Ein farbenfroher Marktbesuch in den bolivianischen Anden
25.05.2018 | Autor: Angelika Schmidt

Unterwegs in Bolivien

Ein farbenfroher Marktbesuch in den Anden

Ihr wollt die Bolivianer und besonders die Indígenas und deren Kultur besser kennenlernen? Ihr erfreut euch immer über das Gewusel auf den bunten Märkten und feilscht gern mit den Einheimischen um farbenfrohe Stoffe, Hüte oder Lebensmittel? Dann seid ihr hier in Tarabuco, in der Nähe von Sucres genau richtig. Denn hier im Marktgetümmel kann man in den Alltag der Tarabuqueños eintauchen!

Der Marktplatz der beschaulichen Kleinstadt Tarabuco, die etwa 60 km südöstlich von Sucre liegt, ist noch eingehüllt in frühmorgendlichen Nebel, als schon die ersten schwer bepackten Marktfrauen aus den umliegenden Dörfern einkehren, denn heute ist Sonntag. Das heißt, es ist Markttag! Wie jede Woche warten sie auf die Lieferung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse, wie Kartoffeln, regionales Obst und Gemüse, die von großen Lastwagen aus der ländlichen Region gebracht werden. Auch heute noch sind Märkte in Bolivien die wichtigsten Umschlagsplätze für Lebensmittel.

Lebensmittel & kunterbunte, indigene Mode

Es dauert nicht lange und es herrscht reges Treiben auf dem Marktplatz, der inzwischen übersät mit Marktständen, Passanten und Tieren ist. Die Tarabuqueños kommen hierher um ihre Produkte, wie Lebensmittel, Kleidung und Tiere an die Frau oder den Mann zu bringen. Früher war dies ein bargeldloser Markt, auf dem ausschließlich Tauschhandel betrieben wurde und der deshalb auch „Trueque“ genannt wurde.

Einige der Stände bieten neben Lebensmitteln auch farbenfrohe Kleidung und handgemachte Taschen, Mützen und Tücher an. Frauen, eingehüllt in wunderschöne Tücher und Faltenröcke sitzen neben ihren Ständen und weben und stricken fantastische Kleidungstücke aus natürlich gefärbter Alpakawolle und Mädchen knüpfen Armbänder. Die Produkte hier in Tarabuco sollen von besonders guter Qualität sein. Die Farben der Ponchos variieren, aber auch die Muster sind je nach Herkunft der Weberin unterschiedlich, denn jedes Dorf hat sein eigenes Muster und eigene Farbkombinationen. Hier findet man ganz bestimmt einige Mitbringsel für die Daheimgebliebenen oder sich selbst.

Klatsch und Tratsch ganz nebenbei

Für die Quechua sprechenden Yamparas, die aus der ganzen Region rund um Tarabuco anreisen, ist der Markt aber mehr als nur ein Ort, um ihre Produkte zu verkaufen oder für die kommende Woche Lebensmittel einzukaufen. Denn sie treffen sich hier regelmäßig mit Freunden und Familie, um den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. In kleinen Grüppchen sitzen sie zusammen und von Weitem sieht man nur ein buntes Hütemeer. Hier ist jeder Hut anders, von runden, schwarzen Cowboyhüten bis hin zu mit kunterbunten Bommeln verzierten Filzhüten gibt es hier die verschiedensten Varianten. Diese unglaublich vielen unterschiedlichen Hüte sind ein Sinnbild für die ethnische Vielfalt Boliviens, denn in dem südamerikanischen Binnenstaat leben über das ganze Land verteilt fast 40 verschiedene indigene Völker.

Die Stimmung auf dem Markt ist heiter und chaotisch. Begleitet von traditioneller Musik auf selbst gebauten Instrumenten, tanzen die Andenbewohner ausgelassen den traditionellen Tanz Pujllay, der besonders in der Region um Tarabuco verbreitet ist. Sie versprühen mit ihrem Rhythmusgefühl und dem Lächeln auf ihren Gesichtern pure bolivianische Lebensfreude. Lust bekommen auf einen Marktbesuch im vielfältigen Bolivien? Lasst euch in den Bann der sympathischen und gastfreundlichen Bolivianer ziehen. Sprecht uns an und wir basteln euch eure Traumreise zusammen, ob eine Individualreise oder eine Gruppenreise entscheidet ihr! ¡Bolivia te va a gustar! – Bolivien wird dir gefallen!


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