Tipps wie ihr nachhaltig und umweltverträglich reisen könnt
07.08.2017 | Autor: Natalie Rinas

Nachhaltig und umweltbewusst

15 Tipps,wie ihr nachhaltig reisen könnt

Für viele von euch ist Urlaub das Highlight im Jahr. Manch einer verreist mehrmals über das Jahr verteilt und andere wiederum nur einmal und dafür vielleicht etwas weiter weg. Aber egal wohin es euch verschlägt, ob ihr einfach nur entspannte Tage am Gardasee verbringt oder auf Trekkingtour durch Südamerika geht, ihr solltet Wert darauf legen möglichst nachhaltig und umweltverträglich zu reisen.

Gegenwärtig ist Reisen nicht mehr nur den gut betuchten einer Gesellschaft vorenthalten, sondern zugängig für die „breite Masse“ und das führt dazu, dass aktuell mehr Menschen als jemals zuvor ihre Taschen packen und sich in die weite Welt hinaus begeben. Das ist wundervoll, denn Reisen bildet und prägt uns als Individuen mehr als alles andere. Trotzdem ist es, unter anderem aufgrund der Menge an Reisenden, wichtig darauf zu achten WIE man reist. Für uns als nachhaltiger und umweltbewusster Reiseveranstalter gehört soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu den Grundpfeilern unserer Philosophie. Jedoch ist es für jedermann relativ einfach diese Punkte auf Reisen zu berücksichtigen, wie ihr das anstellen könnt verraten wir euch in den folgenden Zeilen.

Laut der UN bedeutet Nachhaltigkeit „Die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, unter dem Aspekt die Bedürfnisse nachfolgender Generationen zu berücksichtigen und nicht zu gefährden.“ Nachhaltiges Reisen folgt diesem Prinzip: man sollte (egal wo man unterwegs ist) Entscheidungen ökologischer, kultureller und ökonomischer Art bewusst treffen. Jetzt denkt ihr euch wahrscheinlich „Ich hab zwei Wochen Urlaub im Jahr und da möchte ich nicht unbedingt zelten und wandern.“ Aber keine Sorge, ökofreundlich Reisen ist trotzdem möglich:

  1.  Bewegt euch abseits des Massentourismus – gemeint sind nicht verbotene Routen oder Wanderpfade, sondern weniger gehypte Orte und Sehenswürdigkeiten. Damit erspart ihr euch zum einen langes Warten und überfüllte Attraktionen und ihr unterstützt gleichzeitig die lokalen Anbieter vor Ort. Die meisten Hauptattraktionen eines Landes werden von wenigen Veranstaltern dominiert.
  2. Solltet ihr nahe eurer Heimat unterwegs sein, oder auf einem Kontinent verweilen (natürlich gibt es Ausnahmen wie Asien zum Beispiel) dann vermeidet es, zu fliegen. Busse, Züge, Autos und Boote stoßen weniger CO2 aus als Flugzeuge.
  3. Wenn ein Flug unumgänglich ist, zum Beispiel weil ihr einen Ozean überqueren müsst, dann versucht, den durch euren Flug entstandenen CO2-Ausstoß auszugleichen. Organisationen wie Atmosfair berechnen je nach Flugstrecke den von den Emissionen abhängigen Geldbetrag, der bei der Flugbuchung bezahlt wird und dann für Klimaschutzprojekte in Ländern eingesetzt wird, in denen bisher wenig für den Umweltschutz getan wird. Selbstverständlich ist dieses sogenannte Carbon Offset nicht die Lösung des Problems, aber bis eine umweltverträglichere Variante es uns ermöglicht ins Flugzeug zu steigen ohne die Luft derart zu verschmutzen ist es besser als nichts. Achtung: viele Fluggesellschaften setzen jetzt auf eine grüne Linie und lassen Boeings bauen, die weniger Treibhausgase ausstoßen.
  4. Achtet auf das Gewicht eures Gepäcks. Es ist kein Ammenmärchen – im Urlaub und auf Reisen merkt man, dass, man viel weniger braucht als man annimmt. Überdenkt also vorher, ob ihr tatsächlich 4 Paar Schuhe und zig Wechselklamotten benötigt, denn nicht nur beim Fliegen macht das Gewicht eures Gepäcks den Unterschied aus, auch beim Autofahren verbraucht ein leichteres Fahrzeug deutlich weniger Sprit als ein schwer bepacktes.
  5. Stichwort Mietwagen: mietet euch, je nach Verfügbarkeit, einen Hybrid oder ein Elektroauto. Das ist natürlich noch nicht überall auf der Welt möglich, aber wenn ihr die Wahl habt, dann solltet ihr euch für eines der Modelle entscheiden. Sie sind wesentlich umweltfreundlicher als ein Benziner oder Diesel.
  6. Nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel vor Ort. Es ist nicht nur billiger, sondern auch umweltfreundlicher. Ein Bus kann viel mehr Menschen auf einmal von A nach B transportieren als ein Auto und oftmals bekommt man erst durch das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einen authentischen Eindruck von Land und Leuten.
  7. In größeren Städten habt ihr mittlerweile überall auf dem Globus die Möglichkeit euch Fahrräder zu leihen und auf zwei Rädern, ganz ohne CO2-Ausstoß, die Attraktionen der Stadt zu erkunden. Es ist günstig und noch dazu gesund, denn ihr tut was für eure Fitness.
  8. Wer nicht gerne Fahrrad fährt, der kann das grünste aller Fortbewegungsmittel nutzen, nämlich seine eigenen zwei Füße. Also nichts wie los ins Abenteuer!
  9. Achtet bei der Wahl eurer Unterkunft darauf, ob die Betreiber Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit legen. Bei der Wahl unserer Lodges und Hotels haben wir genau auf diese Punkte großen Wert gelegt. Woher bezieht eure Unterkunft zum Beispiel ihren Strom, wird Wert gelegt auf die Nutzung recycelter Produkte vor allem in Sanitärbereich und was bekommt ihr auf den Teller und ist die Unterkunft in Einheimischen Händen (sollte sie von Ausländern geführt sein), sind die Angestellten aus der näheren Umgebung und vor allem werden Sie fair behandelt und entlohnt.
  10. Room Service: zu Hause benutzen wir auch nicht jeden Tag frische Bettwäsche und Handtücher, weshalb sollten wir das im Urlaub tun. Lasst das Servicepersonal einfach wissen, dass ihr auf diesen Service keinen gesteigerten Wert legt.
  11. Versorgt euch mit ökofreundlichem Duschgel und Shampoo. Von der Zahnpasta bis hin zum Haarspray gibt es mittlerweile alles auf biologische und vegane Art und Weise. Holt euch schon vor der Reise beim Drogerie- oder Naturfachmarkt eures Vertrauens alles, was ihr an Kosmetika braucht, und achtet darauf, dass das Zeug was ihr euch auf Haut und Haare schmiert, weder euch noch der Umwelt schadet.
  12. Bereitet euch vor eurer Reise ein bisschen auf das Reiseland vor. Belest euch ein wenig hinsichtlich Geschichte, lokale Bräuche, Traditionen, Gerichte aus der einheimischen Küche. Lernt ein paar Umgangsphrasen wie „Hallo“, „Danke“ und so um den Menschen vor Ort zu zeigen, dass ihr auch interessiert seid an ihrer Kultur und nicht nur an ihren Stränden.
  13. Unterstützt die lokale Bevölkerung und esst in lokalen Restaurants, die ihre Zutaten aus der Region beziehen, kauft frisches Obst und Gemüse auf den lokalen Märkten. Wenn ihr euch oder den Zuhausegebliebenen eine Freude machen wollt, dann kauft Souvenirs und selbst hergestellten Schmuck bei kleinen Händlern vor Ort. In Lateinamerika entdeckt man die größten Schätze meist an den zahlreichen bunten Straßenständen.
  14. So wie hierzulande solltet ihr auch auf Reisen darauf achten, unnötige Käufe und Nutzung von Wegwerftüten zu vermeiden. Man kann sich von zu Hause einfach einen Beutel mitnehmen und den im Urlaub einsetzen.
  15. Unter keinen Umständen solltet ihr an Aktivitäten oder Ausflügen teilnehmen, die Tiere in Gefangenschaft fördern oder unterstützen. Schaut immer genau auf den Tourenanbieter und womit er wirbt: Auf Delfinen reiten, Meeresschildkröten bei ihrer Eiablage stören und mit Haien schwimmen sind absolute No-Gos. Überlegt einfach selbst und wählt weise, denn alle Dinge, die diese wilden Tiere in freier Wildbahn und unter natürlichen Umständen nicht tun würden, sind erzwungen und schaden ihnen. Wenn ihr beispielsweise Wale sehen wollt, dann informiert euch vorher über die Tourenanbieter und schaut genau hin, wie tierfreundlich und umweltverträglich sie arbeiten. Tiere in ihrem gewohnten Umfeld und ohne sie zu stören zu beobachten ist natürlich ok, es ist aber eben einfach nicht bei allen Lebewesen dieser Welt möglich.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen: Bitte achtet die Umgebung und die Natur des Landes, in das ihr reist. Macht Fotos und hinterlasst nichts weiter als euren Fußabdruck. Lasst euren Müll nicht einfach liegen, sondern nehmt ihn wieder mit oder räumt ihn in dafür vorgesehene Behälter. Nehmt keine Pflanzen oder gar Tiere mit. Achtet Mensch, Tier und Natur!

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