Nationalfeiertag für Tequila
18.06.2019 | Autor: Ann-Katrin Wolf

Ein Nationalfeiertag für Tequila

Wo gibt's denn sowas? Richtig, in Mexiko!

Dass die Mexikaner etwas verrückt erscheinen, ist nicht erst bekannt, seit der „Día Nacional del Tequila“ in diesem Jahr beschlossen wurde. Immerhin wird in Mexiko jedes Jahr mehrtägig der „Día de los Muertos“ gefeiert, bei dem die Mexikaner mit Schädeln und Skeletten verkleidet und geschminkt ein wildes Fest zum Gedenken der Toten feiern. Was für Außenstehende etwas makaber anmuten mag, beinhaltet viele Rituale und Symbolik. Aber zurück zum Tequila, der auch beim Gedenken an die Toten sicher ein gern gesehener Gast ist.

Das Nationalgetränk „par excellence“ aus Jalisco ist weltberühmt und bekommt nun seinen eigenen Nationalfeiertag. Am 16. März 2019 war es soweit und der Tequila wurde zum ersten Mal mit diesem Feiertag geehrt. Die Tequila-Industrie, das Besucher- und Kongressbüro sowie die Gastronomen haben eine Reihe von Aktivitäten entwickelt, die am 11. März begonnen haben und am 16. März mit dem Fest des neuen Feiertages endeten – zu Ehren des Tequilas!

Día Nacional del Tequila – so wird gefeiert

Hotels, Restaurants und Destillerien boten entlang der „Ruta del Tequila“ Verkostungen, Wettbewerbe und Tage der offenen Tür an. Zum Beispiel in Guadalajara, Tequila und Arenal. Wer sich als Tequila-Meister versteht, der trat zum Tequila-Mix-Contest an. Es wurde geschüttelt, gerührt und dekoriert, was das Zeug hält, denn nur die innovativsten Kreationen mit dem bekanntesten Getränk Mexikos haben eine Chance, gegen die Jury zu bestehen.

Nun ist es also offiziell und der „Día Nacional del Tequila“ wird ab sofort jedes Jahr am dritten Samstag im März gefeiert. Wer sich das Spektakel nicht entgehen lassen will, sollte seinen Mexiko-Aufenthalt in den März legen. Auch unabhängig des Nationalfeiertages empfehlen wir euch einen Tagesausflug von Guadalajara in das Tequila-Land mit dem Touristenzug Tequila-Express, um so das mexikanische Nationalgetränk besser kennenzulernen.

Wichtige Fakten über Tequila

  1. Namensgeber des Nationalgetränks ist die Kleinstadt Tequila. In der nordwestlich von Guadalajara liegenden Stadt findet jedes Jahr vom 26. November bis zum 12. Dezember die nationale Tequila-Messe statt. Alle Besucher erwarten neben besten Tequilas musikalische Untermalung durch Mariachi-Bands, Hahnenkämpfe und ein Feuerwerk. 
  2. Tequila darf ausschließlich aus der blauen Weber-Agave hergestellt werden, die im Hochland Mexikos wächst. Sowohl der Produktionsprozess als auch der Anbau der blauen Agave müssen in dem Ursprungsgebiet des Tequilas erfolgen, um Tequila genannt werden zu dürfen.
  3. Wenn ein Tequila den Aufdruck „100 % de Agave“ trägt, müssen mindestens 51 % des Getränks aus der blauen Agave stammen, die restlichen 49 % dürfen aus anderen natürlichen Zuckerquellen stammen. 
  4. Um sicher sein zu können, dass man einen ordentlichen mexikanischen Tequila gekauft hat, sollte auf dem Etikett Folgendes abgedruckt sein: NOM (offizieller mexikanischer Standard) und die Abkürzung CRT (Tequila Regulatory Council).

Wie trinkt man Tequila auf mexikanisch? 

Punkt 5 der obigen Liste lautet wie folgt: „Der gute Geschmack eines Tequilas entfaltet sich bei Zimmertemperatur und sollte weder durch Salz noch durch Limette verfälscht werden.“ Was? Das fragen sich bestimmt einige, da man hierzulande andere Trinkgewohnheiten pflegt. Bei uns Tequila zu trinken bedeutet meistens, in einer langen Partynacht am Tresen zu stehen und einen gekühlten, weißen Tequila mit Salz und Zitronen- oder Limettenscheibe hinunterzukippen. Oder man entscheidet sich für die goldene Version und kippt sich diese mit Zimt und einer Orangenscheibe hinunter. So oder so – von einem Genuss kann dabei keine Rede sein. 

Die Mexikaner genießen ihren Tequila ganz anders. Zuallererst kommt es auf die Qualität des Nationalgetränkes an. Je länger der Tequila in einem Holzfass gelagert wurde, desto milder und geschmacklich intensiver ist das Getränk. Einen Mexikaner sieht man wohl kaum mit einem Fusel in der Hand, der in unseren Gefilden als Tequila in den Diskotheken ausgeschenkt wird. Die Einheimischen kosten ihren Tequila bei Zimmertemperatur Schluck für Schluck. Und damit nicht der Rachen wegbrennt, wird eben auf eine gute Qualität geachtet. Extras wie Salz und eine Limette findet man in Mexiko kaum. Höchstens an besonders heißen Tagen streut man sich etwas Salz auf eine Limette, beißt ab und nimmt einen Schluck Tequila dazu, um einen erfrischenden Geschmack im Mund zu erhalten.

Bei Festen und Feiertagen in Mexiko kann man darauf wetten, dass wild gefeiert, gelacht, getanzt und Musik gemacht wird, denn die Mexikaner sind ein fröhliches Volk mit südamerikanischem Temperament. Plant euren Mexiko-Aufenthalt daher am besten so, dass ihr eines der Feste miterlebt. Es ist auf jeden Fall eine Wahnsinns-Atmosphäre und ihr kommt durch gemeinsames Feiern mit den Einheimischen ins Gespräch – oder, wenn ihr kein Spanisch sprecht, anderweitig in Kontakt.


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