Taucher in Cenote in Mexiko

Weltweit größtes Höhlensystem in Mexiko entdeckt

12.02.2018 | Erstellt von Natalie Rinas |
Kategorie
Mexiko

14 Jahre lang erforschte der deutsche Robert Schmittner in Mexiko die unterirdischen Höhlensysteme. Anfang des Jahres gelang ihm und seinem Team des Gran Acuífero Maya, dem Forschungszentrum speziell für das auf der Halbinsel Yucatán auftretende Phänomen der Unterwasserhöhlen, der große Durchbruch.

Die vergangenen 10 Monate verbrachten sie in den zwei Höhlensystemen Sistema Sac Actun und Sistema Dos Ojos. Schmittner vermutete schon lange, dass die beiden Systeme unterirdisch miteinander verbunden sind. Anfang des Jahres gelang es ihm und seinem Team nun nach intensiver Forschung, dass zu beweisen.

Bis dahin galt die in Tulúm gelegene Höhle Ox Bel Ha mit 270 Kilometern als längste ihrer Art. Die Region in Tulúm im Bundesstaat Quintana Roo ist bekannt für die mehr als 358 Unterwasserlandschaften. Diese umfassen etwa 1.400 Kilometer an überfluteten Süßwassertunnel – ein Paradies für Taucher. Yucatán gilt bei Forschern und Archäologen als „Land der Maya“, da man hier drei der berühmtesten Ruinen aus der Zeit der einstigen Hochkultur fand – Coba, Tulúm und Chichen Itza. In den unterirdischen Höhlen und überfluteten Tunnelsystemen konnten viele Zeugnisse der Mayakultur sichergestellt werden. Guillermo de Anda, Leiter des GAM, bezeichnet sie als „Tunnelsystem, das dich zu einem, Ort bringt, der 10.000 bis 12.000 Jahre alt ist.“ Man fand heraus, dass die Maya ein weites Netz von Grundwasser Dolinen nutzten. Als Dolinen bezeichnet man Sinkhöhlen oder Karsttrichter. In tropischen Gebieten mit leicht löslichen – verkarstungsfähigen – Böden. Diese Dolinen sind manchmal nur 2 Meter tief, können aber auch bis zu 300 Meter Tiefe erreichen. Dolinen gibt es auch in Europa, die tiefste mit wassergefüllt befindet sich in Italien in der Nähe von Rom – die Pozzo del Merro.

Die Maya betrachten die Dolinen, in Mexiko „Cenotes“ genannt als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie in vielen Fällen als religiöse Opferstätten. Für die Maya waren die „Cenotes“ Brunnen und dienten der Wasserversorgung. Während andere Kulturen oberirdische Flüsse nutzten – waren die Cenotes quasi „der große Strom der Maya“. Durch die Entdeckung, dass die beiden größten Höhlensysteme miteinander verbunden sind, hört das kleinere „Sistema Dos Ojos“ auf zu existieren und das „Sistema Sac Actun“ gilt nun als das größte unterirdische Höhlensystem weltweit.