Eine Reise durch Guatemala & Belize die wir nie vergessen werden
Es gibt Reisen, die bleiben lange in Erinnerung – nicht nur wegen der Landschaften, sondern vor allem wegen der Menschen, der Atmosphäre und den vielen kleinen Momenten dazwischen. Genauso eine Reise war unsere Rundreise durch Guatemala und Belize. In 3 Wochen erlebte ich koloniale Städte, beeindruckende Maya-Stätten, indigene Traditionen, aktive Vulkane, tropischen Regenwald und karibisches Meer – eine perfekte Mischung aus Kultur, Natur, Abenteuer und Entspannung.
Tag 1 – Ankommen in Guatemala
Unsere Reise startete mit einem überraschend angenehmen Air Canada Flug ab Frankfurt. Ein kurzer Umstieg in Montreal und weiter nach Guatemala!
Nach der Ankunft am späten Abend in Guatemala-Stadt lernten wir unseren Fahrer Maco kennen und es ging direkt nach Antigua. Schon auf der Fahrt bekam ich einen ersten Eindruck von diesem faszinierenden Land und der kolonialen Stadt mit ihren viele Pflastersteinen. Müde, aber voller Vorfreude, bezogen wir unser charmantes Hotel mit kolonialem Flair.
Tag 2 – Kolonialflair in Antigua und Weiterreise zum Atitlán-See
Der erste richtige Reisetag begann ganz entspannt mit einem kleinen, aber feinen Frühstück im wunderschönen Innenhof unseres Hotels. Wir konnten den Vormittag ganz individuell gestalten und machten uns auf zu einem ersten Stadtrundgang.
Antigua gehört zu den schönsten Kolonialstädten Mittelamerikas und lädt mit ihren bunten Fassaden, Kopfsteinpflastergassen und gemütlichen Cafés zum Bummeln ein. Jeder Winkel erzählt Geschichte. Wir erkundeten die kleinen Gassen und beobachteten das bunte Treiben im Parque Central. Natürlich durfte auch nicht das Wahrzeichen der Stadt fehlen: der gelbe Torbogen von Antigua „Arco de Santa Catalina“. Durch diesen kann man bei guter Sicht den Vulkan Agua bewundern. Er zählt zu den beliebtesten Fotomotiv der Stadt und auch wir haben natürlich einen Fotostopp eingelegt.
Mittags führte uns die Reise weiter zum berühmten Atitlán-See. Die Fahrt war nicht ohne, da die Straßen ziemlich holprig waren und es teilweise ziemlich lange auf Serpentinen durch die bergige Landschaft ging. Maco brachte uns aber sicher an unser Ziel und in unser Hotel direkt am See in Santa Catarina Palopo, in der Nähe von Panajchel (kurz „Pana“).
Von unserem Hotel aus konnten wir schon den See mit der spektakulären Umgebung bewundern und die umliegenden Vulkane sehen.
Tag 3 – Unterwegs auf und um den Atitlán-See
Für viele zählt der Atitlán-See zu den schönsten Seen der Welt – und spätestens während unserer Bootsfahrt konnte ich gut nachvollziehen, warum.
Morgens ging es mit dem Boot los nach San Juan La Laguna und dann nach Santiago Atitlán.
Jedes Dorf am See besitzt seinen eigenen Charakter. Besonders beeindruckend fand ich San Juan La Laguna mit seinen nachhaltigen Gemeinschaftsprojekten und der traditionellen Textilkunst. Überall begegnete man Menschen, die ihre Kultur mit großer Herzlichkeit lebendig halten.
In Santiago Atitlán lernten wir den geheimnisvollen Maximón-Kult kennen – eine faszinierende Mischung aus Maya-Glauben und christlichen Einflüssen.
Den ganzen Tag über hatten wir schönes, sonniges Wetter. Pünktlich nach der Bootstour, angekommen am Hotel, fing es an zu regnen. Dieser ließ aber relativ schnell nach und wir konnten noch etwas im schönen Garten unseres Hotels entspannen.
Abends fuhren wir mit einem Sammel-Pick-Up-Taxi-Truck nach Pana. Dort ging was schon etwas trubeliger und touristischer zu als in unserem Ort. Wir aßen in einem leckeren Restaurant zu Abend und erkundeten danach noch die zahlreichen Verkaufsstände.
Tag 4 – Farbenfrohes Chichicastenango
Am Morgen checkten wir aus und fuhren nach Chichicastenango, um den berühmten Markt zu besuchen. Zwischen unzähligen Marktständen mit Stoffen, Gewürzen, Masken und Kunsthandwerk herrschte ein buntes Treiben. Besonders beeindruckend war die Kirche Santo Tomás, in der katholische und Maya-Traditionen bis heute miteinander verschmelzen.
Wir erkundeten die engen Marktgassen, shoppten die ein oder andere Kleinigkeit und beobachteten aus einem Café die vorbeiziehenden Menschen.
Am Nachmittag ging es weiter nach Quetzaltenango (Xela). Wir bemerkten direkt, dass sich das Klima veränderte und wir nun über 2000 Metern waren. Auf dem geselligen Platz „Parque Centro America“ von Xela kauften wir uns eine leckere Mango von einem der unzähligen Straßenverkäufer. Wir spazierten noch ein wenig durch die Gassen der Altstadt, wobei es Sonntag war und viele Geschäfte leider geschlossen hatten.
Danach fuhren wir weiter nach Zunil in unser Hotel, wo wir den Abend entspannt ausklangen ließen. Denn morgen hieß es: früh aufstehen!
Tag 5 – Zum Mirador Santiaguito
Noch vor Sonnenaufgang klingelte der Wecker. Bereits um 4:30 Uhr brachen wir auf und fuhren zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, wo wir unseren Guide Edwin trafen. Durch Ackerland und lichte Kiefernwälder führte der Weg stetig bergauf bis zum Mirador Santiaguito. So früh morgens war das doch ganz schön anstrengend, aber es lohnte sich.
Oben angekommen bot sich ein spektakulärer Blick auf den aktiven Santiaguito-Vulkan. Nach kurzer Zeit hatten wir auch schon Glück und konnten den ersten Ausbruch erleben! Etwa stündlich schleudert der Vulkan Asche und glühendes Gestein in den Himmel – ein beeindruckendes Naturschauspiel, das die gewaltigen Kräfte unserer Erde eindrucksvoll vor Augen führte. Trotz der gewaltigen Dimensionen konnten wir das Geschehen aus sicherer Entfernung beobachten.
Nach einem stärkenden Frühstück mitten in der Natur, wir hatten leckere Sandwiches dabei und Edwin bereitete uns wärmenden Kaffee und Tee zu, machten wir uns wieder auf den Rückweg und fuhren anschließend zurück nach Antigua.
Tag 6 – Zeit zum Entdecken in Antigua
Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage tat der freie Tag in Antigua richtig gut. Wir nutzten die Zeit zum Entspannen, zum Erkunden und genossen einfach das besondere Flair der Stadt.
Unter anderem besuchten wir zum Sonnenuntergang die Dachterrasse der Kirche „La Merced“, was ich nur jedem empfehlen kann! Man hat einen großartigen Blick auf die Altstadt, die umliegenden Vulkane und die Stimmung zum Sonnenuntergang war ganz besonders. Nicht zuletzt sahen wir sogar den Vulkan Fuego und konnten beobachten, wie er Asche spuckte. Das gab uns schon mal einen Vorgeschmack auf den kommenden Tag…
Tag 7 – Hoch hinaus auf den Acatenango
Heute wartete eines der spektakulärsten Erlebnisse der Reise auf uns: die Besteigung des Acatenango.
Der Aufstieg war anspruchsvoll, aber längst nicht so schlimm wie erwartet. Wir machten viele Pausen und jeder konnte sein eigenes Tempo einhalten. Spätestens im Basecamp angekommen, wurden alle Mühen belohnt. Wir waren alle so stolz, es geschafft zu haben! Vom Camp aus bot sich ein unglaublicher Blick auf den benachbarten Vulkan Fuego, zu welchem wir später noch näher wanderten…Erstmal bekamen wir unsere Hütten für die Nacht zugewiesen, ruhten wir uns aus, und genossen den Ausblick.
Gegen späten Nachmittag machten wir uns auf, um den Fuego näher zu betrachten. Diese Wanderung hatte es auch nochmal in sich. Erst ging es steil bergab, bevor es dann wieder steil bergauf ging. Oben angekommen waren wir dem Fuego ziemlich nahe, aber immer noch im sicheren Abstand! Leider zog sich dann der Himmer zu und es wurde bewölkt und auch sehr kalt. Man merkte, wie sich Enttäuschung in den Gesichtern breit machte…alle waren hier oben, um den Fuego ausbrechen zu sehen und einen guten Blick zu haben, was natürlich nur bei guter Sicht möglich war.
Dann aber klarte der Himmel auf, es rumorte und der Fuego spuckte die ersten Lava-Gesteinsbrocken! Alle jubelten und waren happy, den ersten Ausbruch zu sehen.
Wir machten uns dann auch bald wieder auf, um den Rückweg zu unserem Camp anzutreten. So langsam waren auch alle ziemlich durchgefroren. Leider fing es dann auch noch an zu regnen, was den Abstieg nicht gerade leichter machte.
Während des Rückwegs konnten wir nochmal sehen und hören, wie der Fugeo ausbrauch. Nun noch heftiger und lauter. Was für ein Spektakel!
Angekommen im Basecamp, gab es erstmal ein wärmendes Abendessen. Die Eruptionen des Fuegos erleuchteten weiterhin regelmäßig den Nachthimmel. Man konnte spüren, wie durch die Ausbrüche alles wackelte und bebte. Ein Naturschauspiel, das wir wohl nie vergessen werden.
Tag 8 – Flug in den Dschungel
Nach einer ziemlich kalten Nacht gab es Frühstück und danach traten wir den Abstieg an. Angekommen in Antigua konnten wir noch etwas entspannen und dann ging es nachmittags aber auch weiter zum Flughafen. Ein kurzer Inlandsflug brachte uns nach Flores, von wo aus wir direkt zum Tikal-Nationalpark fuhren.
Schon auf dem Weg spürte ich, dass uns nun ein völlig anderer Teil Guatemalas erwartete – tropisch, grün und voller Natur. Es war schon spät, daher bezogen wir nur noch unser Hotelzimmer, gönnten uns eine langersehnte Dusche und fielen müde ins Bett.
Tag 9 – Tikal – Die Welt der Maya
Nach einer erholsamen Nacht und einem leckeren Frühstück, stand der Besuch von Tikal auf dem Plan. Er war zweifellos einer der Höhepunkte unserer Reise. Gewaltige Tempel ragten über das Blätterdach hinaus, während Brüllaffen, Tukane und zahlreiche andere Tiere den Regenwald mit Leben erfüllten. Das Klima war nun ein komplett anderes, wie zuvor: heiß, tropisch und eine hohe Luftfeuchtigkeit, so wie es nun mal typisch ist für den Dschungel.
Während der Führung am Vormittag durch unseren Guide, tauchten wir tief in die Geschichte der Maya ein und konnten den Nachmittag anschließend ganz individuell im Nationalpark verbringen. Wir erkundeten die Tempelanlagen und beobachteten die süßen Nasenbären, die überall herumliefen.
Abends wechselten wir schon wieder die Unterkunft und fuhren nach Isla de Flores. Ein charmantes Städtchen auf einer Halbinsel, umgeben vom Petén-Itzá-See. Wir spazierten durch die schmalen Gassen und genossen unser Abendessen mit Blick aufs Wasser.
Tag 10 – Willkommen in Belize
Wir genossen unser letztes Frühstück in Guatemala, denn nun fuhren wir zur Grenze Richtung Belize. Nach der Grenzüberquerung änderte sich die Atmosphäre spürbar. Belize ist, als einziges Land Zentralamerikas, englischsprachig. Alles wirkte etwas entspannter und erinnerte sehr an die Karibik. Nachmittags erreichten wir unsere wunderschön gelegene Lodge mitten im Regenwald. Wir bezogen unser tolles Zimmer mit eigener Terrasse und kleinem Pool mit Blick auf den Macal Fluss. Danach unternahmen wir einen kleinen Rundgang durch die Lodge und konnten schon so viele Vögel und andere Tiere entdecken. Ein wahres Naturparadies!
Tag 11 – Natur genießen am Macal Fluss
Das Frühstück nahmen wir im offen gestalteten Restaurant der Lodge ein. Von hier aus konnten wir Kolibris an den aufgestellten Trinkstellen beobachten und ebenfalls Nasenbären entdecken. So kann ein Tag starten!
Nach dem Frühstück wurden wir abgeholt, um unsere zuvor gebuchte Kanu-Fahrt auf dem Macal Fluss anzutreten. Wir konnten die wunderschöne Natur genießen und unser Guide konnte jeden Vogelruf bestimmen und erzählte uns viel über die Gegend.
Nachmittags fuhren wir wieder zurück und verbachten die Zeit am Pool. Die Lodge bot den perfekten Ort, um die vielen Eindrücke der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen.
Tag 12 – Auf ans Meer!
Heute ging es weiter Richtung Karibikküste. Unser Ziel war Hopkins, ein kleiner Küstenort direkt am Meer. Nach der Fahrt bezogen wir unser Hotel und freuten uns darauf, für die nächsten drei Nächte etwas zur Ruhe zu kommen. Das Wetter meinte es zunächst allerdings nicht ganz so gut mit uns: Regen und graue Wolken begleiteten unseren ersten Nachmittag. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage nahmen wir es gelassen und freuten uns einfach auf die kommenden entspannten Tage am Meer.
Tag 13-14 – Entspannung am karibischen Meer
Zunächst zeigte sich das Wetter noch wechselhaft, doch im Laufe der Zeit wurde es zunehmend freundlicher. Endlich konnten wir die Füße in den Sand stecken und die karibische Atmosphäre genießen.
Wir erkundeten auch den Ort Hopkins mit dem Fahrrad. Der kleine Küstenort ist kein überlaufener Badeort, sondern sehr ursprünglich und gemütlich. Er ist bekannt für seine Garifuna-Kultur. Die Garifuna sind eine Volksgruppe mit eigener Sprache, Musik, Küche und Traditionen, deren Kultur in Hopkins bis heute fest im Alltag verankert ist. Überall im Ort hört man die Trommeln der Garifuna.
Tag 15- Weiter nach Ambergris Caye
Heute hieß es Abschied nehmen von Hopkins. Unsere Reise führte uns weiter nach Belize City. Von dort ging es mit der Fähre weiter nach Ambergris Caye.
Schon die Überfahrt vermittelte echtes Karibikgefühl: türkisblaues Wasser und warme Temperaturen und eine ganz andere Atmosphäre als noch wenige Tage zuvor im Landesinneren.
Auf Ambergris Caye angekommen, bezogen wir unser tolles Hotel direkt am Strand. Für die nächsten Tage hieß es wieder: entspannen und genießen.
Tag 16-18 - Karibik pur
Der erste vollständige Tag auf Ambergris Caye stand ganz im Zeichen der Erholung. Nach unserer Rundreise gab es nichts, was wir unbedingt sehen oder erledigen mussten.
Wir genossen in den nächsten Tagen unser schönes Hotel, den Pool, den Strand und das Meer und ließen die vielen Eindrücke der vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren. Einfach herrlich, so eine Reise langsam ausklingen zu lassen.
Ein Highlight stand uns jedoch noch bevor: Schnorcheln in der Unterwasserwelt von Belize. Schon beim ersten Blick unter die Wasseroberfläche zeigte sich eine beeindruckende Welt aus türkisblauem Wasser, Korallen und zahlreichen bunten Fischen, Rochen, Schildkröten und Ammenhaien!
Tag 19 & 20 - Abschied von Belize
Leider stand heute schon unser letzter Tag auf der Insel bevor, und der vorletzte Tag in Belize. Wir nahmen die Fähre zurück nach Belize City und verbrachten noch eine Nacht dort, bevor am nächsten Morgen unser Flug zurück ging.
Mit vielen schönen Erinnerungen an beeindruckende Landschaften, spannende Tierbeobachtungen und natürlich die karibische Unterwasserwelt ging unsere Reise durch Guatemala und Belize langsam zu Ende.
Guatemala und Belize haben mich mit ihrer unglaublichen Vielfalt begeistert. Koloniale Städte, lebendige indigene Kultur, beeindruckende Maya-Stätten, aktive Vulkane, dichter Regenwald und karibisches Meer – kaum eine Reise verbindet so viele unterschiedliche Eindrücke auf so engem Raum.
Besonders schön fand ich, dass jede Region ihren ganz eigenen Charakter hatte und man überall herzlich empfangen wurde. Für mich war diese Reise eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Natur und Kultur.
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