Warum man Costa Rica auch während der Regenzeit bereisen sollte
19.06.2015 | Autor: Elisa Stoll

Warum man Costa Rica auch während der Regenzeit bereisen sollte

Die meisten stellen sich ihren Traumurlaub am Strand unter blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein vor. Da wird Costa Rica während der Regenzeit schon mal kategorisch ausgeschlossen. Dass man damit aber auch eine der besten Reisezeiten für Costa Rica verpasst, wissen viele gar nicht. Denn Regenzeit bedeutet nicht, dass es den ganzen Tag ununterbrochen schüttet, Regenzeit bedeutet vielmehr, dass es besonders morgens klar und sonnig ist. Alles fühlt sich wie „frisch gewaschen“ an, nicht nur die Luft, sondern auch die Pflanzen und die Straßen. 

Die Regenzeit in Costa Rica dauert formal gesehen von Anfang Mai bis Anfang Dezember, dazwischen liegt die Trockenzeit. So genau kann man das aber eigentlich nicht bestimmen, da verschiedene Gegenden des Landes in unterschiedliche Klimazonen aufgeteilt sind. Es kommt also auch darauf an, welche Region ihr zu welcher Zeit bereist. So kann es beispielsweise in der Region um den Vulkan Arenal herum zu jeder Zeit des Jahres regnen, da das Wetter hier vom Pazifik und der Karibik gleichermaßen beeinflusst wird. An der Pazifikküste ist es dagegen von Mai bis November ziemlich trocken und heiß.

In der Karibik dauert die Regenzeit generell von Juli bis Oktober und für mich persönlich die beste Zeit diese Hälfte Costa Ricas zu besichtigen. Da man hier sowieso nicht im Meer baden sollte, kann man während der Regenzeit die beeindruckende Eiablage der  Meeresschildkröten beobachten. Ein wirklich spektakuläres Ereignis! Außerdem kommen zu dieser Zeit des Jahres die Buckelwale in die warmen Gewässer vor Costa Rica, um ihre Jungen zu bekommen. Am besten unternehmt ihr eine Whale Watching Tour, um die Meeressäuger zu beobachten. Und nicht nur Meerestiere freuen sich über die Regengüsse, auch die Tiere, die im Regenwald heimisch sind, freuen sich über den Nahrungsüberschuss. 

Costa Rica Suppenschildkröte

Costa Rica Faultier mit Nachwuchs

Costa Rica Kolibri

Genießt das Naturschauspiel Regen

Regenzeit heißt auf Englisch „Green Season“, also grüne Saison und das ist nicht verwunderlich, denn alles sprießt und wächst zu dieser Zeit. Die Blätter sind prall gefüllt mit Wasser und alles wirkt so, als hätte man mit einem Fotobearbeitungsprogramm die Sättigung erhöht. Nachdem man also am Morgen einen schönen warmen Tag am Strand verbracht hat, kann man sich am Nachmittag gemütlich mit einem Buch und einer Tasse Kaffee in die Hängematte legen und dieses Naturschauspiel „Regen“ genießen.

Ich sage hier bewusst Naturschauspiel, da Regen in Costa Rica etwas anderes ist als vergleichsweise in Deutschland. Das Wasser kommt hier nicht in Form von Tröpfchen vom Himmel, sondern eher wie Wasserkübel die vom Himmel geschüttet werden. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass mit dem Schauer, der meist ein bis zwei Stunden des Nachmittages einnimmt, auch eine kühlere Temperatur mit einhergeht, was durchaus angenehm sein kann, nach gefühlten Temperaturen von 35 Grad am Vormittag. Ein weiterer Vorteil ist auch das die Flüsse voller sind, das kann im Besonderen für Rafting-Liebhaber zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, aber auch für Reisende, die gerne einmal zu Wasserfällen wandern, da diese viel mehr Wasser führen und dadurch imposanter wirken. 

Costa Rica Fischertukan

Costa Rica Regenwald

Regenzeit bedeutet viele Vorteile

Da immer noch viele Fernreisende vor Costa Rica während der Regenzeit zurückschrecken, habt ihr als flexible Reisende, die keine Angst vor ein bisschen Nass habt, weitere Vorteile. Denn Regenzeit ist immer noch gleichgestellt mit „Low-Season“. Das bedeutet, dass die Hotels nicht so teuer sind - einige bieten sogar spezielle Angebote: Zahlt drei Nächte und bleibt vier, etc. Außerdem sind die Unterkünfte nicht ausgebucht und im besten Fall bedeutet das für euch, ihr die einzigen Gäste in einem Hotel, oder einer Lodge seid. Der Pool gehört ganz allein euch, sowie der vielleicht dazugehörige Strandabschnitt, das Restaurant oder die Badestelle an einem Fluss. Gleichzeitig bedeutet das natürlich auch kürzere Wartezeiten bei Aktivitäten, wie Rafting, Canopy, oder Bootstouren. 

Mein Tipp also: Schließt Costa Rica nicht sofort aus, nur weil „Regenzeit“ im Reiseführer steht. Erkundigt, wo es zu welcher Zeit auch mal weniger regnet und ich bin mir sicher, dass iht trotz ein paar Stunden Regen, einen unvergesslichen Urlaub in einem grünen und lebhaften Costa Rica erleben werdet. Ich werde immer wieder in der "Green Season" reisen!


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