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title: "Reisebericht Peru 2026 | Trekking in den Anden ► Der Santa Cruz Trek"
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description: "Von Huaraz über den Punta Unión Pass bis nach Cashapampa: Ein persönlicher Erfahrungsbericht über eine der schönsten Trekkingrouten Südamerikas."
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date: 2026-06-10
modified: 2026-06-10
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# Reisebericht Peru 2026 | Trekking in den Anden ► Der Santa Cruz Trek

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  Manuel Busch / 10.06.2026 ![Blog author avatar](//www.travel-to-nature.de/fileadmin/_processed_/0/f/csm_ansprechpartner-team-manuel-busch_05ef44685e.jpg)

  Es ist 5:00 Uhr morgens, es ist dunkel und kalt, und irgendwo über mir leuchten mehr Sterne als ich je gezählt habe. Ich stehe vor meinem Zelt auf fast 4.200 Metern Höhe, atme tief durch – und merke sofort, dass das hier ein bisschen anders ist als sonst. Die Luft ist dünn, jeder Schritt braucht etwas mehr Absicht als gewohnt, und das Einzige, was man hört, ist das leise Rauschen des Windes durch das Pampa-Gras. Zwei Monate zuvor wusste ich noch nicht einmal, dass es für mich auf diese Reise gehen würde. Und kurz drauf war ich schon mittendrin, und es ist noch schöner und rauer und ehrlicher als alles, was ich mir vorgestellt hatte.

 **Ankunft mit Hindernissen – schon das erste Abenteuer**
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Peru hat mich nicht mit Samthandschuhen empfangen. Am 24. September landete ich in Lima und verpasste meinen Anschlussflug nach Huaraz – Verspätungen eben, kann einfach passieren. Normalerweise hätte ich das mit einem müden Lachen abgehakt und mich einfach in die nächste Schlange gestellt. Aber hier war das Problem ein echtes: Der Santa Cruz Trek stand kurz bevor, und für Trekking in dieser Höhe braucht man eine vernünftige Akklimatisierung. Die kann man in Lima nicht nachholen – die Stadt liegt auf Meereshöhe, und dort bleiben wäre schlicht verlorene Zeit gewesen.

Doch das Team von Promperu, das diese Reise organisiert hatte, schaltete sofort. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie mir einen alternativen Transport organisiert: Vom Flughafen ging es direkt zum Busterminal, von dort aus acht Stunden per Bus nach Huaraz. Meine Begeisterung dafür hielte sich in Grenzen, denn ich war ja bereits eine ganze Weil unterwegs. Aber die Fahrt entschädigte immerhin. Zunächst die Küste entlang, das Licht über dem Pazifik, dann der Schwenk ins Landesinnere und die Bergstraße hinauf in die Region Ancash. Irgendwann öffnet sich das Tal, und man fährt durch den Callejón de Huaylas – ein breites, grünes, fruchtbares Flusstal, flankiert von zwei Gebirgsketten, die sich in die Wolken schrauben.

 Am Abend kam ich in Huaraz an, pünktlich zum Abendessen, wo mich die Gruppe und unser Guide herzlich empfingen. Die anderen hatten ihren ersten Akklimatisierungstag schon hinter sich – eine leichte Wanderung, nichts Wildes, aber unerlässlich. Und ich hoffte, dass mein Körper auch ohne diese erste Akklimatisierung einfach mitspielte.

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 **Ein Tag zum Ankommen – und die Berge zeigen sich**
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Mein erster kompletter Tag in Peru führte uns zur Laguna Willcacocha, auf 3.725 Metern. Eine Lagune von fast unwirklicher Stille. Das Wasser spiegelte den Himmel, der an diesem Tag wolkenloses Blau war, und dahinter thronte die Cordillera Blanca – die Weiße Gebirgskette, benannt nach ihren schneebedeckten Gipfeln, die selbst im Sommer nicht abtauen. Fünf Kilometer Wanderung, 200 Höhenmeter, nichts Dramatisches. Aber das war auch nicht der Punkt. Der Punkt war, der Stille zuzuhören, den Blick wandern zu lassen, den eigenen Atem zu beobachten. Wir bekamen unser Mittagessen an der Lagune – draußen, mit traumhaftem Bergblick Ausblick, bekocht vom peruanischen Team. Das Essen war frisch, aromatisch und genau das Richtige nach einer morgendlichen Wanderung in dünner Luft.

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 **Der Trek beginnt – vier Etappen durch die unberührteste Landschaft, die ich je gesehen habe**
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### **Etappe 1: Rein ins Nichts**

Abfahrt um 5:00 Uhr. Es war noch stockdunkel, als wir die Autos bestiegen und Richtung Startpunkt des Treks fuhren. Die Straße wurde schnell zur Schotterpiste, dann kurvte sie sich durch Serpentinen hinauf zum Portachuelo Llanganuco Pass auf knapp 4.700 Metern – vorbei an den Lagunas Llanganuco, deren Farbe zwischen Smaragdgrün und tiefem Türkis schimmerte, je nachdem, wie das Licht fiel. Schon auf der Fahrt talauswärts aus Huaraz begleitet einen dabei der Huascarán, und er lässt einen auch nicht mehr los: mit 6.768 Metern der höchste Berg Perus und gleichzeitig der höchste Gipfel in den gesamten Tropen weltweit – mit zwei markanten Gipfeln, Nord und Süd, die bei klarem Wetter weit ins Tal hineinragen. Auf dem Pass hält man unwillkürlich den Atem an. Nicht nur wegen der Höhe. Sondern weil man dort oben in alle Richtungen blickt und einfach Berge sieht, Schnee, Fels, Himmel – und sonst nichts.

Der eigentliche Startpunkt des Treks liegt auf der anderen Seite des Passes in Vaquería auf etwa 3.700 Metern. Nach einem kurzen Abstieg geht es dann auf sanft ansteigenden Pfaden dahin – noch nichts Wildes, aber man merkt, dass die Welt hier anders klingt. Nach der anfänglichen Durchquerung von kleinen Siedlungen geht es rein in den Nationalpark. Und hier gilt: Kein Handynetz, kein Verkehr, keine Stimmen außer den eigenen. Das erste Camp schlug unser Team auf rund 3.800 Metern auf. Als wir ankamen, standen die Zelte bereits. Ich hatte mir das Logistische dieser Touren immer etwas abstrakt vorgestellt – aber in dem Moment, wo man erschöpft einen Hügel hinabkommt und das Camp schon vollständig eingerichtet vor einem liegt, wird einem bewusst, was für eine stille Meisterleistung das ist.

 *Etappe 1: ca. 11 km · Start Vaquería (3.700 m) · Ziel Camp 1 (3.800 m)*

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 ### **Etappe 2: Der härteste Tag – und der höchste Punkt**

Aufstehen um 5:00 Uhr. Frühstück in der Dämmerung, warmer Coca-Tee – ein Ritual während der Tour. Dann geht es bergauf, und das diesmal wirklich. Der Weg zum Punta Unión Pass steigt kontinuierlich an, teils steil, und man spürt die Höhe mit jedem Schritt deutlicher. Das ist kein abstraktes Konzept mehr – die Lungen arbeiten härter, die Beine werden schwerer, und man lernt sehr schnell, dass langsames, bewusstes Gehen mehr hilft als jedes Durchbeißen.

Der Weg führt vorbei an einer kleinen, seltenen Blüte, über die mich unser Guide aufklärte: die endemische Ranunculus weberbaueri, eine Hahnenfußart, die ausschließlich in den peruanischen Anden vorkommt und vom Aussterben bedroht ist.

Kurz vor dem Pass gab es Mittagessen – und ich weiß noch, wie absurd schön dieser Ort war. Mitten im Nirgendwo stand plötzlich ein fertig gedeckter Tisch zwischen Bergen und Gletschern. Unser Team hatte alles bereits vorbereitet, während wir noch unterwegs gewesen waren. Dann der letzte Aufstieg zum Pass auf 4.750 Metern – und dann dieser Moment, wenn man die Kuppe überschreitet und auf der anderen Seite das Tal aufgeht. Das sind diese Sekunden, in denen man nichts sagen kann, nicht sagen will, und einfach nur steht und schaut.

Das Camp dieser Nacht liegt in Taullipampa auf rund 4.200 Metern – das höchstgelegene Lager der Route. Der Abend war kalt, die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, und ich lag im Schlafsack und konnte trotzdem nicht aufhören, immer wieder den Reißverschluss des Zelteingangs zu öffnen. Der Sternenhimmel hier ist eine eigene Kategorie. Keine Lichtverschmutzung, keine Wolken an diesem Abend, nur diese dichte, schwere Decke aus Licht, die sich über das Tal spannte. Ich blieb länger wach als geplant.

*Etappe 2: ca. 12 km · Aufstieg 910m · höchster Punkt Punta Unión Pass (4.750 m) · Ziel Camp Taullipampa (4.200 m)*

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 ### **Etappe 3: Die längste Etappe – und ein Gipfel, der einen nicht loslässt**

Aufstehen um 6:00 Uhr, denn dieser Tag war der längste: 21 Kilometer. Der optionale Abstecher zur Lagune Arhuaycocha auf 4.420 Metern war alles andere als optional für mich – wer das auslässt, lässt das Herzstück dieser Etappe zurück. Dunkelgrün bis türkis schimmert das Wasser, je nachdem wie die Sonne gerade durch die Wolken fällt, eingerahmt von gewaltigen Gletscherwänden und schroffen Gipfeln.

Auf dem Weg dorthin öffnet sich immer wieder der Blick auf den Alpamayo – mit 5.947 Metern kein Gigant gemessen an Höhe, aber offiziell mehrfach als einer der schönsten Berge der Welt ausgezeichnet, und man versteht sofort warum: Seine Nordwestflanke ist eine fast geometrisch perfekte Eispyramide. Schon vom Camp Taullipampa am Abend zuvor hatte ich ihn kurz erspäht – aber von hier oben, vom Gletschersee, ist er kaum zu fassen.

Auf der anderen Talseite der Artesonraju mit 6.025 Metern, spitz und markant – er ist weltweit bekannt, auch wenn die meisten seinen Namen nicht kennen: Seine Silhouette diente als Vorlage für das Logo von Paramount Pictures.

Der Abstieg zurück ins Haupttal und dann weiter bis zum Camp Llamacorral auf 3.760 Metern zog sich etwas, wie lange Abstiege es tun. Die Beine werden irgendwann mechanisch, der Kopf leert sich. Aber das ist auch eine Form von Frieden und außerdem belohnen immer wieder neue Ausblicke auf die 6.000er des Huascarán Nationalparks.

*Etappe 3: ca. 21 km (längste Etappe) inkl. optionaler Abstecher Laguna Arhuaycocha (4.420 m) · Ziel Camp Llamacorral (3.760 m)*

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 ### **Etappe 4: Ankommen und Loslassen**

Die letzte Etappe ist kurz – zehn Kilometer – aber der Abstieg hat es stellenweise in sich. Steile Pfade, loses Gestein, und Knie, die sich nach drei Tagen Hochgebirge bereits gemeldet haben. Wir liefen früh los, damit wir bis zum Mittagessen das Ziel Cashapampa auf 2.950 Metern erreichten. Und irgendwo auf diesem letzten Stück wurde mir klar, dass ich gar nicht ankommen wollte. Nicht weil der Trek angenehm war – er war anstrengend, kalt, kräftezehrend – sondern weil er mir etwas gegeben hat, das ich im Alltag so selten habe: völlige Präsenz. Kein Netz, keine Nachrichten, keine To-Do-Listen. Nur der nächste Schritt, der nächste Atemzug, der nächste Blick nach oben.

*Etappe 4: ca. 10 km · Abstieg 870m Ziel · Cashapampa (2.950 m)*

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 **Das Team hinter dem Trek**
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Ich möchte einen Moment bei den Menschen bleiben, die diesen Trek erst möglich machen – und die im touristischen Erleben oft im Hintergrund bleiben. Unsere Guides, die Köche, die Träger und Mulis, die das gesamte Equipment von Camp zu Camp transportierten. Wenn wir einen Pass überschritten, war das nächste Camp bereits aufgebaut. Wenn wir erschöpft und hungrig ankamen, duftete es schon nach frischem Popcorn, Suppe und anderen Leckereien. Das ist keine Selbstverständlichkeit; das ist handwerkliches Können, jahrelange Erfahrung und eine Leidenschaft für die eigene Landschaft, die man in jedem Gespräch spürte.

Ab der zweiten Hälfte der ersten Etappe gibt es keinerlei Infrastruktur mehr auf der Route – keine Hütte, keine Toilette, kein Nichts. Das gesamte Team trägt alles mit, inklusive mobiler Toilette. Es klingt vielleicht banal, aber genau das ist es, was die Unberührtheit dieser Landschaft bewahrt. Man nimmt nichts mit außer Erinnerungen, und man hinterlässt nichts außer Fußspuren.

 **Peru Outdoor Expo – Huaraz als Knotenpunkt**
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Nach dem Trek folgten zwei intensive, aber ganz andere Tage: die Peru Outdoor Expo 2025 in Huaraz. Für mich und travel-to-nature war das Gold wert. Gespräche mit lokalen Unterkunftsbetreibern, Tourenanbietern, Naturschutzorganisationen – das persönliche Kennenlernen, das über jede Broschüre hinausgeht. Man merkt, mit wie viel Herzblut diese Menschen ihre Region vertreten, und wie viel Wissen und Respekt hinter dem steckt, was auf den ersten Blick wie ein simples Trekking-Angebot aussieht.

Besonders blieb mir außerhalb der Gespräche auch die Pachamama-Zeremonie in Erinnerung. „Pachamama“ bedeutet in der Sprache der Quechua sinngemäß „Mutter Erde“ oder „Weltmutter“ und spielt bis heute eine zentrale Rolle im Leben vieler Andengemeinschaften. Dabei geht es nicht um eine Show für Besucher, sondern um einen tief verwurzelten Glauben daran, dass die Natur lebt, gibt und respektiert werden muss. Bei der Zeremonie werden traditionell kleine Opfergaben wie Blumen, Mais, Coca-Blätter oder Getränke symbolisch an die Erde zurückgegeben – als Dank für Nahrung, Schutz und Leben.

Passend dazu gab es anschließend auch eine traditionelle Pachamanca. Dabei werden Fleisch, Kartoffeln, Mais und Gemüse gemeinsam mit heißen Steinen in einer Art Erdofen gegart. Allein der Duft, der langsam aus der Erde aufstieg, war unglaublich. Eine weitere Erinnerung daran, dass die Gastronomie Perus kein Beiwerk der Reise ist, sondern ein eigenes Erlebnis. Ceviche, Lomo Saltado, Causa – das ist Weltklasse, und wer glaubt, der internationale Ruf der peruanischen Küche sei übertrieben, der hat vermutlich noch nie in Peru gegessen.

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 **Ica und Paracas – Wüste, Wasser und das Gefühl von Klein-Galápagos**
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Weil ich eine kleine Lücke in meinen Peru-Kenntnissen schließen wollte, verlängerte ich meine Reise um zwei Tage und flog von Huaraz nach Lima, um dann per Bus nach Ica weiterzufahren. Vier bis fünf Stunden entlang der Panamericana, und man tauscht Gletscherwelt gegen Sandwüste – ein Kontrast, der kaum größer sein könnte.

Am nächsten Morgen wurde ich um 5:30 Uhr an meinem Hotel in Ica abgeholt. Wir fuhren auf der Panamericana nach Süden, bogen dann auf Schotterpisten ab und tauchten in die Wüste ein. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichten wir den Cañon de los Perdidos – den Canyon der Verlorenen. Ein Ort, den die wenigsten kennen, und das war an diesem Morgen buchstäblich so: Wir waren allein. Kein einziger Mensch außer mir und dem Guide, kein Geräusch außer dem Wind und dem eigenen Knirschen im Sand. Die Schlucht ist von beeindruckenden Felsformationen durchzogen, und wenn man genau schaut, findet man hier und da versteinerter Meerestiere – Fossilien aus einer Zeit, als dieser Teil der Erde noch unter Wasser lag.

Am Nachmittag dann die andere Seite von Ica: die Oase Huacachina, eingebettet zwischen riesigen Sanddünen, und dann eine Buggytour durch eben diese Dünen. Das ist ein anderes Peru als das der Gletscher und der stillen Pässe – laut, rasant, staubig, und absolut unverzichtbar. Sandboarding auf diesen Abhängen ist genau so absurd und aufregend, wie es klingt, und ich würde es sofort wieder buchen.

Vom Busbahnhof in Ica ging es abends weiter nach Paracas, und am nächsten Morgen startete die Bootsfahrt zu den Islas Ballestas. Auf dem Weg passiert man den Candelabro – eine riesige Geoglyphe, in Form eines Kandelabers oder Dreizacks direkt in den Hang der Paracas-Halbinsel gekerbt. Woher sie stammt, ist bis heute nicht gesichert; manche vermuten die Paracas-Kultur aus der Zeit rund 200 Jahre vor Christus. Man sieht sie vom Wasser aus, und die Frage, wer das gemacht hat und warum, lässt einen nicht so schnell los.

Die Inseln selbst sind ein wunderbares Chaos aus Tierleben. Seelöwen, die auf Felsen dösen und sich gegenseitig anbrüllen. Guanotölpel, Pelikane, Kormorane – auf engstem Raum, in einer Dichte, die man sonst nur aus Dokumentarfilmen kennt. Und dann: Humboldt-Pinguine. Diese kleinen, ernsthaft dreinblickenden Tiere, die man hier mitten in der Warmwasserzone Perus gar nicht erwartet. Delfine habe ich diesmal nicht gesehen – das bleibt für das nächste Mal.

Nach der Bootsfahrt ging es noch in die Reserva Nacional Paracas – ein riesiges Schutzgebiet, das Wüste, Küste und Meer auf einmal umfasst und sich an der Halbinsel entlangzieht. Hier habe ich mehre Orte besucht, wie z.B. die Playa Roja – ein Strand, der in einem satten Rotbraun leuchtet, weil das Gestein hier aus vulkanischem Material besteht. Der Kontrast mit dem Blau des Pazifiks ist fast unwirklich. Nicht weit davon entfernt steht La Catedral, eine markante Felsformation direkt am Wasser – oder sie stand dort, denn ein Erdbeben hat sie vor einigen Jahren zum Teil einstürzen lassen. Was bleibt, ist immer noch beeindruckend genug.

Anschließend ging es per Bus zurück nach Lima – die Panamericana in umgekehrter Richtung.

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 **Lima, Abend, Pisco Sour**
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Mein letzter Abend in Peru war Lima. Und Lima verlangt nach einem Abschluss, der ihr gerecht wird. Der Pisco Sour – Perus ikonischer Cocktail aus Pisco-Brandy, Limettensaft, Eiweiß und Angostura – und ein Pan con Chicharrón, knuspriges Schweinefleisch im Brötchen, das in Lima an jeder Ecke und doch immer ein bisschen anders schmeckt. Das ist kein schlechtes Abschlusszeremoniell.

**Was Peru einem gibt, das man nirgendwo sonst bekommt**
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Ich reise viel. Und es fällt mir schwer, Länder in Kategorien zu pressen oder sie miteinander zu vergleichen, weil das meistens ungerecht ist. Aber Peru hat etwas, das ich so geballt selten erlebt habe: diese Gleichzeitigkeit von Urwüchsigkeit und Wärme. Die Landschaft ist roh, weit, manchmal einschüchternd. Und gleichzeitig gibt es diese Menschen, die Guides, die Köche, die Bauern an der Straße, die Händler auf dem Markt in Huaraz – die eine Herzlichkeit ausstrahlen, die einem das Gefühl gibt, willkommen zu sein, ohne dass man das groß begründen müsste.

Der Santa Cruz Trek ist keine leichte Reise. Man muss körperlich bereit sein, man muss die Höhe ernst nehmen, man muss bereit sein, die Komfortzone ein Stück weit hinter sich zu lassen. Aber genau das macht ihn aus. Die vier Tage ohne Mobilfunknetz, die Nächte unter diesem unmöglichen Sternenhimmel, die Momente, in denen man am Pass steht und begreift, wie klein man ist – das lässt sich nicht in einem Post zusammenfassen. Das trägt man einfach mit.

*Hinweis zur Höhe: Wer den Santa Cruz Trek plant, sollte mindestens zwei volle Akklimatisierungstage einplanen – besser drei. Man schläft auf über 4.000 Metern, und das ist nochmal eine andere Nummer als Sightseeing in der Höhe. Die Guides sind gut ausgebildet und mit Sauerstoff ausgestattet; im Zweifelsfall ist Absteigen die einzige wirklich verlässliche Therapie. Und sonst: viel Coca-Tee trinken. Das ideale Reisefenster ist Juni bis August; September ist bereits die Übergangszeit, hat aber – wie in meinem Fall – oft noch sehr gute Bedingungen.*

 [Zu den Peru Reisen](//www.travel-to-nature.de/naturreisen/suedamerika-karibik/bolivien-peru/)

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