Fluggastrechte bei Mittelamerikaflügen
09.11.2016

Fluggastrechte bei Mittelamerikaflügen

Kulturelle Highlights wie die sagenhafte Tempelstadt Teotihuacán in Mexiko oder die romantische Altstadt von Havanna locken immer mehr Reisende in das ferne Mittelamerika.

Mittelamerika gehört laut Tourismusanalyse 2015 der Stiftung für Zukunftsfragen sogar zu den Top-3-Fernreisezielen. Aber nicht nur Kulturinteressierte, auch sportbegeisterte Urlauber zieht es nach Mittelamerika, zum Beispiel zum Rafting auf den Pacuare nach Costa Rica, zum Surfen am Playa El Tunco nach El Salvador oder zum Wandern nach Panama. Meist beginnt das Abenteuer Mittelamerika mit der Anreise per Flugzeug. So wird nicht nur Zeit, sondern im Vergleich zu Kreuzfahrten auch bares Geld gespart.

Fluggastrechte bei Verspätungen und Annullierungen

Im besten Fall verläuft die Anreise reibungslos. Doch gerade bei Langstreckenflügen kann es zu ärgerlichen und nervenaufreibenden Verspätungen oder gar Annullierungen von Flügen kommen. Seit 2004 können Reisende innerhalb der EU aber auch bei Flügen von der EU in ein Nicht-EU-Land umfangreiche Fluggastrechte als Anspruch geltend machen, wenn einige klar definierte Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei einer Annullierung des Fluges kann die Erstattung der Ticketkosten sowie der Transfer auf alternativem Weg zum Zielort (innerhalb von Deutschland zum Beispiel mit der Bahn) oder der kostenlose Rücktransport zum Startort eingefordert werden. Des Weiteren können bei annullierten oder stark verspäteten Flügen (die Ankunft muss um mindestens drei Stunden verzögert sein), nachträglich finanzielle Entschädigungen geltend gemacht werden.

Entschädigungshöhe und Geltendmachung

Die Entschädigungshöhe bei Nichtbeförderung, Annullierung oder Verspätung ist in den Fluggastrechten genau festgelegt. Bei Flügen zwischen der EU und einem Nicht-EU-Land können je nach Flugstrecke 250 Euro, 400 Euro oder 600 Euro Entschädigung eingefordert werden. Da jeder Flug von Deutschland nach Mittelamerika über 3.500 km lang ist, sind hier im Fall der Fälle stets 600 Euro fällig.

Um die Entschädigung zu erhalten, muss der Fluggast sich mit der Kopie des Flugtickets und dem offiziellen EU-Flugastrecht-Beschwerdeformular an die entsprechende Fluglinie wenden. Je nach Einsicht der Fluglinie wird das Geld überwiesen oder ein Rechtsfall eröffnet. Natürlich scheuen viele einen Rechtsstreit mit der vermeintlich stärkeren Fluglinie und verzichten lieber auf die Durchsetzung ihrer Ansprüche. Alternativ können geschädigte Passagiere den Flugrechtedienstleister flightright mit der Durchsetzung der Rechte beauftragen. Das Unternehmen kümmert sich um die Entschädigungsforderung und verlangt nur im Erfolgsfall vom Fluggast eine Provision.

Ohne Risiko für Ärger entschädigen lassen

Niemand sollte auf seine Rechte als Fluggast verzichten. Die finanzielle Entschädigung ist unter Umständen zwar nur ein schwacher Trost zum Ärger, den man wegen der Verspätungen oder Annullierungen im Urlaub hatte. Aber gerade deshalb ist es umso wichtiger, wenigstens eine kleine Entschädigung zu erhalten, wenn der Traumurlaub in Mittelamerika schon einen schlechten Start hatte.


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