Kleine Segler und große Kähne
12.06.2015 | Autor: Mariana Dentsch

Kleine Segler und große Kähne

Die Durchquerung des Panamakanals ist für viele ein Traum, der wahr wird – egal ob Ingenieure, die sich diese Meisterleistung einmal live ansehen wollen, Segler und Kreuzfahrer, die die Flasche Sekt köpfen sobald sie von einem ins andere Weltmeer fahren oder einfach auch ganz normale Menschen wie Du und ich. Aber eines ist klar, eine Bootsfahrt auf dem Panamakanal ist sicherlich ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Und so war es im April auch endlich bei mir so weit, denn obwohl ich jetzt mittlerweile schon so oft in Mittelamerika war habe ich es noch nicht geschafft den berühmten Panamakanal zu besuchen.

Noch im Morgengrauen werden wir vom Hotel im Stadtteil El Cangrejo abgeholt, ein Frühstückspaket in der Hand und frischen Kaffee organisiert von unserem netten Fahrer. Je nach Abfahrtszeit der Schiffe ist die Durchquerung mal frühmorgens, oder nachmittags erklärt er uns, oder auch einmal in entgegengesetzter Richtung von Gamboa zurück nach Panama City. Denn auf dem Kanal herrscht Einbahnverkehr! Am Anleger auf dem Amador Damm angekommen steigen wir bei etwas trüben schwül-warmen Wetter auf das Boot um, das uns für die nächsten 7 Stunden über den Kanal schippert. Die Fahrt beginnt damit, dass wir nach einer kurzen Erklärung des Ablaufs zu einem richtigen Frühstück unter Deck eingeladen werden, wo wir uns stärken. Es dauert nicht lange und man kann die ersten beeindruckenden Schnappschüsse machen. Vorbei an der höchsten Erhebung der Stadt, dem Cerro Ancón, erreichen wir die riesige Brücke Puente de las Americas über die auch die Panamericana führt, die Nord- und Südamerika miteinander verbindet. Und dann geht es in gemächlichem Tempo weiter zum ersten Highlight, den Miraflores Schleusen. Wir sind eines der letzten Schiffe, die an diesem Tag vom Pazifik in Richtung Atlantik geschleust werden. Zusammen mit uns fahren noch ein Frachter und ein kleines Segelschiff nacheinander in die Schleusen. Und dann werden alle drei Schiffe von den Schleusenarbeiter in Schwerstarbeit vertäut, es schließen sich hinter uns die mächtigen Schleusentore und wir merken spürbar wie sich unser Schiff in wenigen Sekunden hebt und der Pegel innerhalb der Tore zu steigen beginnt. Binnen weniger Minuten fließen so Unmengen an Wasser in die Schleuse und heben gleich mehrere Schiffe im Handumdrehen als wäre es ein Kinderspiel. Neben uns passiert das gleiche mit einem Autofrachter, der sage und schreibe 5000 PKWs geladen hat – nur mal so als „kleinen“ Vergleich was hier täglich bewegt wird.

Am Miraflores-See vorbei fahren wir in gemütlichem Tempo ein Stück weiter zur Pedro-Miguel-Schleuse, immer hinter dem Frachter und dem Segler her und gefolgt vom riesigen Autofrachter. Dann beginnt das Gleiche Prozedere von Neuem – einer nach dem anderen fährt in die Schleuse ein, die großen Frachter werden von den Lokomotiven ausgerichtet, die Tore schließen sich, und der Pegel hebt sich sichtbar. Die Schleusenmitarbeiter schwitzen mittlerweile nicht schlecht, denn die Sonne strahlt vom stahlblauen Himmel und auch auf unserem Ausflugsboot sind die Schatten mittlerweile sehr kurz geworden. Als wir aus der Schleuse heraus schippern und auch die zweite beeindruckende Jahrhundert - Brücke kommt es da nicht ungelegen, dass ein leckeres Mittagsbuffet unter Deck mit kühlen Getränken und in einem klimatisierten Raum angerichtet wurde. Der Rest der Fahrt verläuft dann sehr ruhig, bis die ersten riesigen Containerschiffe von der Atlantik-Küste entgegen kommen. Und auch die riesigen Schaufelbagger am Kanalrand, die die riesigen Schaufeln in den Grund schlagen, sind imposante Fotomotive. 

Wir kommen in der Nähe von Gamboa an und verlassen unser Boot wieder für die Rückfahrt in unser Hotel, bei der wir teilweise entlang des Kanals zurückfahren und unter anderem die beiden Frachter wieder entdecken, die vor und hinter uns gefahren sind. Diese müssen für heute leider einen Ankerplatz suchen, denn sie waren zu spät dran und haben es nicht mehr geschafft. Für zwei dieser Riesen ist der Kanal hier nämlich auch nach dem Ausbau weiterhin tatsächlich zu schmal. Trotzdem – dieses Bauwerk ist sicherlich eines der beeindruckendsten die man in Mittelamerika zu sehen bekommt!

  • Panama Panamakanal Schleusen von oben
  • Panama Panamakanal Schleusen
  • Panama Panamakanal Schleusen
  • Panama Panamakanal Schleusen
  • Panama Panamakanal Schleusen
  • Panama Panamakanal Containerschiff
  • Panama Panamakanal Containerschiff

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