Walbeobachtung mit Abstand und Respekt
23.02.2022 | Autor: Elisa Stoll

Walbeobachtung mit Abstand und Respekt

Mit Abstand und Respekt sollten nicht nur wir Menschen uns begegnen, sondern uns so auch der Tierwelt gegenüber verhalten. Uns ist dieses Thema äußerst wichtig, denn als nachhaltiger Reiseveranstalter liegt uns das Wohl aller Lebewesen am Herzen. Leider haben wir in letzter Zeit häufiger von Walbeobachtungstouren gehört, die den sanftmütigen Riesen zu dicht auf die Pelle rücken. Besonders während sich die Mütter und ihre Kälber in den Buchten Costa Ricas erholen, sollte man besonders vorsichtig sein. 

Walbeobachtung in Uvita

Ich bin auf dem Boot in der Bucht vor Samara, in der Ferne springt plötzlich etwas aus dem Wasser. Plötzlich ruft es „Whale! Whale“ – es war ein Walkalb und das Boot macht sich schnell auf in die Richtung. Der Bootsführer schaut vorsichtig, wo der Wal sein könnte, man sieht Mutter und Kalb auch noch einmal auftauchen, nicht mehr springen, aber das Erlebnis ist toll. Immer natürlich mit dem nötigen Abstand. Über Funk hört der Bootsführer von einem Kollegen noch von einem anderen Wal, der soeben gesichtet wurde und wir machen uns auf den Weg in die beschriebene Richtung. Keiner nähert sich zu stark an, wir beobachten die grauen Riesen mit dem nötigen Respekt. So sollte es natürlich sein und tatsächlich habe ich in Costa Rica und Panama selbst meine Waltouren oder Touren, auf denen es plötzlich auch Wale gab, immer erlebt. 

Meist läuft es gut, aber es gibt auch Negativbeispiele

Einmal eine Walkuh mit Kalb, die in der Bucht von Playa Hermosa am Nordpazifik eine Verschnaufpause eingelegt hat – nur wenige Hundert Meter vom Strand entfernt – einmal eine 5er Gruppe Wale auf Partnersuche auf dem Weg zur Isla Iguana in Panama. Insgesamt hatte ich sicher das Glück, um die fünf bis sechs Mal bei Walbesichtigungen dabei zu sein. Es ist ein tolles Erlebnis und natürlich wollen auch viele unserer Kunden daran teilhaben.
Doch schon einmal habe ich im Golfo Dulce auch ein Boot gesehen, welches sich Mutter und Kalb viel zu sehr angenähert hat, nur noch etwa 5-10 Meter entfernt war, während sich die beiden ausgeruht haben. 

Es zeigen leider nicht alle den nötigen Respekt

In letzter Zeit haben uns auch aus Uvita Rückmeldungen erreicht, dass sich viel zu stark auf die Tiere „gestürzt“ wird. Natürlich wollen wir, dass auch ihr zur Walsaison am Pazifik Costa Ricas und Panamas (die Walsaison geht von etwa Juli bis Oktober, man kann die Wale aber auch noch zwischen Mitte Dezember und Anfang März beobachten) Wale beobachten könnt, doch wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass aktuell leider nicht alle Anbieter auch den nötigen Respekt der Tierwelt gegenüber zeigen. 

Muss es immer das "beste" Erlebnis sein?

Bei Personalwechseln nach der Pandemie, vielleicht auch der Freude, endlich wieder internationalen Gästen, die Tiere zeigen zu können, aber auch dem Druck „das beste Erlebnis“ aller Anbieter zu garantieren, muss man feststellen, dass aktuell leider nicht alles bestens läuft. Sich den Tieren zu stark anzunähern kann Risiken für die Tiere, aber auch für die Personen auf dem Boot mit sich bringen.

Wie verhalten wir uns jetzt?

Zu allererst: Rückmeldungen und Beobachtungen von unseren Gästen haben wir an die Tourismuskammer in Uvita weitergegeben, die die Vorfälle prüfen möchten.

Aktuell können wir die Touren weiter anbieten, beobachten die Situation jedoch ganz genau. Uns war es wichtig euch davon zu berichten und euch zu sensibilisieren, falls ihr ähnliche Beobachtungen macht, euch bitte nicht scheut eurem Guide oder uns direkt Bescheid zu sagen. Andernfalls ist es für uns extrem schwer Missstände aufzudecken und zu reagieren.
Wir halten euch auf dem Laufenden!

Solltet ihr Fragen zu diesem Thema, aber auch zu allen anderen Themen rund um das Reisen und Artenschutz haben, sprecht uns gerne an!


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