Wie geht es eigentlich unseren Freunden in...Uganda?
09.09.2020 | Autor: Elisa Stoll

Wie geht es eigentlich unseren Freunden in...Uganda?

Heute berichten wir euch von unserer Partneragentur und Juan Dobler aus Uganda. Über das Land der Schimpansen und Gorillas hört man in Deutschland ebenfalls nur sehr wenig. Und das, obwohl die Menschen dort ganz anders mit der Corona-Situation umgehen. Auf welche Weise die Ugander das Coronavirus bekämpfen und welche Hoffnungen Juan und sein Team haben, erfahrt ihr im Blog. 

Zu den Uganda-Reisen

Wie sieht dein Alltag aus?

Unser Alltag hat sich hier, in Uganda, seit Beendigung des generellen Lockdowns vor rund 50 Tagen, wieder einigermaßen normalisiert.

Wie ist der Lockdown in Uganda gestaltet? Kann man normal rausgehen, einkaufen? Mit Maske? Zu bestimmten Zeiten?

Wir können uns in Uganda frei bewegen. Mit Ausnahme der Nationalparks mit Primaten sind auch alle Parks wieder geöffnet. Auch haben alle Geschäfte wieder geöffnet und der öffentliche Transport ist zugelassen. Der Lockdown besteht fort zwischen 21:00 und 6:00 Uhr, d.h. Restaurants oder Bars sind ab 21 Uhr geschlossen. Die Regierung schreibt vor, dass in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Transportmitteln und Geschäften, Masken getragen werden müssen.

  • Zwei Steppenzebras in Uganda

Wie gehen die Einwohner Ugandas mit der Situation um?

Die Einwohner nehmen die Abstandsregeln und Maskenpflicht sehr locker. Corona wird eher als ein Phänomen als ein real existierendes Gesundheitsrisiko betrachtet. Die Statistik scheint den Ugandern Recht zu geben. Gegenwärtig haben wir seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 „nur“ 1850 Infektionen mit insgesamt 32 Todesfällen. Angesichts der tausenden von Infektionen in Europa ist man in Uganda der Meinung, dass die Pandemie in heißen Ländern weniger auftritt, als in den kalten Ländern der nördlichen Hemisphäre. Die Mehrzahl der Ugander sehen sich deshalb keiner großen Gefahr ausgesetzt und sind optimistisch, dass Covid-19 keinen großen Einfluss mehr auf ihr Leben nehmen wird. Ugander haben andere Sorgen...

Welche Auswirkungen hat es auf die Menschen in Uganda, sind viele arbeitslos und steigt dadurch die Gefahr, dass das Virus sich schneller verbreitet?

In Uganda gibt es keine aussagekräftigen Statistiken zur Arbeitslosigkeit. Arbeitslosigkeit wird eher als Schicksal betrachtet und nicht als Auswirkung einer Krise. Die meisten Menschen sind hier an eine Dauerkrise gewöhnt. Ob man nun eine Ausbildung genossen hat oder nicht, das macht angesichts der Bevölkerungszahl in Uganda kaum einen Unterschied. Es gibt einfach zu viele Bewerber für jeden neuen Job. Und der wird häufig nach anderen Kriterien als Kriterien der Fachqualifikation vergeben. Die größte Hoffnung besteht im Beten! Der vergangene Samstag wurde zum Feiertag erklärt, um ordentlich gegen Covid-19 beten zu können!

Können die Menschen getestet werden, werden regelmäßige Tests durchgeführt?

Bis heute wurden im Land rund 20.000 Tests durchgeführt. Angesichts der relativen Gleichgültigkeit gegenüber der Maskenpflicht seitens der Bevölkerung nehme ich an, dass die Tests auf Initiative der Regierung durchgeführt werden und freiwillige Tests kaum stattfinden.

Wie geht es euch, der Partneragentur, und all den anderen Leistungsträgern (Reiseleiter, Hotels, Fahrer,...)?

Die Bedingungen sind schwierig. Wir von Uganda-Trails gehen auf Tauchstation, versuchen Kosten zu vermeiden und stellen uns mit neuen Produkten auf Post-Corona Verhaltensregeln im Tourismus ein. Meine Frau macht eine Online-Schulung in Digital Marketing und ein Teil meiner Angestellten hat ein Kreditangebot von Uganda-Trails für Miniprojekte wie Hühnerzucht und die Herstellung von Bausteinen angenommen, welches ihnen hoffentlich erlauben wird, wirtschaftlich zu überleben.

Was sind eure Hoffnungen, Ziele für 2021?

Unsere wichtigsten Auftraggeber wollen sich 2021 nur auf den Vertrieb der erfahrungsgemäß bestgefragtesten Reiseangebote konzentrieren, d.h. wir konnten für 2021 nur wenige Verträge abschließen. Ich hoffe auf eine Wiederbelebung der Umsatzzahlen von nur ca. 30% des Umsatzes von 2019.
Im Grunde gibt es auch für 2021 keine konkrete Perspektive, wie es weitergehen wird. Ein neuer Covid-19 Hotspot, weltweite Reisewarnungen ohne Berücksichtigung der Covid-Situation in einzelnen Ländern, weitere Aktionen der Covidioten im Herbst und Winter und der europaweite Zick-Zack Kurs der Gesundheitsministerien bei den Anti-Covid Maßnahmen genügen, um meine Hoffnung auf eine baldige Besserung der Situation zunichte zu machen.
Die einzige, reale Hoffnung besteht in der Entwicklung eines vertrauensvollen Impfstoffes und in verbesserten, privat anwendbaren Testverfahren, um aus der Covid Pandemie heraus zu kommen. Wir rechnen damit, dass wir erst 2022 wieder verlässlich planen und profitabel arbeiten können.

Gibt es besondere Projekte, die unsere Gäste durch Spenden unterstützen können?

Natürlich leiden auch die Tiere in Uganda unter der Corona-Krise. Denn ohne Touristen gibt es auch keine Einnahmen von denen Ranger und Tierschützer bezahlt werden. 
Die Schimpansen zum Beispiel, müssen immer bewacht und konstant an Menschen gewöhnt werden. Das ist momentan nur schwer möglich - somit haben Wilderer leichtes Spiel. 

Nähere Infos findet ihr hier: Das Coronavirus bedroht auch die Schimpansen!
 

Wer für den Schutz der Schimpansen spenden möchte, der kann dies gerne hier tun. Einfach auf den blauen Button klicken. 

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