Wasserfall in Pulahpanzak Honduras

Aus dem Reisetagebuch eines Pärchens mit Handicap – Part three „Beeindruckende Regenwälder“

07.12.2017 | Erstellt von Regina Vollbrecht & Roland Zimmermann

Wir möchten den 3. Teil aus dem Honduras Reisetagebuch von Regina und Roland mit euch teilen. Letzte Woche habt ihr erfahren, was die beiden in den Mayaruinen von Copán erlebt haben, im dritten Teil geht es weiter in einen der schönsten Nationalparks Mittelamerikas.

Parque Nacional Azul Meámbar
Am nächsten Tag, dem 20.09. fuhren wir von Copán Ruinas in süd-östlicher Richtung zum Nationalpark Azul Meámbar. Unsere Tour führte u.a. entlang des Lago de Yojoa, dem größten Binnensee (80 km²) und somit dem größten Trinkwasserreservoir des Landes. Honduras‘ größter See liegt auf 700 m über NN malerisch zwischen den Bergrücken des Santa Barbara Nationalparks und dem Cerro Azul-Meámbar. Im See wird eine große Tilapia-Fischzucht betrieben. Honduras ist in Lateinamerika der größte Exporteur für Tilapiafilet. Zum Mittagessen erwartete uns eine weitere Spezialität, nämlich eine gefüllte Weizentortilla, sie wird mit Bohnenmus, Ei und Käse befüllt. Das letzte Wegstück bildete eine schmale, 7 km lange Schotterpiste, an deren Verlauf wir Ananaspflanzen befühlen konnten. Der Nationalpark Azul Meámbar ist bis heute weitgehend unberührt und bei Vogelkundlern sehr beliebt. In der ausgedehnten Bergregion leben Tukane, Truthähne, farbenprächtige Motmots und weitere Vogelarten – insgesamt wurden 375 Vogelarten gezählt. Sehr beeindruckend für uns war auch das laute Zirpen der Zikaden. Übernachtet haben wir in der PANACAM Lodge, in der wir, direkt im Nationalpark drei Nächte verbrachten.

In touch mit Mutter Natur
Am nächsten Tag (Donnerstag, 21.09.2017) unternahmen wir eine kleine Wanderung auf schmalen Wegen, die von Stufen und Wurzeln durchsetzt waren, durch den tropischen Regenwald. Wir kamen an einem drei-stöckigen Vogelbeobachtungsturm vorbei, den wir bestiegen. Unser Ziel war ein Aussichtspunkt mit einem tollen Blick auf den See. Auf dem Weg dorthin hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Pflanzen wie Würgefeigen, Lianen, Farnbäume und Palmen anzufassen. Die Mittagspause verbrachten wir auf der Terrasse unserer Lodge. Wir konnten hier sehr gut die Kolibris mit ihrem schnellen Flügelschlag hören, denn dort werden die Vögel mit Zuckerwasser angelockt. Anschließend wanderten wir zum 30 Meter hohen Wasserfall, den wir über eine Hängebrücke erreichten. Da auch hier Temperaturen von 32 Grad herrschten, gönnten wir uns etwas Ruhe und genossen den restlichen Tag in unserer Unterkunft.

Wasserfälle, Canopy & echter Kakao
Am darauffolgenden Tag (Freitag, 22.09.2017) fuhren wir zum höchsten Wasserfall Honduras, dem 42 Meter Hohen Wasserfall Pulhapanzak, dessen Wassermassen sich laut in die Tiefe stürzen. Da das Gebiet um den gesamten See  sehr sumpfig ist, sind die Wege als 50 cm hohe Holzstege angelegt. Wir näherten uns auf zwei verschiedenen Wegen dem Wasserfall, sodass wir einmal auf Höhe der Krone und zum anderen auf einer tiefer gelegenen  Plattform ankamen, wo wir die Gischt deutlich spürten. Roland absolvierte eine Canopy-Tour über dem Wasserfall. Ich dagegen konnte mich nicht dafür entscheiden, da Karussell fahren auch nicht meins ist. Jeder Tour Teilnehmer zog einen Gurt an, stieg über eine Wendeltreppe auf eine Plattform und wurde an zwei Drahtseilen mit einer Rolle eingehängt. Nun fährt man hängend von Plattform zu Plattform über die Schlucht, auf denen das Umhängen in ein weiteres Drahtseil erfolgt. Ein Guide fuhr vorweg, ein anderer hinterher, sodass man das als Blinder auch gut absolvieren kann. Man muss nur die Beine rechtzeitig anziehen, damit man nicht gegen die Plattform stößt, Roland hatte die Beine immer etwas angezogen. Die Seile hatten eine Länge von 200 bis 600 Metern, insgesamt absolvierte Roland 11 Drahtseile und war sehr zufrieden mit seiner Tour!

Anschließend besichtigten wir die Finca Santa Marta, eine kleine Kakaoplantage. Dort wachsen ca. 1.500 Kakaobäume, die auf einem Hügel angepflanzt sind, unter dem sich ein kleiner Tempel befindet. Aus Kostengründen ist dieser Tempel bislang noch nicht freigelegt worden. Die Kakao-Bäume können je nach Sorte 60 bis 80 Jahre alt werden. Die Früchte wachsen direkt am Baumstamm und können eine bräunliche oder violette Färbung annehmen. Uns wurde die kleine Kakaoproduktion vorgestellt, der Kakao wird nur an die Besucher der Plantage verkauft. Es wurde eine Kakaofrucht aufgeschnitten, sodass wir das schleimige Innenleben mit den Kakaoschoten ertasteten. Die Bohnen werden getrocknet, geschält, geröstet und gemahlen. Letzteres durften wir auch ausprobieren. Natürlich nicht nur das, sondern wir bekamen auch einen Kakao zu trinken. Der Kakao ist nicht entölt. Angeboten werden auch eine Kakaomarmelade, Kakaowein und Kosmetika. Wir entschieden uns für Kakao für uns und unsere Lieben als Mitbringsel. Am Abend prasselte der tropische Regen auf das Wellblechdach unserer  Unterkunft nieder, sehr typisch für diese Gegend und Jahreszeit, sodass man sich kaum unterhalten konnte.

Nächste Woche geht es raus aus dem Regenwald und rein ins wuselige Leben einer honduranischen Großstadt.