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Tanken in Kuba

17.05.2018 | Erstellt von Kathrin Wortmann |
Kategorie
Kuba

Wer an Kuba denkt, dem kommen sofort Bilder von Traumstränden, bunten Oldtimern oder lebensfrohen Kubanern, die zu fröhlichen Salsa-Klängen das Tanzbein schwingen, in den Sinn. Um Kuba mit all seinen Facetten ganz individuell zu erkunden, eignet sich ein Mietwagen besonders gut. Was aber passiert, wenn man mit einem solchen Mietobjekt zur Tankstelle fährt? Unser kubanischer Mitarbeiter Enrique weiß davon eine Geschichte zu erzählen:

Erst zahlen, dann tanken
„Hola amigo! Tanken und danach zahlen? Nee, nee, mein Lieber, das Geld vorne weg.“ So läuft das in Kuba. Hier wird zuerst gezahlt und daraufhin eine bestimmte Zapfsäule für exakt denselben Betrag freigeschaltet. „Kreditkarte? No, señor, so ein Gerät besitzen wir nicht. Die einzigen Geräte, die wir haben, sind ein altes sowjetisches Radio und ein chinesischer Stehventilator. Bargeld, bitte.“ Bei einer Mietwagenreise durch den kubanischen Inselstaat können Sie sich selbst davon überzeugen. Sie werden zwar feststellen, dass ein Kreditkartenableser sehr wohl vorhanden, allerdings nationalen Karten vorbehalten ist. Damit dürfen staatliche Automobile (LKWs, Taxis, Fernbusse etc.) tanken; private Fahrer – ganz gleich, ob Einheimische oder Touristen – können damit rein gar nichts anfangen. Und woher wissen Sie das? Ganz einfach: Ich sage es Ihnen jetzt. Selbst als Einheimischer habe ich davon erst an einer Tankstelle in Havanna erfahren. So etwas steht nirgendwo geschrieben. „Warum?“, habe ich damals verwirrt gefragt. Mein Gegenüber antwortete schulterzuckend: „Es ist halt so“.

Die sogenannten „Servicentros“
Des Weiteren ist zu beachten, dass die richtige Zapfsäule freigeschaltet wird und der Anzeiger von NULL ausgeht – andernfalls bezahlt man den ein oder anderen Liter Sprit von einem anderen Autofahrer mit (das passiert jedoch selten). Das zweifelsohne Gute beim Tanken in Kuba: die Preise. Sie sind nicht überraschend günstig, oft sogar vergleichbar oder mit den hiesigen, aber dafür gelten sie einheitlich für das ganze Land. Man braucht weder eine App, noch muss man vergleichen oder überlegen, ob das Benzin morgens oder abends preiswerter ist. Der Staat legt den Preis pro Liter für alle Tankstellen fest. Schließlich sind alle staatlich subventioniert. Shell, Agip oder Aral suchen Sie vergebens – nur CUPET (cuba petroleo) und Oro Negro (schwarzes Gold) werden Sie finden. In Kuba heißen die Tankstellen übrigens „Servicentros“ – und dass, obwohl sie sich nicht per se als „Servicezentrum“ rühmen sollten. Dies wird aber auch nicht infrage gestellt. Es ist halt so.

Gut zu wissen
Hier einige weitere Infos, die für Ihr Kuba-Abenteuer mit dem eigenen Mietwagen interessant sein dürften: Die meisten PKW benötigen „gasolina especial“ = 94 Oktan. Das bezeichnen wir Kubaner als „Spezial“ ????. Die Zapfsäule ist für gewöhnlich in Blau gehalten und eindeutig als solche beschriftet. Allen Zapfsäulen mit den Farben braun und rot brauchen Sie keinerlei Aufmerksamkeit zu schenken; diese enthalten Diesel und das gemeine „gasolina de motor“= 83 Oktan, weshalb sie von Traktoren und Fahrzeugen älterer Jahrgänge angesteuert werden. Manche Tankstellen verfügen neben einem Minisupermarkt, wo man Wasser und Kekse für unterwegs kaufen kann, über praktische Sachen fürs Auto – von Öl, über Fußmatten bis hin zu Werkzeugen. Und meistens zudem über eine öffentliche Toilette. Mitunter bieten CD- oder DVD-Verkäufer ihre Ware feil; aus meiner Erfahrung empfehle ich Ihnen, es bei einer süßen Wegzehrung zu belassen. Glauben Sie mir, das ist besser – es ist halt so.

Was tankt man?
Spezialbenzin wird für Ihren Mietwagen übrigens in ausreichender Menge vorhanden sein (genau, es ist jenes mit den stolzen 94 Oktan). Dennoch ist es möglich, dass Sie in Großstädten wie Havanna und Santiago de Cuba oder in hoch frequentierten Dörfern wie Viñales oder Trinidad gar keins finden werden. Ich persönlich rate Ihnen daher, an der Autobahn zu tanken. Das liegt daran, dass die Tankstellen entlang dieser Schnellstraßen nicht allzu oft besucht werden. Vielleicht wundern Sie sich jetzt, wie das sein kann? Sie werden es verstehen, wenn Sie die Autobahnen in Kuba sehen ????. Über diese Fernstraßen gelangen Sie natürlich schneller ans Ziel, aber der Weg ist recht monoton. Die Landstraßen führen dagegen durch viele Dörfer, weshalb die Geschwindigkeit auf 50km/h begrenzt ist.

Mein Tipp: Wenn Sie vorankommen wollen oder müssen, dann nehmen Sie die Autobahn (und auch, wenn Sie merken, dass Sie bald tanken sollten). Sofern Sie Zeit und keine sehr langen Strecken vor sich haben, dann fahren Sie lieber gemütlich über die Landstraßen, genießen die traumhaften Ausblicke und legen einige Fotostopps am Wegesrand ein!

Unser Mitarbeiter Enrique ist in Havanna geboren und aufgewachsen. Seit über fünf Jahren lebt er in Deutschland und arbeitet bei travel-to-nature in Heitersheim. Wenn Sie mehr über Ihren Reisespezialisten wissen möchten, klicken Sie hier: Portrait Enrique Perez. Montag bis Freitag erreichen Sie ihn ab 8 Uhr unter enrique@traveltonature.de oder unter folgender Telefonnummer: 07634 – 5055 – 22

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