Reisebericht: Dominikanische Republik
14.05.2018 | Autor: Tamara Sautter

Traumstrände, Palmen und dichter Regenwald

Kristallklares Meer, feinsandige Strände, Regenwald und überaus freundliche Menschen. Das findet ihr – richtig – in der Karibik. Genauer gesagt in der Dominikanischen Republik. In zwei Wochen haben wir so viel erlebt, dass es schwer fällt alles zu beschreiben. Trotz abenteuerlicher Autofahrten würden wir die Reise genauso noch einmal machen und hatten eine wunderschöne Zeit.

Nachdem wir im September 2017 aufgrund des Hurrikans Maria leider nicht in die Dominikanische Republik fliegen konnten, war uns klar, dass die Reise zwar aufgeschoben aber nicht aufgehoben ist. Wir sind voller Vorfreude und machen uns im März 2018 auf den Weg in das karibische Paradies. Vor Ort haben wir einen Mietwagen reserviert, mit dem wir über die Insel fahren möchten. Da wir relativ spät erst landen, geht’s aber erst mal per Transfer zur ersten Unterkunft. Bei der Fahrt erleben wir zum ersten Mal den dominikanischen Fahrstil und fragen uns, was hier wohl auf uns zukommen mag…

Erste Eindrücke in Santo Domingo

Unsere Reise haben wir so gut gelegt, dass wir genau an Karfreitag durch Santo Domingo schlendern. Eigentlich haben wir uns auf einen Besuch im 4D-Kino gefreut, denn der Film zeigt einiges über die Altstadt und das Leben in Santo Domingo. Das Kino hat allerdings geschlossen, also schlendern wir als Alternativprogramm durch die Stadt über die Plaza España, mit dem Alcázar de Colón – ein heutiges Museum – vorbei am Museo de las Casas Reales und entlang der Calle el Conde mit dem Palacio Consistorial. 

Bei sehr warmen Temperaturen freuen wir uns auf ein kühles Bier. Aber auch das ist nicht so einfach zu finden, denn es ist ja Karfreitag und einige Restaurants schenken keinen Alkohol aus. Aber nach langer Suche werden wir dann endlich fündig und gönnen uns hinterher noch ein leckeres Eis. Abends lassen wir uns im Restaurant „Buche“ verwöhnen. Gemütlich sitzen wir im Hinterhof und lassen den Tag ausklingen. Das Restaurant ist etwas exklusiver und die Gerichte sind sehr, sehr lecker.

Mit dem Mietwagen nach Barahona & Trekking ins Grüne

Das Abenteuer „fahren durch die DomRep“ startet nun und wir nehmen unseren Mietwagen entgegen. Unsere erste Fahrt machen wir in Richtung Barahona und freuen uns schon jetzt auf das Baden im Meer. Die Straßen sind in einem guten Zustand, allerdings ist der Verkehr das reinste Chaos. Von zig Motorradfahrern werden wir von allen Seiten überholt, sodass wir die vorbeiziehende Landschaft nur begrenzt genießen können. Nach 3,5 Stunden ist die Fahrt vorbei und wir fallen erst mal erschöpft aufs Hotelbett um uns danach im Pool zu erfrischen. 

Am nächsten Tag klingelt der Wecker sehr früh, denn wir machen ein Trekking durch den Nationalpark Sierra Baoruco. Beeindruckend wie grün hier oben in den Bergen alles ist. Wir sind mit den beiden Guides Giovanni uns Josi unterwegs, die uns immer wieder Früchte zupfen, die wir probieren sollen. Alles süß und überaus schmackhaft. Unseren Weg kreuzen viele Haitianer und Dominikaner, die in ärmlichen Verhältnissen hier in den Bergen leben. Viele sind morgens auf dem Weg in den Ort, um dort Produkte zu kaufen bzw. zu tauschen. So kommen uns die Menschen zu Fuß, mit vollgepackten Autos, Motorrädern oder auf Pferden entgegen und etwas macht sich die Wehmut breit, wie gut wir es haben, hier Urlaub zu machen und den Regenwald beim Trekking zu genießen während die Einheimischen diesen anstrengenden Weg täglich gehen müssen. 

Wir freuen uns schon sehr auf die Mittagspause, denn die verbringen wir bei einer dominikanischen Familie. Sie besitzt 3 Hütten – zwei für die Tiere und eine für die Familie. Die Küche ist eine kleine Feuerstelle im Freien. Zumindest überdacht, aber für unsere Verhältnisse kaum vorstellbar hier zu kochen. Josi bereitet uns unser Mittagessen zu. Es gibt Nudeln mit Soße und Yuka. Genau richtig für den Rückweg, den wir kurze Zeit später antreten. Unterwegs machen wir noch einen kurzen Badestopp in einem Fluss. Das Wasser kommt aus den Bergen und ist kühl und sehr klar. Ein Traum, um die lahmen Gliedmaßen für die letzten Meter wieder auf Vordermann zu bringen. 

Einsame Strände & beeindruckende Flora und Fauna

Einen Tag Pause gönnen wir uns in der Umgebung des Hotels, in einer kleinen Bucht, die wir quasi für uns alleine haben. Gut, dass wir uns nicht für den größeren Strandabschnitt „El Quemaito“ entscheiden. An dem einsamen Kieselstrand finden wir den perfekten Platz. Umgeben von Palmen, die sich sanft im Wind hin und her wiegen, fällt das Entspannen so leicht – leichter könnte es gar nicht sein. 

Unser nächster Ausflug treibt uns dann wieder früh aus den Betten. Wir wollen zur Laguna de Oviedo und der Bahia de las Aguilas. Nach rund einer Stunde Fahrt erreichen wir die Laguna de Oviedo und sind begeistert von den kleinen Inselchen, die sich in der 28 m² großen Lagune befinden. Die „Leguaninsel“ hat es uns besonders angetan. Hier legen wir an und laufen etwas umher. Zahlreiche Leguane kommen uns entgegen und finden uns wohl sehr interessant, denn sie sind nicht im geringsten Scheu. Dabei schießt uns das Adrenalin etwas in die Höhe. Die Tiere sind schon richtig groß, aber eigentlich ganz gemütliche Zeitgenossen. Beim Vorbeifahren an den anderen Inseln, sehen wir einige Vogelarten und dann ist es soweit: Wir erreichen die Flamingokolonie. Darauf habe ich gewartet! Es sind zwar nicht mehr viele da, da die ausgewachsenen Tiere im Januar/Februar nach Florida fliegen und nur die Jungen zurückgelassen werden, dennoch ist der Anblick traumhaft. Einmal im Leben eine frei Lebende Flamingokolonie zu sehen, das hat schon etwas ganz Besonderes. 

Aber es hilft nichts, wir müssen Abschied nehmen, denn die Bahia de las Aguilas wartet auf uns. Ok, nicht nur auf uns, denn es sind auch andere Reisende hier unterwegs. Trotzdem ist hier einer der schönsten Strände, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Weißer Sand und kristallklares Wasser! Wir baden im Meer und schießen Fotos, bis uns unsere Guides das Mittagessen richten. So genießen wir Reis, schwarze Bohnen, Fisch und Salat in herrlichstem Panorama. Aber auch diese Zeit muss einmal zu Ende gehen und wir machen uns etwas wehmütig auf den Rückweg zum Hotel. 

Auf ins Inland 

Wir treten mit 6 Stunden Fahrt unsere längste Strecke an und machen uns auf den Weg nach Constanza. Als erstes fällt mir der unglaubliche Temperaturunterschied auf. Es ist zwar tagsüber recht angenehm, abends müssen wir uns aber lange Sachen überziehen. Für unsere geplanten Wanderungen sind es die perfekten Temperaturen. An den Straßen wird hier oben auch viel mehr Gemüse angeboten und nicht nur Früchte, wie in den flacheren Ebenen. Sogar unser Hotel hat einen relativ großen Gemüsegarten. 

Unsere nächste Station, Jarabacoa, eignet sich eigentlich sehr gut um Wanderungen durch den Regenwald zu unternehmen. Mit zahlreichen Flussläufen, Wasserfällen und bunten Pflanzen ist es ein wahres Tropenparadies. Uns macht allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnet so heftig an beiden Tagen, dass wir leider keine größere Tour unternehmen können. So besichtigen wir das Städtchen Jarabacoa und genießen die Zeit im bzw. rund ums Hotel. So ist es halt manchmal und der Wettergott meinte es nicht so gut mit uns. 

Surfers Paradise Cabarete

Auf diesen Strand bin ich schon lange gespannt. Nach den ruhigen und kühlen Nächten im Hochland freue ich mich besonders auf die entspannte Strandatmosphäre. Von unserer Unterkunft laufen wir in 15 Minuten zum Strand, an dem es tatsächlich nur so von Surfern wimmelt. Wir setzen uns in eine der zahlreichen Bars, trinken Cocktails und genießen das rege Treiben. Wer die Happy Hour nutzen möchte, der sollte sich in den Abendstunden in eines der Restaurants mit Blick aufs Meer setzen. Wir haben es getan und genossen. Die Surfer sind bis zur Dunkelheit aktiv bei ihrem Wassersport bieten Unterhaltung zwischendurch.

Mein Highlight – ein Schmuckstück von einem Hotel

Wir verlassen das Surfers Paradise und machen uns auf den Weg in den Ort Cabrera. Das Baoba Beach Hotel begeistert mich von der ersten Sekunde an. Das Hotel ist perfekt gelegen und die Besitzer betreiben es mit einer solchen Hingabe und Liebe zum Detail, dass man sich nur wohlfühlen kann. Wir sind die einzigen Gäste in dieser Nacht – so bekommen wir ein zweistöckiges Apartment mit Blick auf Palmen, Strand und das Meer. 

Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, zeigt uns ein Angestellter des Hotels, wie man mit einer Machete eine Kokosnuss öffnet. Endlich können wir das einmal live sehen. Irgendwie hatte ich das jahrelang im Kopf, dass ich das unbedingt einmal erleben muss. Er macht sich also auf den Weg um für uns Kokosnüsse zu suchen und bringt uns zwei Schmuckstücke in unterschiedlichen Reifeprozessen mit. Dann endlich, das Ereignis naht und er schwingt seine Machete und teilt die Kokosnüsse in zwei Hälften. So viel Kokosmilch, wie in einer Nuss drin ist, kann man kaum auf einmal trinken. Das Fleisch ist sehr zart – ganz anders als bei den Kokosnüssen, die man aus der Heimat kennt. Wir sind begeistert. 

Las Terrenas – in touch mit den Einheimischen

Las Terrenas ist im Vergleich zu den anderen Orten recht touristisch. Nachdem wir uns die Füße am Strand vertreten haben, mischen wir uns unters Volk und machen uns auf den Weg in das Städtchen „Pueblo de los Pescadores“. Schnell finden wir ein gemütliches Restaurant und essen auf der Terrasse mit Meerblick lecker zu Abend. Es gibt auch noch den ein oder anderen Cocktail und dann fällt es auch meinem Freund nicht mehr so schwer mit der Sprachbarriere und wir spielen mit ein paar Dominikanern Billard. Ein gelungener Auftakt in Las Terrenas. Morgen wollen wir ja schon wieder einen Ausflug unternehmen.

Per Schnellboot auf die Bacardi-Insel

Mal sehen ob die Insel hält, was der Name verspricht und wir den ein oder anderen Bacardi trinken werden. Eigentlich heißt die Insel Cayo Levantado, ist aber umgangssprachlich als Bacardi Insel bekannt, da die Dominikaner davon überzeugt sind, dass auf der Insel ein Werbespot für Bacardi gedreht wurde. Los geht es recht turbulent, denn in Samaná warten bereits zahlreiche Dominikaner auf uns, die uns per Boot auf die Insel bringen wollen. Und jeder hat natürlich den besten Preis. Wir handeln ein wenig und kommen schließlich für 35 € per Schnellboot hin und zurück. 

Kurz nach dem Start schnellt auch schon das Adrenalin in die Höhe. Der Fahrer gibt Vollgas und wir sind skeptisch, ob wir nicht gleich bei der nächsten Welle einmal über Bord hüpfen werden. Aber wir schaffen es sicher wieder an Land und freuen uns auf ein Strandparadies. Wir werden nicht enttäuscht, die Insel ist ein wahres Paradies. Einziges Manko – es sind doch einige Touristen hier unterwegs. Die Dominikaner verkaufen an einigen Ständen Schmuck und andere Souvenirs und die Preise für Essen und Trinken sind auch etwas höher als auf dem Festland. Wir machen uns auf die Suche nach einem ruhigen Plätzchen und genießen die Idylle bis uns um 17:00 Uhr das Schnellboot wieder abholt.

Punta Cana – All Inclusive und jede Menge Menschen

Als letzten Stopp unserer Reise haben wir Punta Cana gewählt. Eigentlich frage ich mich schon „warum eigentlich“? Die Anlage ist riesig und gut gefüllt mit Amerikanern und anderen Touristen. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt und werden auch direkt auf Englisch angesprochen, was uns auf der ganzen Reise bisher nicht passiert ist. Aber, das Essen ist sehr lecker, was ja mit das Wichtigste ist oder nicht? 

Wir laufen also durch die Anlage, in der tagsüber einige Flamingos umherstreunen. Ich kann mich einfach nicht an den rosaroten Vögeln satt sehen und würde am liebsten noch länger hierbleiben. Kommt man ihnen zu nahe, wird man mit einem lauten Ruf des Tieres zurechtgewiesen und das ist auch gut so. Den eigenen Strandabschnitt des Hotels liegen wir natürlich auch noch probe und essen uns durch die leckeren Speisen – es sind schließlich unsere letzten Tage in der Dominikanischen Republik. 

Unser Fazit

Wir verlassen die Dominikanische Republik mit vielen neuen Eindrücken. Wir haben tolle zwei Wochen hier verbracht. Nur das Autofahren ist tatsächlich eine Herausforderung beim „heißen“ karibischen Fahrstil auf der Insel. Motorräder links, rechts, vorne und hinten. Man muss sich wohl einfach anpassen und auch öfters mal auf die Hupe drücken, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber das hat unseren positiven Eindruck der Insel natürlich nicht geschmälert. 

Ich bin froh, dass wir so unterschiedliche Landesteile gesehen haben. Der Dominikanischen Republik eilt ja nach wie vor der Ruf voraus, dass man hier „nur“ All-Inclusive Strandurlaub machen kann. Ja klar, das kann man durchaus zum Beispiel in Punta Cana, aber man kann auch Zeit im Hochland verbringen und den Regenwald bei Wanderungen und Trekkings genießen. Wenn die Reise richtig geplant ist, verbringt man hier einen abwechslungsreichen Urlaub mit netten Menschen, super Bademöglichkeiten an Traumstränden, Tierbeobachtungen und Wanderungen. Wir sind begeistert und werden irgendwann wiederkommen. Ganz sicher!   


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