Lebensfreude pur & unberührte Geheimtipps mitten im Paradies
26.04.2016 | Autor: Enrico Faustmann

Lebensfreude pur & unberührte Geheimtipps mitten im Paradies

Wieder on the Road passieren wir eine absolut atemberaubende Landschaft. Grüne Hügel und kleine Dörfer in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Unser Mietwagen ist hier mit Abstand das modernste Fortbewegungsmittel, auf unserem Weg in die Bergregion Kubas sehen wir fast ausschließlich Pferdefuhrwerke und Eselskarren.

Doch bevor wir das wunderschöne Trinidad besuchen, legen wir noch einen Stopp in den Wäldern der Sierra Escambray ein. Der Weg dorthin gestaltet sich abenteuerlich – die Straßen sind teilweise extrem steil und durch das feuchtwarme Klima ist der Asphalt hier sehr in Mitleidenschaft gezogen und so faltig wie die Haut eines 90-Jährigen. Aber die Strapazen (für unser Auto) zahlen sich aus – von den Höhenzügen der Topes de Collantes hat man einen herrlichen Blick auf die Küste und es ist zur Abwechslung mal angenehm kühl.

Bis zu unserer Unterkunft ist es nun auch nicht mehr allzu weit, etwa eine Stunde später erreichen wir unsere Bleibe für die kommenden zwei Tage – das Hotel Los Helechos. Es liegt inmitten des Nationalparks Topes de Collantes und bietet daher spitzen Voraussetzungen für ausgedehnte Wanderungen. Wir verstauen also zügig unser Hab und Gut und begeben uns direkt auf Erkundungstour. In dieser Region Kubas trifft man auch auf viele Einheimische Urlauber, anders als zum Beispiel an den Stränden Varaderos – wo es Kubanern nicht gestattet ist. Die Urlauber, mit denen wir uns die Anlage teilen, sind wie gewohnt bester Laune und superfreundlich. Wir werden auch direkt eingeladen uns zu ihnen zu setzen – aber Domino und Rum heben wir uns lieber für später auf und verabschieden uns freundlich. Man muss dazu sagen, sie haben uns nur gehen lassen, weil wir versprochen haben am Abend dazu zustoßen. Es ist wirklich immer wieder erfrischend und absolut bewundernswert, wie viel Energie und Lebensfreude in diesem Völkchen steckt.

Ein paar Hundert Meter weiter stehen wir inmitten des Nationalparks und sind umgeben von nichts als Ruhe. Wir fühlen uns wie Alice im Wunderland – überall stehen riesige Farne und mit Moss bewachsene Bäume erstrecken sich bis in den Himmel. Wir folgen einem schmalen Pfad und stoßen auf eine Lichtung und zu unserer Überraschung befindet sich auf dieser Lichtung ein kleines Kaffeehaus. Das kommt uns wie gerufen, denn auf einen leckeren kubanischen Kaffee haben wir jetzt so richtig Lust und wir werden nicht enttäuscht: uns erwartet eine exotische Auswahl der besten heimischen Kaffeesorten, außerdem gibt es Eis und Liköre.

Pünktlich zum Abendessen sind wir zurück im Hotel und statt der erwarteten Party finden wir unsere kubanischen Freunde ganz gesittet am Büffet wieder. Das kulinarische Angebot ist der Wahnsinn und wir lassen es uns so richtig gut gehen. Mit vollem Magen geht es dann nur noch in die Horizontale – der Schlaf ruft! Wie gewohnt sind wir bereits in aller Frühe wach, und als ich nach dem Frühstück auf meine Uhr schaue, zeigt die gerade mal halb sieben Uhr morgens an. Ausgestattet mit einem Lunchpaket machen wir uns zu Fuß auf in den Nationalpark – diesmal wollen wir es etwas weiter schaffen, als bis auf die Lichtung vom Vortag. Ein Kubaner hat uns von einem versteckten Wasserfall erzählt. Den gilt es heute zu finden. Nach einigen Stunden wandern über Stock und Stein, durch wunderschöne Täler und über bewachsene Bergrücken hören wir dann ein entferntes Rauschen. Und dann liegt er vor uns: ein Wasserfall mitten im Paradies. Wir sind auf unserem Weg hierher keiner Menschenseele begegnet und auch an diesem magischen Ort ist niemand. Das Wasser rauscht über unzählige Kaskaden in einen natürlichen Pool. Es ist wie in einem Film und kaum zu glauben, dass wir hier völlig alleine sind. Ruckzuck liegen die überflüssigen und verschwitzten Kleider am Boden und wir springen ins erfrischende Nass. Wie kleine Kinder toben wir unterhalb des Wasserfalls und schwimmen natürlich auch durch die herabprasselnden Massen hindurch. Es ist einfach genial! Nach einigen Stunden treten wir den Rückweg an und staunen, wie schnell unsere Körper wieder völlig verschwitzt sind, wie schön wäre es jetzt noch einmal schnell im kühlen Nass des Wasserfalls zu baden – unsere Stoßgebete werden erhört – und kurz vorm Ziel öffnet sich der Himmel und ein tropisches Gewitter zieht über uns hinweg.

Glücklich, wenn auch völlig durchnässt und schlammig bis zu den Knöcheln erreichen wir unseren Bungalow. Nach einer ausgiebigen Dusche finden wir uns dann am abwechslungsreichen Büffet wieder und stillen unseren Hunger. So ein Tag an der frischen Luft macht wirklich hungrig. Den Rest des Abends verbringen wir ganz gemütlich auf unserer Terrasse. Mit einem kühlen Bierchen, etwas Rum und einer leckeren Zigarre lassen wir diesen absolut gelungenen Tag ausklingen.

Für alle die das grüne Paradies der Insel erkunden möchten, haben wir viele verschiedene Kuba-Reisen zusammengestellt. 

  • Kuba Hanabanilla Pferde am Wasser
  • Kuba Todis Multicolor, Cartacuba
  • Kuba Hanabanilla Regenwald Baum
  • Kuba Hanabanilla Wasserfall
  • Kuba Blick auf Sierra del Escambray
  • Kubaner beim Domino spielen
  • Reiter auf dem Feld
  • Kuba Hanabanilla Regenwald Ausblick

Das könnte euch auch gefallen

Bunte Oldtimer auf Kuba
· Reiseberichte · Karibik
3 Wochen Kuba - Ein ganz persönlicher Reisebericht

Reisebericht drei Wochen Kuba mit travel-to-nature. Zwei Reisende berichten von ihren Erlebnissen auf der größten Antilleninsel.

von Enrico Faustmann
Kuba Blutfleckspecht - Cuban Green Woodpecker
· Reiseberichte · Karibik
Vogelbeobachtung auf Kuba

Wieso sollte ein Vogelbeobachter ausgerechnet nach Kuba? Diese Frage möchte ich euch mit diesem Beitrag beantworten, ich hoffe, es gelingt mir, denn es ist wirklich ein außergewöhnlich interessantes Vogelbeobachtungs-Ziel. Um es ganz kurz zu machen, es sind die endemischen Vogelarten, die den Reiz...

von Rainer Stoll
· Allgemeines · Karibik
Schach spielen auf Kuba

Im Mai 2017 lernte ich Ernesto eher zufällig kennen. Ich war in Trinidad unterwegs und wie üblich zog es mich an den Platz, auf dem Schach gespielt wurde. Ich setzte mich zu einem jungen Mann und war bereit, eine gute Partie abzuliefern. Gefährlich konnte mir der „Kleine“ ja nicht wirklich werden....

von Enrique Perez

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK