Kulinarische Vielfalt Lateinamerikas

13.11.2018 | Erstellt von Natalie Rinas |
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Allgemeines

Hierzulande ist bald wieder Weihnachten, die Zeit in der das Essen einen besonderen Stellenwert bekommt. In den Ländern Südamerikas, und es sind insgesamt 20 verschiedene, deren traditionelle Küche sich größtenteils voneinander unterscheidet, hat das Essen immer schon eine besondere Bedeutung.

Es ist auch viel mehr als das. Man trifft sich mit Familie und Freunden und verbringt einige Stunden zusammen. Die Stimmung ist ausgelassen und weniger gedämpft, wie das bei uns oft der Fall ist. Man unterhält sich, lacht und isst quasi nebenbei. Werfen wir mal einen Blick auf die Highlights der südamerikanischen Küche beginnend im Norden des Kontinents:

Kolumbien – Ajiaco con pollo
Suppen sind den Kolumbianern heilig. So gut, wie jeder Hauptgang kommt in Begleitung eines Süppchens. Ajiaco con Pollo ist wohl eine der beliebtesten und berühmtesten im ganzen Lande. Vor allem in den Andenregionen und in und rund um Bogotá herum weiß man die köstliche Suppe zu schätzen. Hauptbestandteile sind, wie der Name schon vermuten lässt, Hühnchen, Kartoffeln, Maiskolben und Arakacha, serviert wird sie mit Reis und Avocado.

Ecuador – Cuy asado
Mit Sicherheit in aller Welt bekannt ist das kleine Land am Äquator für seine gegrillten Meerschweinchen, dazu gereicht werden sehr gerne Gemüse und Kartoffeln oder Reis. Man findet dieses traditionelle Gericht vor allem in den Andenregionen und auch im Amazonasbecken. Es ist fest in der indigenen Kultur des Landes verankert und für uns Europäer eher außergewöhnlich, denn wir halten uns Meerschweinchen als süße Haustiere und nicht, um uns von ihnen zu ernähren. Geschmacklich ähneln die gegrillten Nager wohl dem Hühnchen.

Peru – Ceviche
Ceviche kommt aus Peru und ist mit Sicherheit das Nationalgericht schlechthin. Es besteht aus rohem Fisch, eingelegt in Zitronen- oder Limettensaft, gewürzt mit Salz, Chili und Koriander. Das Ganze wird kalt serviert und je nach Region gibt es dazu salzige Cracker oder Ähnliches. Es gibt die verschiedensten Variationen von Ceviche und es lohnt sich definitiv, sie alle auszuprobieren. Ein sehr empfehlenswertes Restaurant ist das „Pescado Capitales“ in Miraflores, Lima. Es bietet ausgezeichnetes Ceviche und eine Vielfalt an Fischgerichten.

Argentinien – Locro
Ein winterliches Gericht aus dem schönen Argentinien. Der herzhafte Eintopf war schon vor der Ankunft der Europäer ein plato típico unter den Ureinwohnern des Landes. Hauptzutaten sind Mais, Fleisch (meistens vom Rind) und Gemüse aller Art, Zwiebeln, Bohnen, Kürbis – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Locro gilt als Nationalgericht und wird daher immer am 25. Mai, dem Jahrestag der Mai-Revolution, gegessen.

Brasilien – Feijoada
Brasilien ist riesig und weist allein 4 verschiedene Klimazonen auf. Dementsprechend vielfältig ist die Landesküche. Definitiv Nationalgerichtstatus hat aber die Feijoada. Der reichhaltige Bohneneintopf kommt mit vielen verschiedenen Fleischarten daher. Von geräucherter, über scharfe Wurst, getrocknetes Fleisch, Rippchen, Schweineschwanz, -ohr und -fuß. Erlaubt ist fast alles. Die fertige Feijoada wird mit Maniokmehl bestreut und mit Reis serviert.

Chile – Curanto
Curanto ist nicht einfach nur ein Essen, es ist vielmehr ein Fest. Ein Gericht was man in Chile für gewöhnlich für viele Menschen (Minimum 25 Personen) in einem großen Erdloch zubereitet. Der Eintopf besteht aus Meeresfrüchten, Kartoffeln, Kalbfleisch, Chorizo, Hühnchen und Algen. Letztere geben dem Ganzen einen gewissen Geschmack. Durch die spezielle Art der Zubereitung ist es schwierig, Curanto in einem Restaurant zu bestellen. Aber bei Festlichkeiten, wie zum Beispiel den traditionellen Festivals im Sommer auf der Insel Chiloé im Süden des Landes, gibt es viele verschiedene Varianten des Gerichts und man kann sich so richtig durchprobieren.
In einigen Restaurants gibt es eine Abwandlung des Gerichts, zubereitet im Topf unter dem Namen Pulmay.

Uruguay – Matambre
Matambre ist ein Stück Fleisch vom Rind, ähnlich dem deutschen Rollbraten. Er wird gewürzt und anschließend gefüllt mit Kochschinken, angebratenen Möhren, Paprika, Erbsen und gekochten Eiern. Das alles wird gerollt und kann kalt oder auch warm genossen werden. Dazu reicht man für gewöhnlich Brot und einen guten Rotwein. Die Restaurants in „Pocitos“, einem Stadtviertel direkt am Meer, bereiten den besten Matambre in Montevideo zu.

Die erwähnten Gerichte sind natürlich nur ein Ausschnitt der kulinarischen Vielfalt eines ganzen Kontinents. Am besten macht ihr euch selbst ein Bild von all den Köstlichkeiten der lateinamerikanischen Küche. Egal ob zu Hause bei Einheimischen, in Restaurants oder auf der Straße – es erwarten euch wahre Gaumenfreuden!

 

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