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Ellora Caves Kailasa Tempel im Abendlicht

Reisebericht Indien: Maharashtra

Zwischen Megacity, Felsentempeln und unglaublichen Begegnungen

Alina Busch / 21.04.2026 Blog author avatar

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Bericht am Besten beginnen kann, um dem gerecht zu werden, was ich erlebt habe. Es gibt Reisen, die sind schön. Und es gibt Reisen, die sind einfach unvergesslich. Diese hier gehört definitiv zur zweiten Kategorie.

Eingeladen vom Maharashtra Tourism Board, Air India und AERTicket, ging es für mich auf eine Reise nach Maharashtra – einen Bundesstaat, der gemessen an der Bevölkerung der zweitgrößte Indiens ist.

Schon der grobe Reiseverlauf zeigt, wie vielfältig diese Tage waren: Nach dem internationalen Direktflug von Frankfurt nach Mumbai ging es zunächst weiter nach Chhatrapati Sambhajinagar (früher Aurangabad genannt). Dort standen einige der bedeutendsten kulturellen und historischen Stätten Indiens auf dem Programm – von den Felsentempeln von Ajanta und Ellora über monumentale Tempelanlagen bis hin zu Forts, Moscheen und Palästen. Den Abschluss bildete schließlich wieder Mumbai, wo die Reise zwischen kolonialer Geschichte, urbanem Chaos und lebendiger Gegenwart ausklang.

Es war eine Reise, die bewusst viele Kontraste zusammengebracht hat: zwischen Großstadt und ländlicher Ruhe, zwischen jahrtausendealter Geschichte und moderner Dynamik, zwischen intensiven Programmtagen und Momenten des Innehaltens. Genau diese Mischung macht Maharashtra so besonders – und diese Reise zu einer Erfahrung, die weit über klassisches Sightseeing hinausgeht.

Ein Auftakt, der Maßstäbe setzt

Die Reise begann tatsächlich schon lange vor der eigentlichen Ankunft in Indien. Genauer gesagt mit einem Flugerlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Mit der brandneuen Boeing 787-9 Dreamliner von Air India ging es im Direktflug von Frankfurt nach Mumbai in der Premium Economy. Schon am Flughafen wurden wir außergewöhnlich herzlich empfangen, was direkt die Stimmung für die gesamte Reise gesetzt hat.

Ein besonderes Highlight gleich zu Beginn: Wir durften noch vor dem Boarding als erste an Bord, um uns in Ruhe die neue Business Class anzusehen. Ein Moment, der zeigt, wie viel Stolz Air India aktuell in sein Produkt steckt – und das völlig zurecht.

Über meine Flugerfahrung habe ich in einem anderen Beitrag zu meiner Erfahrung mit Air India bereits ausführlich berichtet. Aber um es hier kurz zu machen: Es war wirklich toll. Das Design der neuen Maschine, das gesamte Ambiente sind sehr einladend. Modern, stilvoll und gleichzeitig angenehm komfortabel. Und vor allem der Service hat mich beeindruckt. So eine Herzlichkeit des Bordpersonals habe ich selten erlebt.

Ein besserer Start in diese Reise war also kaum möglich.

Ankommen in einer anderen Welt

Spätestens nach der Landung in Mumbai spüre ich, dass man in nur acht Stunden in einer völlig anderen Welt aufwachen kann: Wärme, intensive Geräusche, Gerüche. Das ist das Gefühl, dass ich schon so lange herbeigesehnt hatte. Das ist Leben, in jedem Schritt, den man hier zurücklegt. Chaotisch und voll, aber auf so eine wunderbare Art und Weise, dass ich es gar nicht richtig in Worte fassen kann. Ich war sofort fasziniert.

Nach einem kurzen Aufenthalt im ITC Maratha in der Nähe des Flughafens und einigen B2B Meetings, ging es bereits am Abend weiter mit einem Abendflug nach Aurangabad (Chhatrapati Sambhajinagar) – und damit dorthin, wo Maharashtra seine vielleicht größte Stärke zeigt: Geschichte zum Anfassen.

Ellora Caves - der absolute Höhepunkt der Reise

Die Strecke von Aurangabad führt durch ländliche Gegenden und ich habe den Blick aus dem Fenster sehr genossen.

Die Ellora-Höhlen waren für mich der eindrücklichste Teil dieser gesamten Reise.

Wenn man durch diese Anlage läuft, spürt man sofort, dass es hier nicht um ein einzelnes Bauwerk geht, sondern um eine ganze Welt aus in Stein gehauener Spiritualität, Kunst und religiöser Geschichte. Buddhistische, hinduistische und jainistische Felsentempel liegen hier in unmittelbarer Nachbarschaft und das nicht als Nebeneinander im modernen Sinne, sondern als historisch gewachsene Koexistenz über Jahrhunderte hinweg.

Der unbestrittene Höhepunkt ist ganz klar der Kailasa-Tempel. Ich würde es sogar so sagen: Dieser Tempel gehört für mich neben Machu Picchu zu den eindrücklichsten Erlebnissen, die ich bisher an bekannten archäologischen Weltschönheiten hatte.

Der Kailasa-Tempel wurde nicht gebaut. Er wurde vollständig aus einem einzigen Felsen herausgearbeitet. Von oben nach unten, mit einer Konsequenz und Präzision, die selbst im heutigen Kontext kaum greifbar ist. Man steht davor und versteht im ersten Moment nicht, was man eigentlich sieht: eine komplette Tempelarchitektur, freigelegt aus massivem Stein, mit riesigen Figuren, Höfen, Reliefs und Strukturen, als wäre der Berg selbst zur Skulptur geworden.

Es ist nicht nur die Größe, die mich beeindruckt hat, es war vielmehr dieses Gefühl, vor etwas zu stehen, das menschliche Vorstellungskraft und handwerkliche Ausdauer in einer extremen Form vereint.

Dieser Ort, hat mich wirklich tief berührt und für einen Moment sprachlos gemacht.

 

Ajanta Caves - Kunst, Stille und ein anderes Verständnis von Zeit

Auch zu den Ajanta Caves ist die Fahrt sehr interessant. Durch ländliche Gegenden, in denen man einen Eindruck der großen Landwirtschaft Maharashtras bekommt sowie einen guten Eindruck des alltäglichen Lebens.

Die Höhlen liegen abgeschieden in einer halbmondförmigen Schlucht, umgeben von Natur. Je nachdem zu welcher Jahreszeit man dort ist, ist die Natur entweder sattgrün und übersät mit kleinen Wasserfällen, oder aber eher sehr trocken und karg.

Ajanta ist vor allem ein Ort der Malerei und Erzählung. Die buddhistischen Felsentempel dienten über viele Jahrhunderte als Kloster- und Gebetsräume, und die Wandmalereien gehören zu den bedeutendsten erhaltenen Kunstwerken frühindischer Kulturgeschichte. Szenen aus dem Leben Buddhas, Jataka-Erzählungen und alltägliche Darstellungen wirken trotz ihres Alters erstaunlich lebendig und unmittelbar.

 

Ajanta cave view carved in the rock wall near Aurangabad, Maharashtra, India

Daulatabad Fort - die unbezwingbare Festung

Die Daulatabad Festung, die man gut auf dem Weg nach Ellora besuchen kann, gehört zu den eindrucksvollsten Festungsanlagen der Region. Zum einen wegen ihrer Lage, zum anderen vor allem wegen ihrer Geschichte.

Ursprünglich im 12. Jahrhundert als Deogiri-Fort erbaut, wurde die Anlage später unter muslimischer Herrschaft in Daulatabad umbenannt. Besonders bekannt wurde die Festung durch einen spektakulären historischen Machtwechsel: Der Sultan Muhammad bin Tughluq verlegte im 14. Jahrhundert seine Hauptstadt von Delhi nach Daulatabad – ein radikaler und letztlich gescheiterter Versuch, das Reich geografisch neu zu ordnen.

Die Festung selbst gilt als nahezu uneinnehmbar. Ihre Lage auf einem steilen Hügel, die verschlungenen Zugänge, dunklen Tunnel und komplexen Verteidigungssysteme machen deutlich, warum sie als eine der stärksten Festungen Indiens galt. Beim Aufstieg wird schnell klar, dass dieser Ort nicht nur militärische Bedeutung hatte, sondern auch ein Symbol für Macht und Kontrolle war.

 

Grishneshwar Tempel und Bibi ka Maqbara - das “Mini Taj Mahal”

Ganz in der Nähe von Ellora liegt der Grishneshwar Temple, einer der zwölf Jyotirlinga-Tempel und damit einer der wichtigsten Shiva-Tempel Indiens.

Der Tempel ist bis heute ein aktiver Pilgerort und strahlt eine ganz andere Energie aus als die monumentalen Höhlenanlagen in der Umgebung. Während Ellora von Stein und Geschichte geprägt ist, steht hier der lebendige Glaube im Mittelpunkt.

Besonders eindrücklich ist die Atmosphäre: Pilger, Rituale, Gebete – alles findet in einem vergleichsweise kompakten, aber intensiven Raum statt. Der Tempel zeigt sehr deutlich, dass Spiritualität hier nicht nur historisch ist, sondern bis heute tief im Alltag verankert bleibt.

Einen ganz anderen, aber nicht weniger faszinierenden Eindruck hinterlässt das Bibi ka Maqbara. Oft als „Mini Taj Mahal“ bezeichnet, ist es tatsächlich ein Mausoleum, das im 17. Jahrhundert von Prinz Azam Shah für seine Mutter errichtet wurde. Auf den ersten Blick erinnert die Architektur stark an das berühmte Taj Mahal in Agra – weiße Kuppeln, symmetrische Gärten, filigrane Details.

Und doch wirkt Bibi ka Maqbara weniger monumental, eher zurückhaltend und fast intim. Gerade diese etwas reduzierte Größe verleiht dem Bau eine eigene Identität. Es ist keine Kopie, vielmehr ein Ort der Erinnerung mit einer sehr persönlichen Geschichte.

 

Zurück in Mumbai - ein intensives Finale

Zurück in Mumbai war auch schon der letzte Tag der Reise angebrochen. Mumbai hat mich auch wirklich beeindruckt. So viele Menschen in einer Stadt, die so groß ist, dass Sie gefühlt kein Ende hat.

Das Gateway of India und das legendäre The Taj Mahal Palace wirken wie Symbole dieser Stadt. Mich selbst hat aber ein besonderes Erlebnis zum Abschluss am meisten beeindruckt. Dhobi Ghat, die vermutlich größte Freiluftwäscherei der Welt. Diese Erfahrung kann ich wirklich jedem empfehlen, der einmal in Mumbai ist. Sie gehört nicht zu den klassischen Sehenswürdigkeiten, aber hat mich nachhaltig sehr beeindruckt.

Menschen, die den Unterschied machen

So beeindruckend die Orte auch waren – am Ende sind es die Menschen, die diese Reise wirklich besonders gemacht haben.

Diejenigen, die ich neu kennenlernen durfte und auch die, denen ich vielleicht nur flüchtig begegnet bin, haben diese Tage auf eine ganz eigene Weise geprägt. Wir haben gemeinsam gestaunt, gelacht, gelernt und einfach tolle Momente miteinander geteilt. Erinnerungen, von denen ich zumindest sicher weiß, dass sie mich noch lange begleiten werden.

 

Fazit: Warum mir diese Reise auf ewig in Erinnerung bleiben wird

Ich habe schon viele Reisen gemacht. Aber diese hier wird mir wirklich lange im Kopf bleiben.

Maharashtra ist einfach ein richtig spannendes und vielfältiges Reiseziel. Die Mischung aus Geschichte, Spiritualität, Kontrasten und diesen ganz echten Momenten unterwegs hat diese Reise für mich so besonders gemacht.

Ein riesengroßes Dankeschön geht an das Maharashtra Tourism Board, an Air India und AERTicket für diese Möglichkeit und die wirklich großartige Organisation. So eine Reise in dieser Form erleben zu dürfen, ist alles andere als selbstverständlich.

Ich kann wirklich jedem empfehlen, Maharashtra selbst zu entdecken. Für unsere travel-to-nature-Kunden würde ich noch einen Schritt weitergehen: Wenn es irgendwie passt, plant einen Abstecher in den Tadoba Nationalpark ein. Das ist eines der besten Schutzgebiete in Indien, um Tiger zu sehen und würde eine Maharashtra Reise nochmal auf ein ganz anderes Level heben.

Am Ende sind es aber nicht nur die Orte. Es sind die Erinnerungen, die Gespräche, die gemeinsamen Momente.

Und genau diese bleiben. Danke!

Vielen Dank für die Organisation und Einladung:

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