Froschgesang und Löwengebrüll: Wie sich travel-to-nature für den Artenschutz engagiert

16.05.2019 | Erstellt von Rainer Stoll

Was wäre ein Mittelamerika-Urlaub ohne Froschgesang und Vogelgezwitscher oder eine Afrika-Reise ohne Löwengebrüll? Kaum vorstellbar? Finden wir auch. Aus diesem Grund machen wir uns als Reiseveranstalter seit 25 Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt stark. Lest im Beitrag, wie wir dazu zwei Regenwald-Projekte initiiert haben und unterstützen, in denen sich seit Beginn der Arbeit einiges an Leben entwickeln konnte. Und das Beste: Ihr könnt sie sogar besuchen!

Erstmals seit vierzehn Jahren haben Forscher eine weltweite Bestandsaufnahme der Vielfalt der Arten vorgelegt. Dem Weltbiodiversitätsrat IPBES zufolge sind eine Million Tier- und Pflanzenarten mittlerweile vom Aussterben bedroht. Jetzt sind wir an der Reihe, etwas zu ändern und die Artenvielfalt bestmöglich zu erhalten. Man muss ja nicht gleich in Riesenschritten denken – obwohl es nötig wäre –, aber jeder kann einen kleinen Beitrag dazu leisten. 

Ecocentro Danaus – ein neu geschaffenes Paradies für Tiere und Pflanzen 

Wer konnte ahnen, dass auf einer brachliegenden Fläche einmal wieder umtriebiges Leben herrscht? Ein Wohnraum, in dem das Faultier in den Baumkronen frisst, der Kaiman im Teich umherschwimmt oder die Jesus-Christus-Echse gemütlich bei Nacht auf einem Ast verweilt. Wir jedenfalls nicht und doch ist mit ein wenig Arbeit aus „nichts“ ein artenreiches Stück Land geworden. 

Gemeinsam mit costa-ricanischen Freunden gründet Waschbär Reisen (woraus etwas später travel-to-nature entsteht) vor 25 Jahren das Ecocentro Danaus. Als erster Schritt werden auf vier Hektar Wiese einheimische Regenwaldbäume gepflanzt, um den Tier- und Pflanzenarten der Region eine neue Heimat zu bieten. Es dauert nicht lange und die ersten Arten siedeln sich an, was die Projektmitglieder motiviert, immer weiterzumachen. Es werden natürliche Teiche angelegt und Mitarbeiter zur Umweltbildung eingestellt. 25 Jahre später ist hier ein eigenes, kleines Ökosystem entstanden, das Besuchern offensteht. Das Ecocentro ist bei einem Costa-Rica-Aufenthalt auf jeden Fall ein Besuch wert. Bei Spaziergängen könnt ihr euch in dem vollständig bewaldeten Areal am Rande des Vulkan Arenal einen Überblick über die Aufforstungsarbeit verschaffen. Auch unsere Reisegruppen besichtigen das Ecocentro regelmäßig, um die dort lebenden Kaimane, Faultiere, Kahnschnäbel oder Rotaugenlaubfrösche zu suchen.

La Tigra Rainforest Lodge – eine Unterkunft mitten im Nirgendwo

Nachdem der Tourismus auch vor Costa Rica nicht Halt macht, möchten wir mit unserem Projekt „La Tigra“ in etwas größerem Stil den Artenschutz angehen. Auch hier haben wir vor vielen Jahren angefangen aufzuforsten und 2014 unsere eigene Regenwald-Lodge eröffnet. Hier könnt ihr quasi mitten im Nirgendwo bei Vogelgezwitscher, Froschkonzert und Grillen-Gezirpe übernachten – in einer natürlichen Umgebung, die durch den aktiven Artenschutz entstanden ist.

Mittlerweile gibt es auf dem Gelände einen eigenen Permakulturgarten, Frosch- und Fischteiche sowie diverse Wanderwege. Wenn ihr euch für einen Aufenthalt in der Lodge entscheidet, könnt ihr mit dem Pflanzen eines Baumes einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leisten. Adolfo und seine Mitarbeiter freuen sich immer sehr, wenn Gäste kommen, die sich mit dem Natur- und Artenschutz auseinandersetzen. Selbst wer anfangs noch zögert, ist spätestens dann mit Herzblut dabei, wenn er den Ausführungen von Adolfo gelauscht hat. Er verrichtet seine Arbeit mit so viel Hingabe, dass man gar nicht anders kann…

Reserva Bosque La Tigra – Artenschutz im größeren Stil 

Angeschlossen an das Areal der La Tigra Rainforest Lodge ist das Reserva Bosque La Tigra. Aus einer ehemaligen Maracujaplantage, die stark mit Pestiziden belastet war, wird hier mit Hilfe unserer Gäste ein artenreiches Biotop geschaffen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort haben wir uns vorgenommen, die Anzahl der Arten auf dem bisher ca. 40 Hektar großen Gebiet zu verdreifachen. Ein unabhängiges Institut wird das im Rahmen eines Monitorings kontrollieren. Das Projekt wird gemeinsam mit der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) durchgeführt, deren Mitarbeiter viel von ihrem Know-how einbringen. 

Mittlerweile konnte die Anzahl der Froscharten von drei auf bis heute 25 nachgewiesene Froscharten gesteigert werden. Und das ist super, denn Amphibien leiden am stärksten von allen gefährdeten Tierarten. Unsere Gäste helfen fleißig mit, denn wir inkludieren pro Gast 25 Euro in den Reisepreis, um für jeden einen Baum in unserem Projekt pflanzen zu können. So kann der Regenwald langfristig geschützt werden. Wenn ihr unser Projekt besucht bzw. in der La Tigra Rainforest Lodge übernachtet, könnt ihr diesen Baum selbst pflanzen. Da die Fläche rund um die Lodge voll bepflanzt ist, wird hier einfach weitergemacht. Dann bekommt ihr eine Urkunde mit den Koordinaten des Baumes und einer Beschreibung der Baumart. Wir pflanzen nur seltene, einheimische Baumarten an. Auch das ist ein Beitrag zum Artenschutz. 

Was haben wir bisher erreicht?

Inzwischen haben wir zwölf Teiche angelegt, um Amphibien anzulocken. Ebenso haben wir spezielle Früchte für Affen und Vögel angepflanzt, um ihnen ein Überleben zu sichern. Bei den Kolibris sorgen Helikonien und Zuckerrohr für einen leckeren Schmaus zwischendurch. Durch das Säen dieser Lieblingspflanzen hoffen wir, dass wir zukünftig viel Besuch der kleinen Flugkünstler bekommen. Auf unseren Kamerafallen haben sich bereits nach drei Jahren die seltenen Pekaris (eine Wildschweinart) und Kojoten gezeigt. Einer unserer Gäste hat sogar einen der scheuen Ozelote fotografiert. 

Das alles sind Indikatoren, dass es funktioniert, aus einer sterilen Wiese wieder einen intakten Lebensraum zu gestalten. Schon jetzt kann man auf acht Kilometer markierten Wanderwegen durch das Reserva Bosque La Tigra laufen. Ein traumhaft schöner Weg führt durch die Aufforstungsgebiete und durch teils unberührten Urwald. Wir als kleiner Veranstalter freuen uns, einen so wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten zu können. Auf dem Gebiet des Reserva Bosque La Tigra wird es zukünftig auch ein Ökozentrum geben, in dem Umweltbildung betrieben wird und wir so hoffentlich immer mehr Einheimische und Reisende für den Artenschutz begeistern können. Tourismus kann also auch Artenschutz – man muss es nur wollen. Macht auch ihr mit und besucht uns in der La Tigra Rainforest Lodge in Costa Rica!

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