Beratung
Gebirgszug Asturien mit Weg - Reisebericht Spanien

Reisebericht Grünes Spanien

Grüner Norden Spaniens: Galizien und Asturien

Mariana Dentsch / 13.07.2026 Blog author avatar
Reisebericht Spanien

Spanien – wer denkt da nicht an Sonne, Strand und Sangria? Doch Spanien hat noch so viel mehr zu bieten. Aus diesem Grund bekommen Reiseveranstalter von Turespaña, der Marketingorganisation für den spanischen Tourismus, jedes Jahr eine kleine und feine Auswahl an Touren zugeschickt um auch die Regionen jenseits der bekannten Ziele kennenzulernen.

Einer solchen Einladung bin ich im Juni gefolgt. Zusammen mit der Kampagne „Green Spain“ hat Turespaña eine viertägige Tour durch die zwei Provinzen Galizien und Asturien aufgelegt. In diesem Reisebericht Spanien möchte ich meine Erfahrung über den grünen Norden mit Euch teilen.

Tag 1 - Anreise nach Galizien

Frühmorgens starte ich von Frankfurt mit einer kleinen Air Nostrum-Maschine nach Madrid. Dank einer deutlich früheren Landung bleibt sogar Zeit, sich im modernen Terminal 4 die Beine zu vertreten, bevor es gemeinsam mit meinen Mitreisenden weiter nach Santiago de Compostela geht.

Dort erwarten uns bereits unser Fahrer Nacho und unser ortskundiger Guide Luis Frechilla. Nach dem Check-in im Hotel Pazo Rial bleibt gerade genug Zeit zum Frischmachen, bevor das erste Highlight der Reise beginnt.

Im Hafen von Cambados heißt uns die Crew der ChaSula willkommen. Kaum haben wir den Hafen verlassen, serviert der Kapitän persönlich frisch zubereitete Miesmuscheln direkt aus der Bordküche. Schnell wird klar: Diese Bootstour lebt nicht von Geschwindigkeit, sondern vom Genießen. Gemächlich gleiten wir vorbei an den traditionellen Muschelbänken, auf denen die berühmten galizischen Miesmuscheln seit Generationen gezüchtet werden. Galizien war bis vor wenigen Jahren sogar der weltweit größte Exporteur dieser Delikatesse.

Dazu werden weitere regionale Spezialitäten wie Venusmuscheln, spanische Tortilla, Empanadas sowie lokaler Wein und Cerveza gereicht – eine kulinarische Einstimmung auf die kommenden Tage.

Bootstour Galizien - Reisebericht Spanien
Miesmuscheln auf Teller - Reisebericht Spanien

Während der Fahrt erfahren wir von Guide Luis und Crewmitglied Gabi viel über den Nationalpark Islas Atlánticas. Unser Ziel ist die Insel Sálvora, Teil eines geschützten Archipels mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt an Land und im Meer. Ausgestattet mit Fernglas und Artenliste halten wir Ausschau nach Seevögeln und Meeressäugern.

Auf der Insel angekommen, werden wir von unzähligen Möwen begrüßt. Besonders überrascht mich das moderne Besucherzentrum, in dem wir mithilfe einer 3D-Installation in die faszinierende Unterwasserwelt des Nationalparks eintauchen. Leider bleibt wegen des aufkommenden Windes nur wenig Zeit, die Insel selbst zu erkunden.

Langsam treten wir die Rückfahrt an. Während die Sonne im Atlantik versinkt und ein kleines Dessert serviert wird, lassen wir die Eindrücke des Tages Revue passieren. Erst gegen 22 Uhr genießen wir im Hotel ein Drei-Gänge-Menü, bevor ich nach diesem erlebnisreichen ersten Tag müde, aber glücklich ins Bett falle.

Tag 2 - Weinberge, Canyons und die Kathedrale des Meeres

Nach einem kurzen Frühstück machen wir uns auf den Weg in das UNESCO-Biosphärenreservat Ribeira Sacra e Serras do Oribio e Courel. Hinter dem langen Namen verbirgt sich eine beeindruckende Landschaft aus tiefen Flusstälern, steilen Weinbergen und bewaldeten Bergen.

Unser erster Halt ist ein Aussichtspunkt hoch über dem Sil Canyon. Vor uns erstrecken sich die steilen Weinberge, die sich an die Hänge schmiegen, während sich der tiefblaue Fluss durch die Schlucht windet. Dank des milden Klimas gedeihen hier nicht nur Weinreben, sondern auch Esskastanien, Feigen und Oliven. Gleichzeitig zählt die Region zu den artenreichsten Galiziens – mit Hunderten Tier- und Pflanzenarten sowie zahlreichen Orchideen.

Über kurvenreiche Straßen erreichen wir schließlich den Fluss. Mit einem kleinen Motorboot fahren wir durch den Canyon und genießen die Ruhe zwischen den steilen Felswänden und Weinbergen. Unterwegs erfahren wir, dass viele Besucher hier auch mit dem Kajak unterwegs sind oder an den Ufern picknicken und baden.

Nach einer kurzen Wanderung besichtigen wir ein historisches Frauenkloster, dessen gut erhaltene Wandmalereien einen spannenden Einblick in die Geschichte der Region geben. Anschließend bringt uns das Boot zurück, wo ein Mittagessen mit regionalen Spezialitäten wie gegrillten Forellen und Aal auf uns wartet – begleitet von einem fantastischen Blick über den Canyon.

Am Nachmittag verlassen wir das Landesinnere und fahren weiter Richtung Küste. Nach rund zwei Stunden erreichen wir Barreiros, wo bereits das nächste Highlight auf uns wartet: der berühmte Strand der Kathedralen. Gemeinsam mit einem Geologen erkunden wir bei Ebbe die gewaltigen Felsbögen und Höhlen, die Wind und Meer über Millionen von Jahren geformt haben. Das warme Abendlicht taucht die spektakuläre Küste in eine besondere Stimmung und sorgt für unvergessliche Fotomotive.

Den Tag lassen wir bei einem hervorragenden Buffet mit regionalen Spezialitäten ausklingen – darunter würziger Blauschimmelkäse, geschmortes Rind und Mandelkuchen.

Tag 3 - Bergseen und Bären in Asturien

An Tag 3 meines Reisebericht Spanien verlassen wir nach einem hervorragenden Frühstück die Küste Galiziens und fahren ins asturische Somiedo. Die Landschaft verändert sich schnell: schroffe Berge, Gletscherseen, dichte Wälder und Ausblicke, die eher an die Alpen erinnern. Unser Ziel ist der Bergsee im Valle del Lago.

Die Wanderung hat es bei sommerlicher Mittagshitze in sich. Vorbei an traditionellen Strohdachhütten und der endemischen Pflanze Tausendgüldenkraut erreichen wir schließlich den idyllischen See und genießen unsere Lunchpakete. Guide Luis erzählt uns nebenbei, dass in den umliegenden Büschen durchaus Braunbären ihren Mittagsschlaf halten könnten. Die Tiere meiden Menschen meist, reagieren aber bei Störung oder Bedrohung.

Im Besucherzentrum erfahren wir mehr über die hier lebenden Bären, die kleiner als Grizzlys sind und mit denen die Region seit jeher im Einklang lebt. Mit neuen Verhaltensregeln für eine Begegnung mit den Tieren starten wir am Abend zur Bärenbeobachtung.

Ein Gewitter zwingt uns zunächst zur Rückkehr, doch später versuchen wir es erneut. Mit Spektiven und Unterstützung einer Rangerin halten wir Ausschau nach der am Morgen gesichteten Bärin. Nach fast zwei Stunden bleibt die Sichtung jedoch aus. Wie so oft bei Wildtieren gilt: Es gibt keine Garantie.

Hungrig kehren wir nach Pola de Somiedo zurück und lassen den Abend bei Wein und gutem Essen in einem vollen Restaurant ausklingen.

Tag 4 - Ein (zwei, drei…) Sidra zum Abschied

Mit gepacktem Frühstück fahren wir ein letztes Mal in den Naturpark Fuentes del Narcea, Degaña e Ibias. Im Naturreservat Muniellos entdecken wir bienenstockartige Holzbauten, die Bären vom Honig fernhalten sollen. Bei einer Wanderung mit einem Ranger erfahren wir, dass täglich nur 25 Besucher Zugang erhalten. Zwei feste Routen, Funkgeräte und strenge Regeln sorgen dafür, dass die Natur und die hier lebenden Tiere – darunter Bären, Wölfe und Auerhähne – geschützt bleiben.

Nach einem spektakulären Aussichtspunkt folgt der kulinarische Abschied: In einem traditionellen Apfelweinrestaurant lernen wir die Kunst des Sidra-Einschenkens kennen. Der säuerliche Apfelwein wird aus großer Höhe ins Glas gegossen, damit er Sauerstoff aufnimmt – und anschließend sofort getrunken. Ein automatischer Einschenker sorgt zusätzlich für einen letzten asturischen Spaßmoment und einen besonderen Abschluss dieser Spanien Reise.

Schweren Herzens verlassen wir Asturien und fahren zum Flughafen Oviedo, musikalisch begleitet von Luis und Nacho mit der Hymne Asturiens. Vier intensive Tage voller Natur, Kultur, gutem Essen und gemeinsamer Erlebnisse gehen zu Ende. Unsere kleine Gruppe ist zusammengewachsen, und mit herzlichen Abschieden treten wir schließlich den Nonstop-Flug mit Lufthansa zurück nach Frankfurt an.

Guide zeigt Bienenkästen - Reisebericht Spanien
Frau schenkt Apfelwein ein - Reisebericht Spanien

Reisebericht Spanien - Mein Fazit

Meine Erfahrung in Spanien ist erneut die gleiche, wie bereits im Vorjahr in La Rioja: Die Spanier sind ein unglaublich gastfreundliches Land, mit vielen regionalen Traditionen. Ich hatte den Eindruck, dass sie stolz darauf sind was hier produziert wird und welche Naturschätze es in der Region gibt.

Mir war nicht bekannt, dass es derart viele Reservate und Naturparks im Norden gibt, und mit Green Spain eine Vision geschaffen wurde, in der Biodiversität, Kultur und nachhaltiger Tourismus Hand in Hand gehen. Vieles steckt noch in den Kinderschuhen, und wir haben ja auch nur einen kleinen Prozentsatz davon gesehen, was die vier Provinzen zu bieten haben.

Wer reiseerfahren ist, keine Schwierigkeiten damit hat sich auch mal mit Händen und Füßen zu verständigen und sehr selbstständig reist, wird hier in dieser Region wunderschöne Begegnungen mit den Menschen und in der Natur machen.

Mein Tipps für eine Nordspanien Reise:

  • Grobe Route und Unterkünfte vor Reisebeginn festlegen. Es lohnt sich mehrere Nächte an einem Ort zu verbringen und von dort aus Tagesausflüge zu machen.

  • Englisch ist keine Garantie, auch nicht in Restaurants und auf Speisekarten. Gerade, wenn man in kleinen Orten und Lokalitäten essen geht, die in keinen oder wenigen Reiseführern stehen, sollte man sich ein Wörterbuch oder eine Übersetzungsapp anschaffen.

  • Genau erkundigen, wie die Zugangsbedingungen zu Sehenswürdigkeiten sind. Oft gibt es beschränkte Besucherzahlen pro Tag um die Ökosysteme zu schützen. Beispielsweise muss man sich in der Hochsaison für den Strand der Kathedralen registrieren, ebenso dürfen nur 500 Besucher täglich auf die Isla da Sálvora und nur 25 in den Naturpark Muniellos.

  • Vegetarier haben es schwer. Das ist (leider) immer noch so. Für Spanier ist der Verzehr von Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und tierischen Produkten gang und gäbe. Es ist häufig besser den Hauptgang zu bestellen und zu sagen, dass man auf das Fleisch/Fisch verzichten möchte, weil man dann immerhin die Sättigungsbeilagen und etwas Gemüse bekommt. Bestellt man dagegen vorab oder separat etwas „Vegetarisches“, kommt leider oft etwas auf den Teller, was entweder nicht sehr sättigend ist oder man isst einfach immer einen recht einfachen grünen Salat mit Tomaten.

Zu den Spanien Reisen


Weiter zu den Individualreisen

Weiter zu den Guppenreisen


Fragen zu unseren Reisen?

Beratung vereinbaren