane. Auf unserer Weiterfahrt war die Straße wegen Straßenbauarbeiten 45 Minuten voll gesperrt. Wir entdecken an dem Baum neben uns einen schwarzen Leguan und ein Stückchen weiter eine Eulenmutter mit ihren Jungen.  Für den „Terrarieaner“ ist Costa Rica schlichtweg ein Paradies. Wir hätten uns im Leben nicht träumen lassen derart viele Tierarten sehen zu können. Es gab kaum einen Moment, in denen wir gerade mal nichts entdeckten.

Es war eine perfekt geplante Reise, die nicht zuletzt durch unseren super Guide zu etwas Besonderem wurde. Mit ihm haben wir schon im groben unseren nächsten Costa Rica Urlaub für 2016 geplant. Danke travel-to-nature für diese tolle Urlaubsplanung. Danke Jonathan, wir freuen uns auf 2016.


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