Wir sollten wieder reisen!
09.11.2020 | Autor: Rainer Stoll

Wir sollten wieder reisen!

Inspiriert von einem Facebook-Post von Dirk Lehmann habe ich mich hingesetzt und ein flammendes Plädoyer geschrieben, endlich wieder zu reisen. Es gibt viele Gründe dafür. 

 

Warum sollten wir wieder reisen?

Klar, ich bin befangen, ich telefoniere ständig mit Freunden aus der ganzen Welt, mit Hoteliers, mit Fluggesellschaften mit Reiseleitern, Reiseveranstaltern u.v.m., trotzdem lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster und versuche, die Dinge zu ordnen:

 

  • Costa-ricanische Schulkinder beim Baum pflanzen in La Tigra, Costa Rica

Die fehlende Strategie

Wir Reiseveranstalter und andere Reiseakteure tragen eine hohe Verantwortung unseren Gästen gegenüber - nicht erst seit Corona. Wir sind uns dessen bewusst. Wir halten deswegen Abstand, tragen Maske und haben ausgeklügelte Hygienekonzepte erarbeitet. Es ist (laut RKI) erwiesen, dass Studienreisen keine Coronatreiber sind. Wir aus der Reisebranche halten Covid19 für eine gefährliche Krankheit und doch fehlt aus unserer Sicht eine umsichtige Pandemie-Strategie. Zuhause bleiben ist nämlich keine Strategie.

Wir Veranstalter (vor allem die nachhaltig agierenden) tragen auch eine sehr hohe Verantwortung unseren Partnern im Reiseland gegenüber, die auf unsere Gäste angewiesen sind. Dazu zählen nicht nur Reiseleiter und Hoteliers, auch Ranger in Naturschutzgebieten, Forscher, Busfahrer, Köche, Kellner, Rezeptionisten und all die Kinder und Famillien der vorher Genannten. Viele ökologische und soziale Projekte hängen direkt oder indirekt am Tropf des Tourismus. 

Die neue Realität des Reisens

Ich denke, jeder Mensch sollte sich darauf einstellen: Es wird in nächster Zukunft keine riesigen Ansammlungen von Menschen mehr geben. Und sobald sich mehr als zwei Menschen aus unterschiedlichen Haushalten treffen, gilt noch eine ganze Weile: Maske auf und Abstand wahren. Das Reisen wird sich ändern, wir werden bei travel-to-nature mehr Indivualreisen anbieten müssen, Reisen, bei denen man so wenig wie möglich auf Menschenmassen trifft. Reisen in Minigruppen. Reisen in die Natur (bieten wir sowieso schon immer an). Die ausgesuchten Hotels müssen weiterhin ihre sehr guten Hygienekonzepte verfolgen, denn selbst wenn es - so wie es Stand heute aussieht - bald einen Impfstoff geben wird, wird es lange dauern, bis die ganze Menschheit geimpft sein wird. Und selbst dann bleibt ein Restrisiko, dass nur durch Hygienekonzepte minimiert werden kann. Die Gefahr von Pandemien wird wegen der Naturzerstörung und wegen der Industialisierung der Landwirtschaft und Viehzucht nicht geringer werden. Ich glaube, man muss sich darauf einstellen, mit diesen Dingen umzugehen. 

Was bewirkt das Reisen?

Sind wir mal ehrlich: Wäre es nicht schön eine Welt zu haben, in der die Menschen zusammen mit der Natur leben, sich gegenseitig Raum und Respekt lassen? Sicherlich. Nur, wie so oft, ist dies am Ende doch nicht so einfach. So ist der Elefant, der in Afrika die Maisernte zertrampelt, genauso eine Gefahr für die Existenz der einfachen Landbevölkerung, wie Tiger, die in Indien gelegentlich Rinder und Ziegen reißen. Und hier kommt der nachhaltige Tourismus ins Spiel: Er bietet den Einheimischen eine Einkommensgrundlage, die Menschen sehen, dass ihre Naturschätze einen Wert haben und auch schützenswert sind. Einheimische, die früher gewildert haben, arbeiten als Guides, Familien vermieten ihre Wohnungen an gut zahlende Touristen. Mit den Einnahmen der Nationalparks werden Ranger bezahlt, die sich für den Schutz der Wildtiere einsetzen und dabei oftmals sogar ihr Leben riskieren. So schade es eigentlich ist: Ohne den Tourismus wären viele Nationalparks schon von dieser Erde verschwunden. Überall auf der Welt wird den Menschen nun erst wirklich bewusst, welchen gewaltigen Einfluss Tousismus auf unsere Artenvielfalt und auf das Leben der Menschen hat.

Das Risiko beim Reisen

Die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen ist - Stand meines Wissens von heute - sehr gering. Das ist ein Faktor, der aber über einen längeren Zeiraum noch sehr gut kontrolliert werden muss. Aber wenn man mal im Reiseland ist, ist es wie überall auf der Welt:

  • Abstand halten
  • Mund-Nasenschutz tragen
  • Hygieneregeln beachten
  • Testen, testen, testen

Dann sollte das Risiko kalkulierbar sein.

Mit allem nötigen Respekt: #wirsolltenwiederreisen

Malte und Annette Clavin in La Tigra

Und wie sieht das in der Realität aus?

Meine Familie und ich haben das Reisen unter Covid-19-Bedingungen getestet. Am 5.11.2020 sind wir nach Costa Rica geflogen, das zu dem Zeitpunkt auf der Risikoliste des RKI stand. Die Bahn war menschenleer, deshalb lässt sich da keine Aussage treffen, aber ich denke mal, dass sich inzwischen fast alle Bahnreisenden an die Hygieneregeln halten und auch die obligatorische Maske tragen. 

Im Flughafen war alles vorbildlich organisiert - vom Check In bis ans Gate. Ins Flugzeug durfte niemand, der keinen Health Test des Gesundheitsamtes Costa Ricas ausgefüllt hatte. Leider wurde die Temperatur vor Flugantritt nicht gemessen, das finde ich leichtsinnig. 

Im Flugzeug der Lufthansa war alles bestens, jeder hat sich beim Einsteigen an die Abstandsregeln gehalten, die Crew behielt während des gesamten Fluges die Masken an. Alle Passagiere auch, lediglich beim Essen durfte man die Maske absetzen. 

In Costa Rica wurde am Flughafen die Temperatur gemessen, ebenso wurde das Tragen der Masken strikt kontrolliert ebenso die Abstände (1,80m in Costa Rica). 

Der Bus, der uns abholte war mit Desinfektionsmittel ausgestattet, der Fahrer trug Maske und das setzt sich überall so fort. Hier in Costa Rica wird der Kampf gegen Covid-19 ernst genommen. Für mich ein wichtiger Punkt, der meine These unterstreicht: #wirsolltenwiederreisen

Was können Sie tun?

Verbreiten Sie diesen Beitrag, teilen Sie ihn auf Facebook, Twitter, Xing...Kommentieren Sie, diskutieren Sie, nutzen Sie den Hashtag #wirsolltenwiederreisen. Und nicht zuletzt: Reisen Sie wieder! 

 

  • Rainer Stoll

Zu Unseren Costa-Rica-Reisen


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