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Moschusochse schaut direkt in die Kamera

Reisebericht - Fotoreise Dovrefjell

Norwegen, 15.–21. September 2025

Gastbeitrag / 20.02.2026 Blog author avatar

Im September begleitete eine Gruppe von travel-to-nature die beiden Profifotografen Aiko Sukdolak und Gunnar Dressler auf eine intensive Fotoreise nach Norwegen. Ziel der Exkursion war das Hochland von Dovrefjell und der Rondane-Nationalpark, die sich zu dieser Jahreszeit in ihren charakteristischen Herbstfarben präsentierten.

Die Woche stand ganz im Zeichen der Wildlife- und Landschaftsfotografie. Dank der Expertise der Guides gelangen der Gruppe beeindruckende Aufnahmen von Moschusochsen, Elchen und der skandinavischen Vogelwelt. Neben der Tierfotografie boten die wechselnden Lichtverhältnisse und die weite Fjell-Landschaft ideale Bedingungen für kreative Bildgestaltungen.

Der folgende Bericht gibt einen Überblick über die täglichen Erlebnisse, Wanderungen und die fotografischen Highlights dieser Reise.

Zwei Moschusochsen stehen sich gegenüber

Montag, 15. September – Anreise ins Fjell

Am frühen Nachmittag sammelte Aiko die Teilnehmenden am Flughafen Oslo ein. Nach einem kurzen Kennenlernen und dem Verstauen der Fotoausrüstung ging es mit dem Van Richtung Norden. Zunächst folgten wir der E6, die entlang des Mjøsa-Sees verläuft, Norwegens größtem Binnensee. Eine Umleitung führte uns über kleine Nebenstraßen mit schönen Ausblicken auf das ruhige Wasser. Kurz vor Lillehammer dann die erste große Aufregung: Ein Elchbulle stand auf einem Feld nahe des Seeufers – das erste Wildtier der Reise und gleich ein Highlight.

Weiter ging es entlang des Flusses Gudbrandsdalslågen, wo sich zahlreiche Vögel zeigten. Ein großer Trupp Kraniche zog über das Tal, begleitet von Gänsen, Kormoranen und Gänsesägern. Auch Elstern und Mehlschwalben begleiteten unseren Weg.

Hinter Dombås begann der Anstieg ins Hochland. Mit zunehmender Höhe wechselte die Vegetation, und plötzlich war er da – der Herbst im Fjell: goldgelbe Birken, rötliche Moose und erste Schneeflecken in der Ferne. Die ersten Landschaftsaufnahmen entstanden in diesem magischen Abendlicht, bevor wir in der Dovrefjell Lodge eintrafen, wo uns Gunnar, unser lokaler Guide und zweiter Reiseleiter, herzlich begrüßte.

Der Tag klang mit einem fantastischen Essen aus: Rentierkroketten auf Tomatensauce, Lachs auf Lauch und Kartoffelpüree sowie Karottenkuchen mit Vanilleeis und Karamellsauce.

Dienstag, 16. September – Frühe Elche & erste Moschusochsen

Bereits um 5:25 Uhr brachen wir zur ersten Elch-Exkursion auf. Die frühe Stunde lohnte sich: Zwei Elchbegegnungen – eine Kuh mit Jungtier und ein Alttier direkt am Straßenrand.

Auf einer Lichtung labten sich Elstern und Nebelkrähen an einem Fuchs-Riss, während Singschwäne über das Tal zogen. Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir ins Fjell. Auf dem Weg stoppten wir bei einer Singschwan-Familie – perfekte Motive im Morgenlicht.

Elchkuh im Dovrefjell zwischen Bäume hindurch fotografiert
Singschwänze künstlerisch zwischen Blätter hindurch fotografiert

Im Fjell selbst entdeckten wir zwei Gruppen Moschusochsen:

  • eine Mutter mit zwei Kälbern
  • und eine zweite Gruppe mit acht Tiere

Ein weiteres großartiges Motiv ergab eine Gruppe Pferde, die von Frühjahr bis Herbst im Fjell gehalten werden und sich dort frei bewegen.

Moschusochsen in offener Landschaft
Braune und graue Pferde in weiter Landschaft im Dovrefjell

Beim Rückweg zur Lodge zeigte sich sogar ein Schneehase (Mountain Hare) in seiner beginnenden Winterfärbung. Tagestour: 11 km, 300 Höhenmeter. Das Abendessen wurde in Eigenregie in der Hütte zubereitet – die Gespräche drehten sich noch lange um die Begegnungen des Tages.
 

Mittwoch, 17. September – Tiere im Waldlicht

Der dritte Tag führte uns erneut zu den Moschusochsen. Eine Gruppe von fünf Tieren stand diesmal im lichten Birkenwald – perfekte Bedingungen für Animalscapes, bei denen die Tiere harmonisch in die Landschaft eingebettet sind.

Moschusochse im herbstlichen Dovrefjell

Tour: 9,3 km, 230 Höhenmeter.
Ein ruhiger, konzentrierter Fototag mit feinen Lichtmomenten an dem wir immer wieder Regenbögen beobachten konnten.

Donnerstag, 18. September – Landschaftsfotografie im Rondane Nationalpark

Den Morgen des dritten Tages haben wir uns erneut auf die Suche nach Elchen gemacht und konnten unter anderem einen wunderschönen Elchbullen fotografieren.
 

Im Anschluss stand ein Ausflug in den Rondane-Nationalpark auf dem Programm. Zwischen Wasserfällen und klaren Bergbächen fanden sich zahlreiche Motive die zu kreativen Langzeitberichtungen einluden.

Als Bonus gab es noch einige Vogelbeobachtungen: Steinadler, Wacholderdrossel, Bergpieper und Grünfink. Die Landschaft präsentierte sich im herbstlichen Farbspiel – ein Fest für Weitwinkel und Teleobjektiv gleichermaßen.

Elch im herbstlichen Dovrefjell
Wasserfälle im Dovrefjell bei herbstlicher Stimmung

Freitag, 19. September – Elche im Morgenrot

Der Tag begann mit gleich zwei Elchbeobachtungen:

  • Eine Mutter mit zwei Kälbern sowie ein weiteres Alttier.
  • Eine zweite Kuh mit Kalb stand direkt neben der Straße

Während der Elchbeobachtungen aus dem Auto färbte die Sonne die Berggipfel rosa und es ertönte der Ruf des Zilpzalps – ein stimmungsvoller Moment.
Bevor wir zum Frühstück in die Lodge zurückgekehrt sind, haben wir in der Distanz noch einen Elchbullen beobachten können. Da er gut stand haben wir das Auto geparkt und uns ihm zufuß angenähert und konnten feststellen, dass es sich um ein außerordentlich großes  Exemplar mit 14 Zacken gehandelt hat. Später entdeckten wir eine reine Männergruppe aus drei Moschusochsenbullen, die kleinere Rangkämpfe austrugen – spannendes Fotomotiv!

Samstag, 20. September – Spannung im Fjell

Die Elche hielten sich heute zurück – zwar konnten wir fünf Tiere entdecken, doch diese waren weit entfernt und zu sehr gedeckt. Dafür sorgte eine Moschusochsen-Gruppe mit fünf Tieren für Action: Brunstverhalten, erste Rangordnungskämpfe und eine spürbare Spannung im Fjell. Eine Junggesellengruppe aus drei Bullen näherte sich später der etablierten Gruppe und es kam zu Spannungen zwischen einem der Männchen sowie dem Bullen der ersten Gruppe.
Krönender Abschluss des Tages war die Sichtung einer Sperbereule, die sich nach erfolgreicher Jagd auf einem Ast am Straßenrand niedergelassen hatte.

Zwei Moschusochsen stehen sich gegenüber
Sperbereule auf einem dünnen Ast

Sonntag, 21. September – Abschied vom Fjell

Früher Aufbruch Richtung Oslo. Bei der Dovrefjell Lodge verabschiedeten wir uns von Gunnar, der uns die Woche über mit großem Wissen und Humor begleitet hatte. Die Rückfahrt verlief ruhig, begleitet von herbstlicher Stimmung und vielen Erinnerungen an Begegnungen mit Elch, Moschusochse in fantastischer Landschaft guter Laune und tollem Wetter das so einige Regenbögen für uns bereithielt.

Regenbogen in Norwegen

Die beiden Reiseleiter auf der Fotoreise ins Dovrefjell

Porträt von Aiko Sukdolak

Aiko Sukdolak

Tier-, Natur- und Umweltfotograf
  • Wildtere
  • Achtsamkeit
  • Präzision
  • Naturschutz

Fotgrafie-Schwerpunkt: Umwelt-, Natur- & Wildtierfotografie

Reiseerfahrung: Seit 2019 – Workshops & Fotoreisen, u.a. Japan, Europa

Vermittlungsstil: Individuelle Betreuung auf Reisen, praxisnah mit Technik- und Gestaltungstipps

Persönliche Note: Meditative Achtsamkeit, technische Präzision & Naturschutz-Engagement

Porträt von Gunnar Dresler

Gunnar Dresler

Wildlifefotograf
  • Wildtierbiologie
  • Naturfilm
  • Norwegen
  • Ethik

Fotgrafie-Schwerpunkt: Wildtierfotografie, Naturfilme & Outdoor-Abenteuer

Reiseerfahrung: Seit 2019 – Expeditionen, Safaris & Workshops (Fokus: Norwegen, Dovrefjell, Runde)

Vermittlungsstil: Kreative Praxis-Guiding-Konzepte, Fokus auf Qualität statt Quantität & Storytelling

Persönliche Note: Biologe, ethischer Anspruch (Respekt vor dem Tier) & Leidenschaft für die raue Wildnis

Wissenswertes zu Norwegen und Dovrefjell

Wo in Norwegen gibt es Moschusochsen?

Der einzige Ort in Norwegen, an dem man Moschusochsen in freier Wildbahn antreffen kann, ist der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark. Weltweit gehört diese Region zu den wenigen Gebieten, in denen diese prähistorischen Tiere noch frei herumlaufen. Nachdem die Wiederansiedlung zunächst mit Herausforderungen verbunden war, hat sich der Bestand heute stabilisiert und bietet Naturfotografen sowie Wanderern eine einzigartige Kulisse.

Auf geführten Touren, wie sie von Experten wie Aiko Sukdolak und Gunnar Dressler begleitet werden, besteht nahezu eine Garantie, die Tiere zu sichten. Es ist die seltene Gelegenheit, die Majestät dieser urzeitlichen Tiere aus einer respektvollen Entfernung fotografisch festzuhalten.

Wie viele Moschusochsen gibt es im Dovrefjell?

Die Population der Moschusochsen im Dovrefjell Nationalpark ist heute stabil, wird aber bewusst auf einem konstanten Niveau gehalten. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Bestand zwischen 200 und 300 Tieren aus.

Was macht den Moschusochsen im Dovrefjell so besonders?

Der Moschusochse (Ovibos moschatus), von den Inuit auch „Umimmaq“ (Tier mit Fell wie ein Bart) genannt, ist ein faszinierendes Relikt der letzten Eiszeit. Obwohl seine bullige Gestalt mit dem markanten Schulterbuckel an Rinder erinnert, gehört das bis zu 1,50 m hohe Tier biologisch zur Verwandtschaftsgruppe der Ziegenartigen. Sein lateinischer Name Ovibos bedeutet treffend „Schafsrind“. Seinen Namen verdankt er einem moschusähnlichen Duft, den die Bullen zur Paarungszeit verströmen.

Ursprünglich nur noch in der arktischen Tundra Grönlands und Kanadas heimisch, ist der Moschusochse heute dank erfolgreicher Wiederansiedlungen eine der Hauptattraktionen im norwegischen Dovrefjell-Nationalpark. Mit ihrem dicken Fettpolster und dem extrem langen, zotteligen Fell sind die Tiere perfekt an große Kälte angepasst. Dennoch ist ihr Überleben im Winter eine Herausforderung: Da sie empfindlich auf Feuchtigkeit und Vereisungen reagieren, die ihnen die Nahrungssuche erschweren, weichen sie oft in tiefer gelegene Gebiete aus. Ein Besuch im Dovrefjell bietet die seltene Gelegenheit, diese urzeitlichen Bewohner Europas in ihrem natürlichen Lebensraum aus nächster Nähe zu beobachten.

Welche Tiere leben im Dovrefjell?

Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark bietet durch seine kontrastreichen Lebensräume – von Hochgebirgsebenen bis zu mystischen Flusslandschaften – einer Vielzahl seltener Tierarten ein Zuhause:

  • Wildren: Das Dovrefjell ist das Reich einer der letzten Wildrenherden Europas. Diese Tiere stammen direkt vom ursprünglichen wilden Bergwildren ab und sind nicht mit domestizierten Rentieren gekreuzt.

  • Moschusochsen: Als einziger Ort in Norwegen beherbergt das Dovrefjell diese prähistorischen Tiere in freier Wildbahn.

  • Polarfüchse: Nachdem der Polarfuchs in den 1990er Jahren in dieser Region ausgerottet wurde, wird seit 2005 ein Zuchtprogramm betrieben, um eine lebensfähige Population wiederherzustellen.

  • Elche: Für diese beeindruckenden Tiere bietet Dovrefjell ideale Lebensbedingungen. Besonders in der Dämmerung lassen sich die Tiere hier hervorragend beobachten

  • Raubtiere & Vögel: Der scheue Vielfraß sowie zahlreiche Raubvogelarten nutzen die abwechslungsreiche Landschaft als Jagdrevier.

  • Flora-Besonderheiten: Neben der Tierwelt beherbergt der Park seltene Pflanzen wie den Dovre-Mohn und die Alpen-Glockenblume.

Reisevorschlag

Naturreisen mit travel-to-nature
  • Einzigartige Naturmomente
  • Perfekte Organisation
  • Excellente Naturguides
  • Transparentes Engagement
  • Handverlesene Unterkünfte
Grüner Mehrwert
  • Pro Teilnehmer spenden wir 25€ an unser Moorschutz-Projekt in Litauen
  • Transparentes Engagement für den Natur- und Artenschutz

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