Fatbike-Tour in Namibia
02.07.2019 | Autor: Bianca Schäfer

Fatbike-Tour in Namibia

Auf breiten Reifen geräuschlos durch die Wüste Namib

Ihr könnt Fahrrad fahren, würdet euch durchaus als sportlich bezeichnen und habt Lust auf ein neues Abenteuer? Dann seid ihr bereit für das etwas andere Wüstenerlebnis. Kamelreiten war gestern, heute fahren wir galant mit dem Fatbike durch die älteste Wüste der Welt. Kaum zu glauben, aber mit den extra dicken Reifen gleitet man förmlich über den feinen Wüstensand. Seid ihr bereit, in das Swakopmund-Abenteuer einzutauchen?

Bei einer Fatbike-Tour erlebt ihr eine der malerischsten Landschaften Namibias auf die wohl schönste und authentischste Art und Weise. Ihr genießt die Weite und Stille der Wüste, nur durchbrochen vom Dahingleiten der Räder und den interessanten Ausführungen eures Guides über die örtliche Flora und Fauna. Eine Fatbike-Tour durch die älteste Wüste der Welt ist nicht nur den Extremsportlern unter euch vorbehalten. Mit einer ordentlichen Einführung hinsichtlich des fahrbaren Untersatzes und dem Terrain, das ihr erkunden werdet, wird es garantiert zu einer unvergesslichen Tour mit enormem Fun-Charakter. Ganz nebenbei ist eine Fatbike-Tour absolut umweltverträglich und hinterlässt bis auf die Spuren der Reifen im Sand keinen ökologischen Fußabdruck. Ihr entdeckt Regionen, die für motorisierte Fahrzeuge so nicht zugänglich sind.

Namibia Bäume vor Sanddüne

Helm auf, Sachen verstauen und los geht's

Eine Fatbike-Tour startet wie auch alle anderen Touren, bei denen man mit speziellem Equipment unterwegs ist, damit – welch Neuigkeit –, die passende Ausrüstung auszusuchen. Ihr bekommt also Bikes, die eurer Körpergröße entsprechen, lasst den Sattel bei Bedarf noch einstellen und fahrt eine Runde Probe. Passt alles, schnappt ihr euch den obligatorischen Helm und verstaut eure Wasserflasche in der dafür vorgesehenen Halterung.

Schon ganz gespannt, was euch in den nächsten Stunden erwartet, lauscht ihr dann den Instruktionen des Guides, der euch erst einmal grundsätzlich erklärt, wie man das Rad und vor allem die Gangschaltung bedient und euch über den Verlauf der Tour informiert. Da das Fahrverhalten auf Sand doch etwas anders ist, solltet ihr aufmerksam zuhören, damit ihr dann unterwegs das einzigartige Panorama genießen könnt und nicht mit eurem Rad beschäftigt seid oder aufgrund einer falschen Bewegung oder zu harschem Bremsen aus Versehen den Kopf in den Sand steckt.

Dann geht es auch schon los. Ihr schwingt euch auf den Sattel und genießt die „Swakopmund vibes“ auf der kurzen Strecke durch die Stadt bis hinunter zum Flussbett des Swakop. Euer Guide wird euch während der Fahrt einige Infos zum Trockenfluss und dem Dorob-Nationalpark liefern, den ihr während der Tour befahren werdet.

Sand, so weit das Auge reicht

Endlich ist es soweit! Direkt beim Einfahren ins Flussbett werdet ihr froh um eure fetten Reifen sein, mit denen ihr entspannt durch den feinen Sand gleitet. Nach den ersten Metern in sandigem Gelände – kurz bevor es auf die Dünen geht – prüft ihr den Reifendruck und lasst etwas Luft entweichen für ein besseres Fahrgefühl im tiefen Sand der Dünen. Sobald ihr auf der ersten Düne unterwegs seid, überkommt euch das erste Hochgefühl. WOW – für die atemberaubende Szenerie der Dünenlandschaft vor euch und WOW – für die Stille der Wüste und das Befahren einer uralten Düne in der ältesten Wüste Namibias.

Während ihr so über die Dünen rauscht, vergesst ihr vermutlich etwas die Zeit und lasst die Atmosphäre auf euch wirken. Euer Guide füttert euch hin und wieder mit Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt der Wüste, denn auch in dieser lebensfeindlichen Umgebung gibt es Vegetation und einzelne Tiere, die sich den harten Lebensbedingungen angepasst haben. Er zeigt euch auch einen coolen Trick, der mit dem feinen Wüstensand und einem Magneten zu tun hat. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, diese unvergesslichen Momente beim Radeln auf einer Düne mit der Kamera festzuhalten. Obgleich ihr feststellen werdet, dass es quasi unmöglich ist, diese einzigartige Stimmung fotografisch einzufangen.

Downhill mit Adrenalingarantie

Nach einer Weile erreicht ihr die etwas höheren Dünen und schließlich den sogenannten „Adrenalin-Abschnitt“ der Tour. Wahrscheinlich kanntet ihr „Schwarze Pisten“ bisher eher vom Skifahren, aber es gibt sie auch hier in der Namib. Für diejenigen unter euch, die sich trauen, fängt es mit einer einfachen Abfahrt an, bevor es ans Eingemachte geht und ihr euch die richtig steilen Hänge der Dünen runterstürzt. Dabei gilt es, drei wichtige Regeln zu beachten, damit ihr nicht frontal mit dem Gesicht im Sand landet und die anderen Teilnehmer mit euren Stunts unterhaltet: 1. Die Vorderbremse ist tabu, 2. Das Vorderrad muss immer geradestehen und 3. Po in die Luft. Wenn ihr diese einfachen Ratschläge verinnerlicht habt, solltet ihr ohne die Erfahrung von Wüstensand in euren Mündern unten ankommen.

Falls doch mal was schief geht – der Sand ist zum Glück superweich. Aufgrund des extrem hohen Spaß-Faktors besteht die Möglichkeit, so eine steile Abfahrt mehrfach zu wiederholen. Wer lieber die Aussicht genießt, darf das selbstverständlich tun und Bilder für das Erinnerungsalbum und alle Daheimgebliebenen knipsen.

Es geht hoch hinaus

Am höchsten Punkt angekommen, genießt ihr einen traumhaften Panoramablick auf die einmalige Dünenlandschaft und auf Swakopmund. Ihr könnt im Hintergrund sogar den Atlantik sehen. Verschwendet nicht zuviel Zeit mit dem Versuch, diese Szenerie für die Ewigkeit festzuhalten – atmet tief ein und freut euch über das Hier und Jetzt, denn die Tour neigt sich dem Ende zu.

Ihr radelt zurück zum Flussbett, vorbei an der endemischen Jochblatt-Pflanze (Zygophyllum stapfii) und Tamarisk-Bäumen. Wer weiß, vielleicht habt ihr Glück und trefft unterwegs auf eine Herde grasender Kamele im Flussbett? Falls nicht, ist es zwar schade, aber da wir weiter zum Strand radeln, entschädigt das sicher dafür. Oder seid ihr schon einmal mit dem Rad am Strand entlanggefahren? Wir können die Tour nur jedem ans Herz legen, der die Wüste aktiv erkunden möchte und in der Nähe von Swakopmund unterwegs ist. Für uns ist es die spannendste und umweltfreundlichste Art und Weise, die Schönheit der Wüste Namibias zu erleben.


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