Finnland-Reisebericht von Demi und Tabea
26.08.2022 | Autor: Demi Geiger

Demi und Tabea waren unterwegs in Finnland und berichten:

Für Demi und Tabea aus unserem travel-to-nature Team ging es Anfang Juni für 1 Woche nach Finnland. Beide besuchten verschiedene Ecken von Finnland, um das Land besser kennenzulernen und neue Reisen für Sie zu planen. Lesen Sie, was uns die beiden zu berichten haben.

Was kann uns Demi berichten?

Willkommen im Land der Mitternachtssonne!
Als ich um 23 Uhr in Helsinki landete, begrüßte mich ein blauer Himmel und Sonnenschein. Über die Sommermonate geht die Sonne hier nur für wenige Stunden unter, einen nachtschwarzen Himmel sucht man vergeblich.
Nach einer, im wahrsten Sinn des Wortes, kurzen Nacht, ging es am nächsten Tag weiter nach Vaasa. Von Helsinki erreicht man die Stadt an der Westküste entweder mit einem kurzen Flug (1Stunde) oder einer Zugfahrt von ca. 3 Stunden. Die Zugfahrt ist nicht nur für die Umwelt besser, sondern bietet auch eine wunderschöne, abwechslungsreiche Aussicht!


Die Region um Vaasa ist bekannt für ihre vielen Sonnenstunden…hier scheint die Sonne nicht nur lang, sondern auch oft und die Region ist daher bekannt als eine der sonnigsten Orte in Finnland. Das perfekte Sommerreiseziel!
Zu Beginn meiner Reise besuchten wir die Kyrö Destillerie. Hier werden Whiskey und Gin hergestellt. Der Whisky ist einzigartig, besteht er doch im Gegensatz zu anderen Sorten aus Roggen. Der Roggen in Finnland ist süßer als in anderen Ländern, da er mehr Sonnenlicht bekommt und gibt dem Kyrö Whiskey damit seinen besonderen Geschmack.


Doch nicht nur im Sommer ist Vaasa ein beliebtes Reiseziel, die Gegend ist ganzjährig gut besucht dank der vielen dort ansässigen Unternehmen. Der Wirtschaftstourismus hat auch für uns Naturliebhaber seine Vorteile: die touristische Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut, man findet hier erstklassige Hotels und eine Gastronomie auf kulinarischem Höchstniveau!

 

 

Die Hauptattraktion der Region ist das Kvarken Archipel. Die Schären des Kvarken sind UNESCO Weltkulturerbe, denn hier wird man Zeuge eines ganz besonderen Naturphänomens.
Vor über zehntausend Jahren drückte während der Eiszeit eine mehrere Kilometer dicke Eisschicht die Erdkruste um circa einen Kilometer nach unten. Doch mit dem Verschwinden der Eisschicht, verschwand auch der Druck auf die Oberfläche. Nun hebt sich das Land wieder – etwa 1cm pro Jahr. Die Landhebung verändert den Anblick der Tausenden Inseln des Archipels im Laufe eines Menschenlebens daher völlig. Und wird dies auch mindestens zehntausend Jahre lang tun.
Die Moränen-Landschaft des Archipels ähnelt einem Mosaik aus Wasser und Land. Einen besonders guten Ausblick hat man von dem über 20 Meter hohen „Saltkaret“ Aussichtsturm.


Im Sommer hat man etliche Aktivitäten zur Auswahl. Von Vaasa aus erreicht man den Archipel am besten mit einer kurzen Bootsfahrt oder mit dem Bus. Aber auch vor Ort kann man die unzähligen Wasserwege mit dem Boot, Kanu oder Kajak erkunden. Zudem findet ihr in der gesamten Region ausgiebige Fahrradrouten, auf denen ihr auch das Archipel entdecken könnt.
Aber auch Wanderliebhaber kommen bei insgesamt 11 „Nature Trails“ auf ihre Kosten.


Für Vogelbeobachter ist der Schärengarten ein richtiges Paradies: Hier leben Zwergmöwen, Küstenschwalben, Ohrentaucher, Seeadler, Rohrweihen und die bedrohte Raubseeschwalbe.


Wer in Finnland ist, sollte natürlich auch mindestens einmal in die traditionelle finnische Sauna gehen! Ein besonderes Erlebnis ist die „Floating Sauna“, eine Sauna inklusive Dachterrasse mit BBQ auf einem Holz Floß. Vom Hafen in Vaasa kann man damit ins Archipel hinausfahren. Ein besonderes Sauna-Erlebnis!


Wer etwas finnische Kultur erleben möchte, der macht am besten einen Tagesausflug nach Kristinestadt. Kristinestadt ist eine der wenigen Städte in Finnland, die niemals komplett niederbrannten. Die historischen Holzhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind im Stadtzentrum daher noch vollständig erhalten. Kristinestadt ist auch die einzige Stadt in Finnland, die in die "CittaSlow"-Bewegung aufgenommen und zertifiziert wurde. "CittaSlow" steht für lokal produzierte Lebensmittel, einen nachhaltigen Lebensstil, eine hohe Lebensqualität sowie lokale Traditionen. Hier kann man die historischen Gebäude nicht nur besichtigen, sondern auch in ihnen übernachten. Und mit etwas Glück, sieht man historisch gekleidete Personen an der Uferpromenade flanieren.

 

 

Und was hat Tabea erlebt?

Für mich ging es nach Lahti, eine Kleinstadt direkt am See Vesijärvi.

2021 wurde Lahti zu grünen Hauptstadt Europas gewählt - und das auch zurecht: Während sich das gesamt Land Finnland das Ziel gesetzt hat bis 2035 CO2-neutral zu werden, möchte Lahti das Ziel bereits 2025 erreichen. Bisher hat es die Stadt bereits geschafft das CO2-Niveau um 70 % zum Vergleichsjahr 1990 zu senken.

Hier wurde zum Beispiel die Biermarke Wasted Potential gegründet, die aus Zutaten wie wilden Kräutern, Speiseabfällen oder sogar Gänsekot Bier herstellen – leeeeider hatte ich nicht die Möglichkeit es zu probieren, aber vielleicht ja Sie :) ! Aber nicht nur für seine Nachhaltigkeit ist Lahti berühmt, sondern auch für den Skisport. Im Sommer nutzen die Einheimischen das Ende der Skisprungschanze als Freibad. Dort unternahmen wir eine Wanderung durch den Salpausselkä Geopark und konnten überall im Wald die Heidelbeeren sprießen sehen. Leider waren Sie noch nicht reif genug, um Sie zu essen, aber sonst hätte ich auf jeden Fall vom Jedermannsrecht gebrauch gemacht. Das Jedermannsrecht, auf Finnisch Jokamiehen oikeudet. genannt, erlaubt jedem, der in Finnland lebt oder Finnland besucht, die Landschaft zu erkunden, Nahrung zu suchen, zu fischen und Naturflächen für Freizeitzwecke zu nutzen – natürlich respektvoll.


Weiter gings am nächsten Tag in die Region der Lakelands. Finnland hat insgesamt 188.000 Seen und in dieser Region findet man die meisten davon. Auf der Autofahrt begegneten wir sehr wenigen anderen Autos aber dafür ganz viel Wald und tiefblaue Seen. Mein Highlight der Reise war es sich in einer dieser Seen nach einer traditionellen, finnischen Sauna abzukühlen.
Der Besuch des Pulkkilanharju Rigdes, ein Bergkamm, der aus dem Päijänne-See hervoragt, kann ich jedem Naturverliebten wirklich ans Herz legen. Auf der Straße, die die kleinen „Inseln“ miteinander verbindet, fühlt es sich an als würde man über die Seen fliegen. Zu jeder Fensterseite sieht man das blaue Wasser in der Sonne glitzern. Hier kann man ungestört die volle Schönheit der finnischen Natur erleben.


Mein Insider -Tipp:
Eisdiele Kanavan Helmi in Vääsky direkt am Kanal und super lecker – Probieren Sie die Eissorte Terva  (Holzteer, wurde früher für Boote genutzt)– schmeckt nach einer Mischung aus Vanille Eis und Lagerfeuer

 


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