Auf der Suche nach dem Göttervogel und warum man in Costa Rica Vögel beobachten sollte
13.07.2015 | Autor: Elisa Stoll

Auf der Suche nach dem Göttervogel und warum man in Costa Rica Vögel beobachten sollte

In Deutschland ist das Vogelbeobachten zugegebenermaßen relativ langweilig – ja manche werden mir hier widersprechen – aber die meisten Vögel sind nun mal irgendwie braun, grau oder schwarz. In Costa Rica sieht das völlig anders aus.

Ich war bereits 2 Monate durch Costa Rica gereist, als mir klar wurde, dass ich unbedingt ein Vogelbestimmungsbuch brauche. Und da hat es mich wohl gepackt, das Bestimmungsfieber. Mit über 900 Arten beheimatet das kleine Land Costa Rica etwa doppelt so viele Arten wie in Deutschland. Dazu kommt, dass hier eigentlich alle Vögel knallbunt sind, was das Ganze auch optisch ziemlich attraktiv macht. Das Schöne am Hobby-Vogelbeobachten in Costa Rica ist, dass man sich theoretisch nur auf den Balkon oder an einen gemütlichen Platz setzen und warten muss und dabei sogar Musik oder ein Hörbuch hören kann.

Die ersten 100 Arten hatte ich so im Handumdrehen zusammen, danach wurde es schon schwieriger. Mittlerweile stand ich schon zum Sonnenaufgang auf – ganz nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, nur dass ich den Vogel „fangen“ wollte. Doch langsam reichte einfach nur auf dem Balkon sitzen nicht mehr und ich musste mich schon etwas anstrengen. Auf meiner Liste stand noch ein ganz besonderer Vogel: Der Quetzal, auch Göttervogel genannt. Der Quetzal ist grün, rot und weiß und kann bis zu einen Meter lange Schwanzfedern bekommen. Und wie es bei den schönsten Dingen im Leben nun mal so ist – man muss dafür aufstehen und suchen gehen. Der Quetzal lebt versteckt im Hochland Costa Ricas. Er bevorzugt dicht bewachsene Gebiete im Nebelwald, wo er in Höhlen von verrotteten Baumstämmen nistet.

Nach zwei Stunden Fahrt auf einem holprigen Weg, auf dem ich mir unterwegs ziemlich sicher war, mich nun endgültig verfahren zu haben erreichte ich schließlich die Trogon Lodge. Hier geben sie eine 50-prozentige Chance den Quetzal auch tatsächlich zu entdecken. An der Rezeption meldete ich mich sofort zu der morgendlichen Birdwatching Tour an. Um 6 Uhr ging es am nächsten Tag los und ich war schon ganz gespannt. Gemeinsam mit einer Gruppe von etwas älteren Engländern ging es los in das Schutzgebiet. Ich war noch gar nicht so richtig wach, da rief unser Guide auch schon: „Da ist er!“ Und tatsächlich, da flog ein kleines grünes Ding im Wald herum. Selbst mit dem Spektiv konnte man kaum etwas erkennen. Nach einer halben Stunde entschieden wir noch an einer anderen Stelle zu suchen und hier hatten wir richtig Glück! Ein Männchen (das sind die mit den langen Schwanzfedern) hockte sich direkt vor uns auf einen frei stehenden Ast. Alle waren ganz aus dem Häuschen.

Am Ende meiner viermonatigen Reise habe ich übrigens knapp 200 Vogelarten gesehen und das ganz entspannt und mit viel Spaß. Wer Lust bekommen hat, dem empfehlen wir das Detailprogramm unserer Costa Rica Juwelen des Dschungels Reise.


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