On Tour durch Guatemala (1): Ein Land voller Überraschungen
16.11.2018 | Autor: Jara Schreck

On Tour durch Guatemala (1):

Ein Land voller Überraschungen

Nachdem wir schon viele Länder Mittelamerikas bereist haben – Nicola hatte sich zunächst in Nicaragua verliebt, besuchte dann noch Costa Rica, El Salvador, Honduras und Belize. Jara zog es nach einem 6-monatigen Aufenthalt in Costa Rica weiter nach Nicaragua und Panama. Dennoch gab – gab es immer noch ein Land, das wir auf unserer Rubbel-Weltkarte bisher noch nicht mit einer Münze bearbeiten konnten: Guatemala! Wir haben viel erlebt auf unserem Trip und erzählen euch ausführlich von unseren Stationen.

Wir haben beide so viel über das Land gelesen und gehört, oft dazu beraten und Reisen dorthin verkauft, sodass die Neugierde immer größer wurde. Auch wenn (oder gerade weil?) wir bei unserer Planung immer die Hinweise im Kopf hatten, die wir selbst schon so oft ausgesprochen haben, wollten wir das Abenteuer wagen. Trotz dessen, dass der Verkehr ziemlich chaotisch sein kann und auch für Landeskundige oft eine Herausforderung darstellt, haben wir uns in einen Mietwagen gesetzt. OK, nicht allein zugegebenermaßen, denn wir waren mit einem Fahrer unterwegs.

Wir sind schon viel gereist, auch in Regionen, die als nicht ganz so sicher gelten, und haben daher der lang geplanten Reise entspannt und dennoch mit viel Spannung auf das bisher Unbekannte entgegengeschaut. Am besorgtesten waren vermutlich die daheim gebliebenen Eltern und Großeltern, die wir jedoch schon ganz bald beruhigen konnten – nachdem wir nach der ersten Nacht in Antigua aufgewacht sind und uns mit einem leckeren Frühstück mit Saft und duftendem Kaffee für die weiteren Erlebnisse gestärkt haben. 

Am Flughafen wurden wir bereits von unserem unglaublich liebenswerten Fahrer Marco Antonio empfangen, der uns in den nächsten 3 Wochen nicht nur sicher und souverän durchs ganze Land gebracht hat, sondern auch zu einem richtigen Freund wurde. Unsere Eindrücke der Reise und der einzelnen Stationen haben wir für euch im Folgenden einmal zusammengefasst – wer gerne noch mehr wissen möchte, darf uns natürlich jederzeit mit Fragen bombardieren. Denn all die vielen Erlebnisse und Eindrücke in Worte zu fassen und sich dabei auch noch kurz zu halten, ist gar nicht so einfach!

Koloniale Gebäude und bunte Kirchen in Antigua

Die ehemalige Hauptstadt Guatemalas erreichten wir vom Flughafen in Guatemala City in etwas mehr als einer Stunde. Nicht ohne Grund ist Antigua für viele Reisende die erste Anlaufstelle und ist aus keinem Reiseprogramm wegzudenken: Koloniale Gebäude, bunte Kirchen, grüne Parks, in denen die in Tracht gekleideten Guatemalteken ihre Freizeit verbringen. Hier kann man wunderbar durch die Gassen schlendern, in einem der vielen Restaurants lecker Essen und sich ein kühles Gallo (das wohl bekannteste Bier Guatemalas) gönnen, sich mit bunten Stoffen oder duftendem Kaffee eindecken oder auch viele Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Antigua sollte bei keiner Guatemala-Reise fehlen und man kann hier gut ein paar Tage verbringen!

Antigua Zentrum, Guatemala

Historisches Gebäude in Antigua, Guatemala

Hinauf in die Höhen des Pacaya

Was natürlich nicht fehlen durfte, war eine „Vulkanbesteigung“ – und hierfür bietet sich der Vulkan Pacaya an. Der Vulkan befindet sich – je nach Verkehr – etwa eine Stunde von Antigua entfernt und da wir eine gute Sicht erwischen wollten, ging es für uns bereits um 6 Uhr morgens, ausgerüstet mit einem Frühstückspaket, am Hotel los. Gegen 7 Uhr kamen wir dann am Startpunkt an. Hier haben wir uns erst einmal alle gerüstet: für unseren Knie-Verletzten Mitreisenden ging es aufs Pferd (als blutiger Anfänger hat er sich sehr gut geschlagen) und wir anderen haben uns für 5 Quetzales (ca. 60 Cent) Wanderstöcke besorgt, was sich definitiv gelohnt hat. Begleitet von einem sympathischen, englischsprechenden Reiseleiter, ein paar Pferden und einigen laufbegeisterten Hunden ging es los – stetig bergauf, sodass wir immer mal wieder Pausen einlegen mussten (dank der Hitze in Deutschland den Sommer über hat unser Konditionstraining ein wenig gelitten).

Bei jeder Pause witterten die Pferdeführer ihre Chance, uns noch ein Pferd anzudrehen – wir sind aber standhaft geblieben. Nach etwa einer Stunde mit immer wieder tollen Ausblicken auf die umliegenden Vulkane kamen wir oben an – nicht direkt auf dem Vulkan, sondern auf einem Nebenhügel mit tollem Blick auf den Pacaya mit schwarzen, dampfenden Lavafeldern und vereinzelt auch roten Lavabrocken, die den Berg hinabrollten. Den Ausblick mussten wir erst einmal genießen, bevor unser Tourguide uns über eines der noch warmen Lavafelder führte – hier spürt man tatsächlich die Erdwärme, fast wie eine natürliche Sauna. Anschließend ging es in etwas schnellerem Tempo, aber nicht weniger anstrengend, wieder bergab. Erschöpft, glücklich und stolz, dass wir den Aufstieg gemeistert haben, kamen wir wieder am Startpunkt an. Ein definitiv empfehlenswerter Ausflug für jeden, der gut zu Fuß ist. Eine Grundkondition sollte schon vorhanden sein, aber mit ein paar Pausen kommt jeder den Berg hoch!

Vulkankette in Guatemala

Indigene Dörfer rund um den Atitlán-See

Ein weiterer Stopp unserer Rundreise durch Guatemala war der Atitlán-See, der eigentlich auch auf keiner Reise fehlen sollte. Der Atitlan-See ist der zweitgrößte See Guatemalas und umgeben von viel Natur sowie den Vulkanen Tolimán, Atitlán und San Pedro. Um den See herum gibt es noch viele indigene Dörfer, die man besuchen kann, teils fast nur per Boot erreichbar. Hier sollten wir die nächsten 3 Nächte nahe des kleinen Dorfes El Jaibalito verbringen, in der wunderschönen Unterkunft Casa del Mundo. Unser Fahrer hat uns bereits in Panajachel verabschiedet, wo wir samt Gepäck auf ein Boot umgestiegen sind und etwa 20 Minuten bis zum Hotel gefahren sind. Die Aussicht auf den See und die Umgebung ist atemberaubend! Sicher wäre es für uns noch beeindruckender gewesen, wenn die Vulkane nicht wolkenverhangen gewesen wären.

Wie bereits erwähnt, sind die umliegenden Dörfer noch sehr traditionell und diese durften wir auf einer Bootstour am nächsten Tag besuchen. Unser erster Stopp war San Juan La Laguna, wo wir bereits am Bootssteg von Maria empfangen wurden, die uns ihre Frauen-Kooperative vorstellen wollte. Wir besuchten zunächst einen Stoffladen, wo uns im hinteren Teil des Ladens erklärt und vorgeführt wurde, wie die Frauen Stoffe herstellen, färben und zu vielen typisch bunten Produkten wie Stofftieren, Kleidern, Tischdecken, Mappen und vielem mehr verarbeiten. Auch ein Projekt zur Verarbeitung von Heilpflanzen sowie Schokolade (ist das nicht auch eine Heilpflanze?) wurde uns gezeigt. Schwer beeindruckt und mit einigen Einkäufen beladen ging es wieder aufs Boot und weiter nach Santiago Atitlán, das vor allem durch den Kultheiligen Maximón bekannt ist. Die Heiligenfigur wandert alljährlich in großer Zeremonie von Haus zu Haus, wird stets bewacht und mit Zigarren und Rum zur Hervorbringung seiner Heilkräfte gebeten. Nachdem wir schon sehr viel Zeit in San Juan La Laguna verbracht hatten, schauten wir nur kurz bei Maximón vorbei und mussten dann schon wieder zurück zum Boot, denn durch das Zusammenspiel der Winde wird es ab ca. 14 Uhr recht unruhig auf dem See – wer das Bootfahren generell nicht gut verträgt, sollte eine Fahrt am Nachmittag möglichst vermeiden!

Ebenfalls lohnenswert zu besuchen ist das Naturreservat Atitlán – eventuell auch ein schöner Stopp auf der Weiterfahrt zur nächsten Station. Hier gibt es einen tollen Schmetterlingsgarten und einen schönen Wanderweg über Hängebrücken und vorbei an Nasenbären, Kolibris und Klammeraffen. Wer den Berg bis ganz hochlaufen möchte, kann sogar nochmal einen schönen Ausblick über den See und auf die Vulkane erhaschen!


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