Das Coronavirus bedroht auch die Schimpansen!
24.06.2020 | Autor: Rainer Stoll

Das Coronavirus bedroht auch die Schimpansen!

Liebe Reisefreundinnen und Reisefreunde,
noch im März 2020 war ich mit einigen begeisterten Tierbeobachtern und meiner Familie in Uganda. Wir hatten eine unglaublich schöne Reise. Doch auch wir wurden von den Auswirkungen des Coronavirus überrascht und so mussten wir ein paar Tage vor Ende der Reise die Tour wegen drohender Schließung des Flughafens abbrechen.
Zum Glück hatten wir einen Tag vor Abreise noch die einzigartige Gelegenheit, ein wirklich unglaublich interessantes Schimpansen-Projekt in Kalinzu zu besuchen. Franklene Keihangwe, unser Guide und Ranger bei den Schimpansen führte uns ein paar Stunden durch den Urwald Ugandas, um uns die Lebensweise und das Verhalten der Schimpansen („Chimps“) näherzubringen. 
Ich habe Franklene per E-Mail interviewt, um mehr über die aktuelle Situation in Uganda zu erfahren.

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Hallo Franklene, wie geht es dir? Kannst du mir ein paar Worte über die aktuelle Corona-Situation in Uganda sagen?

Hallo Rainer, ich hoffe, euch allen geht es gut. Über die Situation des Coronavirus in Uganda kann ich Dir Folgendes sagen: Als Uganda Ende März den ersten Covid-19 Fall bekam, erklärte die Regierung eine Sperrung des Landes, dies beinhaltete die Schließung aller Personenverkehrsmittel, außer des Güterverkehrs und ein Verbot aller öffentlichen Versammlungen. Die Sperrung sollte die Ausbreitung des Virus hemmen. Das Coronavirus verbreitete sich dadurch nicht viel in den örtlichen Gemeinden. Die Fälle, die Uganda bekam, stammten von LKW-Fahrern sowie von wenigen Medizinern, die mit den Kranken in Kontakt waren. Die Gesamtzahl der registrierten Fälle beträgt 821, rund 730 haben sich erholt, es gibt bisher 0 Todesfälle, die Sperrung wurde kürzlich aufgehoben und erlaubt nun interne Versammlungen und die Eröffnung einiger Geschäfte. Für den Tourismus sind einige Savannah-Parks geöffnet, die Grenzen sind aber immer noch gesperrt. Der Ausbruch des Coronavirus hat die Wirtschaft Ugandas und vor allem den Tourismussektor stark beeinflusst, auch weil er einer der wichtigsten Einnahmequellen für Uganda ist.

Wie wirkt sich die Corona-Situation auf die Schimpansen aus?

Die Schimpansen in ihrer natürlichen Umgebung (wie hier im Kalinzu-Wald) hat die Corona-Situation nicht so sehr beeinflusst, da sie im Gegensatz zu den Schimpansen in Gefangenschaft leicht Nahrung erhalten können. Die Tiere in Gefangenschaft sind auf Eintrittspreise und Spenden von Touristen angewiesen, da sieht es nicht so gut aus.  Bei den wilden Schimpansen könnte es allerdings passieren, dass sie die Menschen „vergessen“, wenn über längere Zeit keine Touristen kommen, die sie besuchen. So sind wir es jedenfalls von den Schimpansen gewohnt, die längere Zeit keine Menschen sehen. Das könnte langfristig zum Problem werden. Denn ohne die Gewöhnung an Menschen, können auch keine Touristen mehr kommen und die Tiere besuchen und die Einnahmen aus dem Tourismus bleiben aus.

Wie wirkt sich die Corona-Situation auf die Ranger und Guides aus?

Das Coronavirus hat auch einige der Ranger hart getroffen. Die meisten von uns wurden entlassen. Sie arbeiten nicht mehr, weil es keine Touristen mehr gibt, welche die Wälder, Parks oder anderen Gebiete besuchen können (was zu einer Menge Arbeitslosigkeit geführt hat). Viele Ranger haben nun kaum mehr Geld, um ihre Familien zu ernähren.

Haben Sie Probleme mit Wilderern in Ihrer Region?

Wilderei ist leider immer noch Gang und Gebe. Einige Gemeinden in der Nähe des Waldes haben verschiedene Fälle von Wilderei registriert. Es gibt Wilderer, die nach Buschfleisch mit Drahtschlingen suchen, oder mit Speeren auf Buschschweine und Antilopen zielen. Obwohl wir ein Team haben, das gelegentlich durch den Wald patrouilliert, um die Praktiken zu überprüfen, haben wir, gerade jetzt kaum eine Chance alle zu entdecken. In anderen Parks gibt es auch Wilderei, wenn auch nicht in großem Umfang. Ein Silberrücken-Gorilla wurde von Wilderern in undurchdringlichem Wald in Bwindi getötet. Die Wilderer wurden später verhaftet und müssen noch angeklagt werden. (Anmerkung des Verfassers: Es handelt sich um einen Silberrücken namens Rafiki)

Können wir euch und die Schimpansen hier von Deutschland aus unterstützen?

Als Unterstützung würden wir vor allem Schutzausrüstung (Masken, Schutzanzüge, etc.) benötigen. Während dieser Pandemie wurden viele unserer Teammitglieder entlassen, weil wir nicht genügend Schutzausrüstung hatten. Es wurde befürchtet, dass das Virus auf die Schimpansen übertragen wird, oder dass die Ranger das Virus sogar von den Chimps bekommen, da wir fast dieselbe DNA teilen. Doch ohne Schutzausrüstung können wir die Schimpansen nicht mehr regelmäßig besuchen und sie so an uns Menschen gewöhnen. Nur wenn sie an uns Ranger gewöhnt sind, kommen wir auch in ihre Nähe, um sie überwachen und beschützen zu können. 
Wichtig wäre es auch, wenn Sie aus Deutschland helfen, die umliegenden Gemeinden in der Nähe des Waldes zu unterstützen, um somit illegales Holzfällen, oder illegalen Goldabbau zu bekämpfen. Denn durch diese Aktivitäten wird der Lebensraum der Schimpansen immer weiter zerstört, weshalb die wundervollen Tiere vor dem Aussterben bedroht sind.
Vielen Dank Franklene! Wir hoffen, dass Ihr es schafft, diese tollen Menschenaffen zu beschützen. Vielleicht können wir euch mit einem kleinen Beitrag helfen?

Spenden Sie für die Schimpansen

Jetzt spenden

Wer also gerne den Schimpansen in Uganda helfen möchte, den bitte wir um eine Spende an den Impuls Projektfonds e.V. mit dem Stichwort „Schimpansen“ an
Sparkasse Markgräflerland (BLZ 68351865) Konto 10833364
IBAN: DE34683518650108333642, BIC:SOLADES1MGL 

oder Sie klicken auf folgenden Link: https://travel-to-nature.vr-pay-secure.de/pay?cid=08f853b1

Wer eine Spendenquittung möchte, sollte mir parallel eine Mail senden an rainer@traveltonature.de mit der Adressangabe, wo ich die Spendenquittung hinschicken soll. 

Geschäftsführer
Rainer Stoll


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