Aussicht auf eine Mayastaette in Copan Honduras, Aussicht auf Regenwald und Mayastaette

Aus dem Reisetagebuch eines Pärchens mit Handicap – Part Two „Einstige Hochkulturen“

01.12.2017 | Erstellt von Regina Vollbrecht & Roland Zimmermann |
Kategorie
Honduras

Regina und Roland waren im September in Honduras unterwegs. Letzte Woche haben wir den ersten Teil ihres Reisetagebuchs veröffentlicht. Heute erfahrt ihr, wie es weiterging und welches Highlight die beiden in den kommenden ersten Tagen ihrer Fernreise erlebt haben.

Marktbesuch

Wir fuhren zunächst mit unserem Guide Heinz zum Markt. Dort wurde Gemüse, Obst, Fleisch und frischgebackene Tortillas und einiges an Kunsthandwerk angeboten. Sehr interessant war es in der Tortilla Bäckerei: Hinter aneinandergereihten Tischen, auf denen die Erzeugnisse pfeilgeboten wurden, verrichteten unzählige Frauen ihren Job. Zu spüren war die Hitze der heißen Platten, das Flachklopfen des Teiges zwischen den Händen war zu hören und auch das Backen der Teigfladen war zu riechen. Tortillas wurden in Elfer Abpackungen umgefüllt oder auch mit Bohnenmus und Ei gefüllt als Frühstück verkauft. Auf dem Markt konnten wir Möbel, Windspiele, Schmuckschatullen, Obstschalen, Kleidungsstücke und Schmuck aus kleinen Glasperlen betasten, sowie einen Fruchtlikör und einen hier typischen Frischkäse verkosten – er erinnert an unseren Mozzarella, der hier jedoch mit Gewürzen (am liebsten natürlich mit Chili) verfeinert wird.

Copán Ruinas
Im Anschluss fuhren wir nach Copán Ruinas, wo wir nach ca. vier Stunden Fahrt ankamen. In der Mittagspause hatten wir Montuca gegessen, das ist Hühnerfleisch, ummantelt von Maisbrei, welcher leicht mit Zimt abgeschmeckt wird. In Copán Ruinas übernachteten wir zwei Nächte im Hotel „Camino Maya“. Die Stadt liegt im Westen des Landes, ca. 12 Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt. In Copán angekommen, sicherten wir zunächst unsere Liquidität für die Reise und tauschten 200 US-Dollar pro Person in Lempira. Wir waren der Empfehlung gefolgt, mit US-Dollar anzureisen, was im Nachhinein betrachtet nicht notwendig war, da ausreichend Möglichkeiten vorhanden waren, mit der Kreditkarte an Bargeld zu kommen. Mit Dollar kann man mancherorts direkt bezahlen, Regelzahlungsmittel aber ist der Lempira (1 € ergaben ca. 28 Lempira). Anschließend besuchten wir noch ein Kaffee, dessen Besitzer u.a. eine Kaffeeplantage bewirtschaftete. Unser Eiskaffee fiel jedoch zunächst dem täglichen Stromausfall zum Opfer, wir mussten einige Zeit warten und hatten uns inzwischen für das einzige Essen, welches ohne Strom zuzubereiten war, eine Käseplatte, als Abendmahl entschieden. Da der Strom dann zwischenzeitlich wieder funktionierte, gab es den Eiskaffee als Dessert. Da Heinz mit seiner Familie - seiner Frau und seinen sechs Kindern, in Copán wohnt, übernachtete er nicht mit uns im Hotel, sondern bei sich zu Hause.

Nach dem Frühstück am Dienstag (19.09.2017) besichtigten wir die Ausgrabungsstätte der Maya und erfuhren in einer drei-stündigen Führung vieles über die Geschichte der einstigen Hochkultur. Wir bestiegen über eine steile 20-stufige Treppe eine gut 15 Meter hohe Pyramide, auf der wir übrigens die einzigen deutschen Touristen unserer Tour getroffen haben. Berühmt ist Copán durch die Hieroglyphentreppe, die 63 Stufen hoch ist und auf der über 2.500 Hieroglyphen angebracht sind. Diese stellen den bislang längsten bekannten Mayatext dar, der gefunden wurde. Da sich diese Ausgrabungsstätte in einer Parkanlage befindet, konnten wir auch unserem Weg um die Akropolis (das Zentrum des sozialen Lebens der Mayaansiedlung) einen Kakao- und Kaffeebaum befühlen und Papageien hören.

Vogelauffangstation
Am Nachmittag besuchten wir den Macaw Mountain Vogelpark, eine Auffangstation für geschmuggelte und beschlagnahmte Vögel, die wunderschön am Fluss gelegen ist. Die Vögel werden auf die Auswilderung vorbereitet. Wir erlebten viele Papageien und Tukane. Tukane sind Spechtvögel, mit den Spechten gemeinsam haben sie den Bau der Füße, mit zwei nach vorn und zwei nach hinten gerichteten Zehen. Sie sind mittelgroße bis große, kurzflügelige und relativ langschwänzige Vögel mit 35 bis 65 cm Körperlänge. Das auffälligste Merkmal ist der riesige, aber leichtgewichtige, am Rand gesägte und prächtig gefärbte Schnabel, der dem Temperaturausgleich dient. In einen Papageienkäfig konnten Besucher sogar hineingehen. Die Attraktion ist aber, dass jeder der möchte, einen Ara (Papagei) auf die Hand nehmen kann, anfassen sollten wir sie aber nicht, nur wenn der Tierpfleger die Hand führte. Wir durften sie uns auch auf den Kopf setzen, spürten dessen Wärme, und wie der Papagei sich festhielt, und hörten seinen Flügelschlag, wenn wir den Kopf bewegten.

Nächste Woche gibt es Teil 3 des Reiseberichts!