Wirbelstürme in Kuba
11.09.2015 | Autor: Enrique Perez

Wirbelstürme in Kuba

Bei dem Wort "Hurrikansaison" bekommen die meisten Menschen Gänsehaut. Nicht aber unser Kuba-Spezialist und gebürtiger Kubaner Enrique. Wie er hier berichtet ist für ihn die Hurrikansaison auf Kuba immer eine tolle Zeit gewesen:

Offiziell geht die Hurrikansaison in der Karibik von Mitte August bis Mitte November, aber die Anzahl und die Stärke von den Wirbelstürmen ist immer unterschiedlich. Da spielt Glück (oder Pech) eine sehr wichtige Rolle: Meine Frau wohnte 2 Jahre in Kuba und konnte (leider) keinen einzigen „Ciclon“ miterleben. Ich sag „leider“, weil es in Kuba in der Regel überhaupt nicht gefährlich ist, oder zumindest nicht so gefährlich wie in anderen Ländern.

Für viele ist es eher eine tolle Zeit: die meisten müssen nicht zur Arbeit gehen, keiner muss zur Schule… toll!! Der kubanische Staat stellt außerdem extrem viele Mittel und Personal zur Verfügung, um für die Hurrikansaison gewappnet zu sein. Es gibt sogar eine Spezialabteilung der Armee, die „Defensa Civil“,  die nur für Katastrophen zuständig ist. In Kuba beginnt man schon rechtzeitig mit den Vorbereitungen für die jährliche Hurrikansaison und nicht erst, wenn das „Problem“ direkt vor der Tür steht. Kündigt sich ein Wirbelsturm an, so werden eine Woche vorher z.B. alle Einwohner samt Tieren und Wertsachen evakuiert und an einen sicheren Ort gebracht. Dies sind in der Regel stabilere Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, große Banken, Sporthallen, etc. und da bleiben sie bis die Gefahr vorbei ist. In den Schutzunterkünften werden sie versorgt und sind in Sicherheit. 

Für diejenigen, die schon in relativ sicheren Gebäuden leben, ist diese Zeit (die Vorbereitung auf einen „Ciclon“) sehr schön. Bei mir im Dorf haben wir – damals junge Männer zwischen 16 und 20 –  freiwillig eine Brigade organisiert, um der Gemeinde zu helfen. Wir haben zunächst den älteren und kranken Menschen in unserem Dorf geholfen und dann unseren eigenen Familien. Zu unseren Aufgaben gehörten Fenster und Türe sichern (mit Holzbrettern zusammennageln und mit Lappen oder Nylon dann die Lücken schließen), Kanalisierungen reinigen und freischaufeln, Gegenstände am Boden festmachen (Baumaterial, Pflanztöpfen, Hundehütte, Wasserspeicher, usw.), sowie lose Dachziegel, Deckel von Wasserspeichern, Zäunen, Gitter, etc. festbinden oder sogar zusammenschweißen. Die meisten von diesen Maßnahmen bleiben so bis die Hurrikansaison vorbei ist, andere müssen jedes Mal, wenn der Sturm vorbei ist, wieder abmontiert werden. 

Das schönste an den Hilfsarbeiten war, dass obwohl wir freiwillig gearbeitet haben, immer Mittag- und Abendessen spendiert bekommen haben – und fast immer auch Bier oder am besten Rum und das meistens von jedem Haus…So macht Helfen Spaß!

  • Kuba Hanabanilla bunte Huette

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