Kubanisch ist nicht gleich "Spanisch"
27.05.2015 | Autor: Enrique Perez

Kubanisch ist nicht gleich "Spanisch"

Ich bin Kubaner und spreche kubanisch, streng genommen ist es „castellano“ aber auch nicht ganz. Auf Kuba lernen wir alle „hochspanisch“ - in der Schule und an der Universität - wir können es auch, aber unter uns bevorzugen wir die regional stark eingefärbten Varianten. Wer schon einmal auf Kuba war und eigentlich spanisch versteht, weiß, wovon ich spreche.

Einmal hatte ich beispielsweise Kunden aus Spanien (damals war ich Trekking Guide) alles war in Ordnung (sprachlich) bis der Fahrer und ich uns unterhielten … da kamen die Kommentare (gar nicht böse gemeint): „Was habt ihr mit dem castellano gemacht!!?“, und „Wir verstehen kaum was“, „Wie kann das sein!?“. Wir haben uns dann natürlich einen Spaß draus gemacht und uns absichtlich auf „hardcore kubanisch“ unterhalten – die Reaktionen der spanischen Touristen immer im Blick. Es war sehr amüsant: Alle (absolut alle) saßen nach vorne gebeugt da und haben angestrengt versucht, herauszufinden, worum es in unserem Gespräch ging … vergeblich und von einem frustrierten Schlag auf den Oberschenkel oder die Armlehne konnten wir von hinten hören „Ich versteh überhaupt nichts … und du?“ - wir haben uns jedes Mal halb Tod gelacht! Es versteht sich von selbst, dass wir Ihnen anschließend alles noch mal in einem „gesitteten“ castellano erklärt haben.

Aber was kann man erwarten? Die Spanier sind seit 1899 aus Kuba weg … was wir mit dem "castellano" gemacht haben? - Was wir wollten! So schwierig ist es aber auch wieder nicht. Wir sind nett und sprechen Hochspanisch mit unseren Gästen und die verstehen uns dann auch ohne Probleme … und wenn nicht, dann wiederholen wir alles noch mal etwas langsamer. Der Altersunterschied in Kuba ist nicht so alt wie in anderen Ländern und Regionen wie zum Beispiel hier in Europa. Bei uns gibt es keine Dialekte in dem Sinne, wie hier in Deutschland, wo man erkennen kann, ob jemand aus dem Ruhrpott, Franken, aus Südbaden oder aus Sachsen kommt. Über die „Schwyzer“ möchte ich auch nicht lange reden! Aber bei uns gibt es drei regional eingefärbte Varianten, die von den jeweiligen (stolzen) Sprechern genutzt werden und zweifelsohne von jedem Kubaner identifiziert werden können:

Westen mit Havanna: stärkster und unsauberster Akzent - also, meiner. So was von schön!!!
Zentrum mit Camagüey: schönstes „Kubanisch“ im ganzen Land. Sehr klar, korrekt und neutral
Osten mit Santiago: als führender in der ganzen Region Immerhin verstehen wir uns alle untereinander, trotz verschiedener Akzente.

Natürlich machen wir uns trotzdem über die anderen lustig und ziehen uns gegenseitig damit auf, aber das ist immer nett gemeint und NIE abwertend. Wie oft ich im Osten imitiert wurde und wie gern ich das gehört habe … Das ist wie Musik in meinen Ohren!


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