Ya man! Rasta, Reggae und LINKSverkehr - Ein Reisebericht aus Jamaika (Teil 4)
25.06.2013 | Autor: Mariana Dentsch

Ya man! Rasta, Reggae und LINKSverkehr - Ein Reisebericht aus Jamaika (Teil 4)

Sicherheit beim Reisen – nooo problem Ma‘am
Meine Tante und ich machen, so wie die Mehrheit der travel-to-nature Reisenden meistens Rundreisen, entweder mit Transfers und / oder mit dem Mietwagen, weil wir natürlich so viel wie möglich vom Reiseland sehen möchten und wir ohnehin nicht die 14-Tage-am-Strand-Lieger sind (dafür würden wir nicht so lange fliegen).

 Die Sicherheit ist natürlich für uns als Frauen auch immer ein wichtiges Thema beim Reisen. Nun haben wir festgestellt, dass es auf Jamaika eher ungewöhnlich ist, dass jemand eine Rundreise macht. Viele legen sich tatsächlich zum Brutzeln für eine oder zwei Wochen in die tropische Sonne und unternehmen allenfalls einmal einen Tagesausflug, wo sie dann mit dutzenden anderen Touristen die vermeintlichen Highlights zu Gesicht bekommen. Wir hingegen hatten neun Tage Zeit um die Insel kennenzulernen und sogar ein recht straffes Programm, das uns vom Jamaican Tourism Board organisiert wurde. Unsere geplante Route ware eigentlich Montego Bay – Negril – Bluefields/Black River – Mandeville – Ocho Rios – Port Antonio – Morant Bay – Blue Mountains – Kingston gewesen, wenn Hurrikan Sandy (siehe Bericht Teil 3) nicht gewesen wäre. Und, was noch viel ungewöhnlich war, wir sollten selbst mit dem Mietwagen fahren.

Drei Dinge, die für die einheimische Bevölkerung mehr als befremdlich zu sein schien – zwei weiße Frauen – alleine – unterwegs mit dem Mietwagen. Nicht selten haben wir bei den Durchfahrten durch kleinere Orte, bei unvermeidlichen Stopps an Ampeln oder beim Fragen nach dem Weg verwunderte Blicke geerntet. An sich haben wir uns dennoch in den meisten Augenblicken sicher gefühlt. Grundsätzlich gilt wie bei allen Reisen mit gesundem Menschenverstand und einem wachen Auge zu reisen.

Als größte Belästigung empfanden wir die teilweise doch recht aufdringlichen Scheibenputzer und Brillen- sowie Verkäufer sonstiger achso nützlicher Alltagsgegenstände. Zum Teil hatten wir keine Chance, weil wir mitten auf der Kreuzung vorankrochen und unsere Scheibe im Mitlaufen schnell mal gereinigt wurde. Als wir dann nicht zahlen wollten, obwohl wir bereits vorher unserer Meinung eindeutig mit Gesten und Worten zu Verstehen gegeben haben, dass die Scheibe mehr als sauber ist, haben wir oft den verständnislos gebrüllten Satz gehört „Dads hao we mek a living heere“. Eine echte Gefahr ging jedoch nicht aus, man sollte nur wissen, dass komplettes Ignorieren als eine Beleidigung empfunden wird. Wir folgten meist dem Rat unseres Reiseführers (Lonely Planet) einfach so zu tun, als kämen wir aus einem nicht englischsprachigen Land (was wir ja auch tun…).


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